7 Komma 4

Da hat uns doch tatsächlich in unserer letzten Reisewoche noch eine Kaltfront erwischt: in der letzten Nacht ist die Temperatur auf 7,4 Grad C herunter gefallen. Gut, dass wir eine gut funktionierende Heizung im Wohnmobil haben. Als ich heute gegen 07:30 Uhr meine erste Runde mit dem Balu gemacht habe, zeigte das Thermometer bereits 7,9 Grad an. Das ist ja schon fast so wie Wintercamping 🙂

Und hier die Aussichten für die nächsten Tage. Es ist schon ein ziemlicher Temperatursturz, denn während unserer Reise hatten wir – bis auf ganz wenige Ausnahmen – Temperaturen von tagsüber 25-28 Grad und nachts 18 – 20 Grad:

wetter

Na ja, da wollen wir aber mit Blick auf Deutschland mal ganz ruhig sein, denn dort liegen die Temperaturen bei minus 8 Grad nachts…siehe hier:

lemgo

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Gestern morgen haben wir noch bei strahlendem Sonnenschein unsere Nordic-Walking-Runde gemacht und sind zum „Lake Dora“ gegangen und dort immer an der Uferstraße entlang. Traumhafte Häuser. Große, gepflegte Grundstücke. Leider hatte ich meinen Fotoapparat nicht dabei.

Wir sind ja hier in der Nähe von „Mount Dora“. Moment mal:  Mount? Heißt das übersetzt nicht Berg? In Florida gibt es doch gar keine Berge! Aber tatsächlich: Gegenüber den umliegenden Seen Lake Dora, Lake Gertrude und Lake Beauclair liegt der Ort „Mount Dora“ auf einer Erhebung mit einer Höhe von 56 m über dem Meeresspiegel. Daher also die Bezeichnung „Mount..“ 🙂

Unser Campground liegt direkt am „Lake Saunders“. Der Campground nennt sich „RV Park“, aber die Bewohner sind zu 95% „Half-timer“ oder „Full-timer“. Damit ist gemeint, dass es Campground-Gäste aus dem Norden der USA sind, die entweder 4 bis 6 Monate oder sogar das ganze Jahr hier leben. Zufällig trafen wir hier auf dem Platz eine Dora (nach ihr ist aber nicht der See benannt worden) aus Süd-Deutschland, die 1958 einen US-Amerikaner geheiratet hat und seit dem im Bundesstaat Iowa lebt. Und weil das auch ziemlich hoch im Norden der USA liegt, kommen sie schon seit Jahren hier nach Florida.

Die umliegenden Seen sind alle miteinander verbunden. Ideal, um eine Tour mit dem Kanu oder Paddelboot zu unternehmen. Oder einem kleinen Motorboot. Das wollte uns auch ein Campground-Nachbar zur Verfügung stellen. Aber leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei den Windverhältnissen ist es zu gefährlich. Hier ein kleiner Überblick über die Seenplatte:

mountdora

Mount Dora ist ein kleiner Ort, ca. 10.000 Einwohner. Aber ganz nett, mit einer Art „Innenstadt“. Es gibt ein „alt-ehrwürdiges“ Hotel, in dem schon Eisenhower, Henry Ford und Edison gewohnt haben. Ganz überrascht waren wir, auf ein „Bayrisches Restaurant“ zu treffen. So richtig mit Sauerbraten, Leberkäse, Bratwurst und bayrisches Bier vom Faß.  Das alleine ist ja für uns keine Sensation. Aber interessant sind immer die Geschichten, die hinter den Menschen stecken. Die Restaurantbetreiberin kommt aus Lenggries, südlich von Bad Tölz. Und weil sie die langen und kalten Wintermonte nicht mehr aushalten konnte, ist sie vor einigen Jahren nach Florida umgesiedelt. Über ein Visum brauchte sie sich keine Gedanken machen: Vater Amerikaner, Mutter aus Lenggries.

Und dann gab es noch einen Besuch im „Lawn Bowling Club“. Diese Sportart kommt ursprünglich aus Schottland und wird auf „englischem Rasen“ gespielt. Da man hier den Rasen nicht in den Griff bekommt, hat man Beton ausgewählt, und darauf liegt eine ganz dünne grüne Sandschicht, ähnlich der roten Asche auf einem Tennisplatz. Strenge Kleiderordnung. Alle tragen weisse Kluft. Und der 2. Vorsitzende des Vereins kommt aus Dortmund 🙂

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Uschi

Farben: 5e7630 a0250c

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