8 Jahre nach Katrina…

Wer nach New Orleans kommt, der kommt am Thema Katrina nicht vorbei.

Hurrikan Katrina gilt als eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Der Hurrikan richtete Ende August 2005 in den südöstlichen Teilen der USA, insbesondere an der Golfküste, enorme Schäden an und ca. 1.800 Menschen kamen ums Leben. Zu den betroffenen Bundesstaaten gehörten Florida, Mississippi, Alabama und Georgia. Und eben auch der Bundesstaat Louisiana mit der Stadt und dem Großraum von New Orleans.

Hier nur einige der schrecklichen Fotos:

Vor einigen tausend Jahren war das Gebiet von New Orleans eine einzige Sumpflandschaft. Der Untergrund verhärtete sich und wurde besiedelt. Aber er verhärtete sich – wie man heute weiss – nicht stark genug. New Orleans sinkt jedes Jahr um 8 Millimeter. Nach Katrina hat man zwar hohe Schutzmauern gebaut, teilweise bis zu 8 Meter hoch, aber Fachleute haben heute schon Sorge, dass das nicht reichen wird, denn durch die Erderwärmung wird der Wasserspiegel im Golf von Mexico angehoben und über die Mauern laufen.

Dei Auswirkungen von Katrina sind heute noch überall zu sehen. Wir sind zur Zeit im Osten der Stadt auf einem Campground. Die nördlichen und östlichen Stadtteile waren damals besonders stark betroffen, wie man auf dem nachfolgenden Foto gut sehen kann (gelb markiert, wo der blaue Pfeil hinzeigt, sind wir jetzt in etwa):

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Oder auch hier:

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Der Eigentümer vom Campground wurde von uns auf den damaligen Hochwasserstand angesprochen. Er zeigte mit der flachen Hand eine Linie oberhalb seiner Schultern. Man kann es auch anders ausdrücken: ihm stand das Wasser bis zu Hals…Dabei liegt der Campground sogar noch etwas höher. Rund 80 % des Stadtgebietes stand bis zu 7,5 Meter unter Wasser!

Wir sind heute auf unserer Walking-Tour durch die Nebenstraßen rund um den Campground gegangen. Einige Häuser sind neu gebaut worden, dann aber direkt auf „Stelzen“, ein Großteil der Häuser ist auch heute noch unbewohnt, zerfallen, mit Spanplatten zugenagelt, zur Müllhalde geworden. Viele Häuser werden auch nie mehr bewohnbar sein. Niemand kümmert sich darum.

Die Eigentümer haben die Häuser verlassen und sind in andere Gebiete der USA gezogen. Kurz vor Katrina hatte New Orleans etwa 450.000 Einwohner. Ein paar Monate danach nur noch die Hälfte, also 225.000. Nach acht Jahren sind wieder viele zurück oder neu hinzu gekommen. Nun geht man von 345.000 Einwohner aus.

Das gesamte Stadtbild wird geprägt durch verlassene und zerfallene Häuser. Aber es gibt auch viele hervorragende Impulse. Einer zum Beispiel ist Make it right:

Im Dezember 2006 öffnete der Schauspieler Brad Pitt seine Geldbörse und gründete den Verein Make It Right, um 150 sichere, energieeffiziente und erschwingliche Wohnungen/Häuser für die von Katrina betroffenen Familien aus New Orleans, dem Stadtteil „Lower 9th Ward“, zu bauen. Ab April 2013 sind 90 Häuser fertig gestellt und an den anderen 60 wird gearbeitet. Die Häuser wurden von weltbekannten Architekten entworfen. Die Häuser sind typisch für New Orleans mit ihren eckigen Formen und Farben in allen Schattierungen:

Aber auch dieses Haus wurde nach Katrina wieder aufgebaut:

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Es gibt also das neue New Orleans. Das Leben geht weiter und New Orleans war schon öfters von Überschwemmungen oder Bränden betroffen. Nach Katrina gab es tausende Neuankömmlinge, die YURP´s genannt werden: young, urban rebuilding professionals, auch mit eigener Webseite. Sie – und andere Heimkehrer – verhalfen der im Schlamm versunkenen Stadt wieder auf die Beine.

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