Bandera – Cowboy Capitol of the World

Bandera ist eine kleine Stadt im Hill Country , hat rund 1.000 Einwohner und liegt ca. 1 Stunde westlich von San Antonio.

Bandera selbst nennt sich „Welthauptstadt der Cowboys„.

Samstags zum Beispiel, zwischen 12 und 14 Uhr, sieht man sie als „Gunfigthers“, jedenfalls bei schönem Wetter, und dann zeigen sie ihre Schießkünste. Bei schlechtem Wetter sitzen sie ganz friedlich im „General Store“ und diskutieren über das Weltgeschehen.

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Aber kann man sich mit 2 oder 3 Cowboys wirklich „Welthauptstadt der Cowboys“ nennen? Wo sind denn nur die vielen Cowboys?  Na klar, im Saloon…

Mittwochs sieht man hunderte in der Cowboy-Bar. Wir haben den Eindruck, die ganze Stadt ist auf den Beinen. Dort wird zu Country-Musik heftig geschwoft, schon bald gibt es kaum noch Platz auf der Tanzfläche. Nach nur einem Musikstück gehen alle wieder auf ihre Plätze, um bei den ersten Klängen des nächsten Liedes wieder aufzuspringen und mit einem anderen Tanzpartner die nächste Runde zu drehen. Tanzfreudig waren sie ja immer schon, die Cowboys, das kennen wir doch aus den Western-Filmen 🙂

Total klasse war auch folgendes:  man bringt seine eigenen Steaks oder Würstchen mit und die kann man sich auf den bereitgestellten Grills selbst zubereiten. Grillgewürze, Grillzangen und Teller sind ebenfalls vorhanden. Wer möchte, der kauft für 6 US$ eine Folienkartoffel und darf sich an der Salattheke nach Belieben bedienen… Schnell kommt man mit seinem Grill-Nachbar ins Gespräch und erfährt so einiges über den Ort und seine Einwohner. Die Menschen hier sind genauso aufgeschlossen und freundlich, wie wir sie auch in anderen Bundesstaaten angetroffen haben. Nur hier ist für uns der Unterschied, dass sich die Leute mit an den Tisch setzen, sofern noch Stühle frei sind. Auch so kommt man schnell in Kontakt.

Getränke bringen auch viele mit. Jedenfalls scheint es üblich zu sein, die Getränke mitzubringen, die dort nicht verkauft werden.

Freitags, am Abend, findet man die Cowboys ebenfalls in der Cowboy-Bar, natürlich zu Musik und Tanz. Es scheint dort hin und wieder „heiß“ her zu gehen, denn der Saloon ist mit Dessous in allen Farben und Größen dekoriert:

Sonntags nachmittags treffen sie sich wieder: die Cowboys. Diesmal in der Longhorn-Bar, zum Tanz-Tee, zwischen 17 und 21 Uhr. Tee gab es natürlich keinen, aber Bier ohne Ende. Meine Lieblings-Biersorte ist „Shiner-Bock“. Und wie immer gab es Live-Musik. Der Laden war schon 5 Minuten nach 17 Uhr  wirklich „rappelvoll“. Uschi und ich mussten uns schon eine Lücke zum Tanzen suchen…

Nach ein paar Tagen sind wir der Meinung, dass sich Bandera umbenennen sollte in: Welthauptstadt der tanzenden Cowboys.. 🙂

Was gibt es sonst noch über Bandera zu sagen? Nicht sehr viel! Eben eine kleine Stadt, wo es aber so ziemlich alles zu kaufen gibt: von Lebensmittel über Apotheke, Tankstellen und einige Restaurants. Einfach, aber gut.

Wir sind hier auf dem Skyline Campground, der etwas außerhalb der Stadt liegt. Ruhig gelegen, der Medina-River ist nur wenige hundert Meter entfernt und hat zur Zeit sehr wenig Wasser, weil Regen fehlt. Unser Stellplatz befindet sich direkt an einer großen Weide. Dort sieht man zwei Donkeys (Esel) und zwei Longhorn-Rinder. Am frühen Abend kommen viele Rehe, die schon mal über den Zaun springen und dann quer über den Campingplatz marschieren.

Der Campground-Eigentümer – Louis ist schon 89 Jahre – und seine Mitarbeiter sind sehr freundlich. Mit 25,20 US$ (18,10 EUR) pro Nacht ist er preislich in der unteren Hälfte der Preis-Skala angesiedelt. Der Campground bietet alles, was man braucht. Es fehlt nur der Pool und der „Hot Tub“. Sonst ist alles perfekt. Bis auf das Internet: das könnte schneller sein. Aber man kann im Leben nicht alles haben…

Ach ja, da ist noch etwas: in Bandera gibt es auch einen Rechtsanwalt, der wahrscheinlich die Cowboys vertritt, die im Saloon zuviel Whiskey getrunken haben. Geht er dann vor Gericht mit dem Gesetzbuch unter dem Arm oder macht er seinem Namen alle Ehre?

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