BBQ und Weingut

Heute war der erste bewölkte Tag seit langer Zeit. Daher viel Zeit zum Skypen, Telefonieren, Aufräumen und Wagenwaschen…

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Gegen Mittag sind wir dann nach Lexington zu „Jimmy´s BBQ“ gefahren. Das Südstaaten-BBQ unterscheidet sich wesentlich von dem, war wir im Allgemeinen unter „BBQ“ verstehen. Bei uns legt man Koteletts, Hähnchen, Würstchen, Steaks usw. auf den Grill, kippt mächtig Soße drüber und nennt es „Barbecue“, eben BBQ.

Hier in den Südstaaten ist das anders. „Pulled Pork“ zum Beispiel ist ein Gericht des klassischen Barbecues der Südstaatenküche. Als Fleisch finden für gewöhnlich Schweineschulter (mit Knochen) oder Schweinenacken Verwendung. Das Fleisch wird über einen Zeitraum von 10 bis 20 Stunden (je nach Temperatur, Größe und Fleischstück) bei niedrigen Temperaturen (100 bis 130 °C) in einem Barbecue-Smoker im heißen Rauch gegart. Diese Garmethode bedingt eine Auflösung des im Bindegewebe vorhandenen Collagen und macht das Fleisch so zart, dass es anschließend in kleine Stücke zerfällt oder zerzupft werden kann.

Zubereitung

Pulled Pork ist ein typischer Vertreter der Barbecuegerichte und des sogenannten Low-&-slow-Garens, also ein bei niedriger Temperatur langsam gegartes Fleisch. Klassischerweise wird es in einem Barbecue-Smoker zubereitet. Der leichte Rauch sorgt für den typischen Barbecuegeschmack und den rosafarbenen Rand des Fleisches, den sogenannten Smoke-Ring. Das Fleisch wird vor dem Garen mit einer Gewürzmischung eingerieben und in der Regel 24 Stunden im Kühlschrank zum Marinieren aufbewahrt. Serviert wird Pulled Pork normalerweise auf einem Hamburgerbrötchen zusammen mit Barbecuesauce und Coleslaw oder mit Reis und anderen Beilagen auf einem Teller. In der Regel sind es Pappteller. Man sagt, wenn man Metall-Besteck bekommt (und kein Plastik-Besteck), dann ist man in einem „besseren“ Restaurant…

In „Jimmy´s BBQ“ gab es Metall-Besteck 🙂 Zum „Pulled Pork“, wie auch zu sonstigen Hauptspeisen, kann man üblicher Weise zwei „Sides“, also zwei Beilagen bestellen. Fast immer hat man „Coleslaw“ (Weißkohl in verschiedenen Varianten), Reis, Pommes, Hushpuppies, Kartoffelbrei, Gemüse oder ähnliches zur Auswahl.

Wir haben uns heute für „Coleslaw“, Kartoffelbrei, und „Pintos“ (Bohnen) entschieden. Und obwohl es auf den Bildern vielleicht nicht so gut rüberkommt: es hat alles köstlich geschmeckt. Und zum Abschluß den ebenfalls köstlichen Bananen-Pudding.

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An „Jimmy´s BBQ“ wären wir früher achtlos vorbei gefahren. Es ist mehr eine „Bude“ und kein „pik-feines“ Restaurant. Hier geht der Auto-Mechaniker genauso zum Essen wie der Angestellte aus dem Versicherungsbüro. Die vielen Jahrzehnte sieht man dem Restaurant an. Aber alles ist sauber und die Mitarbeiter sehr nett. Jimmy hat schon viel Preise für seine Speisen bekommen. Und beim großen „BBQ-Festval“, immer im Oktober, mischt er auch mit. Dann kommen über 150.000 Besucher in das kleine Lexington.

Anschließend besuchten wir das Weingut „Childress“. Alle Gebäude erinnern mehr an italienische Bauweise, an Weingüter in der Toscana. Hier herrscht Ordnung und Sauberkeit. Alles gepflegt, alles wirklich piko-bello. Und das nicht nur im oder am Haus. Auch die Weingärten sind alle gepflegt. Allerdings hat die Sache für uns einen Haken: die Weine sind sehr teuer. Dei einfachsten Weine kosten ab 10 US$ aufwärts, und der Rotwein, der mir am besten schmeckte, lag bei 49,99 US$. Das war mir dann doch zuviel…

 

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