Big Bend National Park (3)

Big Bend ist ein Nationalpark, doppel so groß wie Teneriffa. Der Eintritt für 7 Tage kostet für einen PKW oder Wohnmobil 20 US$ und für jede Person 10US$. Wir haben uns bereits vor Wochen die Jahreskarte für alle Nationalparks der USA besorgt, die kostet – für junge Leute – 80 US$ und gilt bis Ende 2015… für alle ab 65 Jahre kostet die Karte nur noch 10 US$ 🙂 Die vorgenannten Preise gelten für jeweils 2 Personen, die zusammen reisen.

Heute war es zwar warm, um die 20 bis 22 Grad C, aber bewölkt, wie man unten auf den Fotos gut erkennen kann.

Dies war unsere heutige Strecke, ca. 220 km insgesamt für hin und zurück:

Zuerst sind wir bis ganz zum östlichen Ende gefahren, zum  Boquillas Canyon. Der Canyon verengt sich entlang des Rio Grande und ist etwa 20 Meilen lang, beginnend östlich von Rio Grande VillageDer Fluß ist hier nicht so tief wie bei Santa Elena, wo wir gestern waren. Bei niedrigem Wasserstand kann die Schlucht zu Fuß erkundet werden. Es gibt verschiedene Mexikaner, die mit dem Pferd den Rio Grande überqueren und dort – also auf USA-Seite – kleine handgefertigte Souvenirs oder Wanderstöcke hinstellen, daneben eine Preisliste mit „Spendendose“. So verdienen sich die Mexikaner ein paar Dollars…

Die Frage für uns war: wo in aller Welt kommen denn hier Mexikaner her, denn am Rio Grande sieht man doch nur ein riesiges Gebirge auf mexikanischer Seite? Antwort: die Mexikaner leben im Dorf Boquillas del Carmen.

Im Jahre 1990 lebten hier etwa 300 Einwohner, die  in erster Linie abhängig waren vom „Big Bend“, und zwar von den Besuchern, die über den Rio Grande kamen und im Dorf die Bar und das Restaurant besuchten, und auch die handgemachten Andenken kauften. Später kam noch Pony -und Eselreiten dazu und ein kleines Hotel bot Übernachtung mit Frühstück an.

Die Ereignisse des 11. September 2001 änderten aber die Lebensgrundlage für viele aus dem Dorf „Boquillas del Carmen“, denn die Amerikaner schlossen die Grenzen ganz allgemein ab, auch den Mini-Mini-Mini-Grenzübergang über den Rio Grande nach Boquillas del Carmen. Im Oktober 2006 lebten nur noch 19 Familien dort, also rund 90 bis 100 Bewohner blieben in Boquillas del Carmen. Die meisten Bewohner des Dorfes mussten in die nächst-größere Stadt umziehen, die liegt ca. 380 km entfernt…

Erst im April 2013 wurde der Grenzübergang wieder geöffnet und nun kann man von mittwochs bis sonntags wieder die ca. 10 bis 15 Meter Flußbreite überqueren und ist in Mexico. Montags und dienstags ist der Übergang geschlossen. Kommt man dann – nach ein paar Stunden – wieder zurück von Boquillas des Carmen (Mexiko) zum Big Bend (USA), dann muss man den ganzen Aufwand mit Passkontrolle und Einwanderungsbehörde erneut durchstehen, denn am Fluß sitzt ein Immigration Officer, der – wie am Flughafen bei der Einreise in die USA – alles kontrolliert.

Der Chef-Ranger, den wir dort getroffen haben, hatte die unangenehme Aufgabe, die von den Mexikanern auf US-Seite abgestellen Souvenirs und Spendendosen einzukassieren, weil die Mexikaner keine Genehmigung dazu haben. Ausserdem würden die Mexikaner illegal die USA betreten…

Rio Grande Village ist ebenfalls ein Besuchermagnet im Big Bend. Tolle Landschaft, warme Temperaturen, reiche Tierwelt. Ein Muss für jeden Big Bend Ausflug. Rio Grande Village hat einen Campingplatz mit „Full-Hook-Up“, ein Visitor Center, einen kleinen Laden.

Nur ca. 3 Meilen entfernt befinden sich die „Hot Springs„. Aus der Erde kommt ca. 35 Grad warmes Wasser und fließt erst mal in ein kleines Auffangbecken, dann in den Rio Grande. Eine gute Gelegenheit, seine vom Wandern geschundenen Füße eine kleine Pause zu gönnen 🙂

Nach dem wir den Big Bend verlassen haben, machten wir einen Stopp in „Terlingua Ghost Town“. Meiner Meinung darf man dazu gar nicht „Town“ sagen. Für mich ist es „Middle of nowhere“… Und die Bilder, die man im Internet zu diesem Ort findet, übertreiben maßlos bzw. gibt es gar nicht mehr… Es ist eine Ansammlung von ein paar Häusern, nur wenige bewohnt (wer will hier schon wohnen?) staubig, verdreckt, vergammelt, verlassen. Es gibt einen – wie sollte es auch anders sein – Andenkenladen, ein „Restaurant“, und eine „Art Gallery“. Das war es.

Das beste aber, was dieser Ort zu bieten hat, ist der Friedhof. Für uns zum Teil makaber, auf jeden Fall aussergewöhnlich. So was haben wir noch nie gesehen.

Zum Schluß noch ein Hinweis: 3 Tage ist aus unserer Sicht die Mindest-Aufenthaltsdauer im Big Bend. Will man dann noch eine Kanu-Tour auf dem Rio Grande machen, dann einen Tag länger.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.