Chicago, Tag 2

Chicago ist – wie wir zum Teil selbst gemerkt haben – eine Stadt der Superlative. Es gibt hier:

  • den größten Flughafen der Welt
  • den geschäftigsten Bahnhof
  • lange Zeit das höchste Haus der USA (Willis-Tower)
  • das umsatzstärkste Geschäftshaus (Merchandise Mart)
  • den aus unserer Sicht schönsten Freizeit-Park (Millennium Park)

Heute ist Chicago mit fast 3 Millionen Einwohner drittgrößte Stadt der USA und unumstritten wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Region.

Unter den Eigentümern der Wolkenkratzer scheint ein Wettkampf entstanden zu sein, denn es gibt viele Freiluft-Skulpturen auf den Straßen und Plätzen der Innenstadt. Die Kunstfreunde freut´s.

Bei einer Bootsfahrt und mit etwas räumlichen Abstand sieht man die Skyline noch einmal ganz anders und ist schon wieder total beeindruckt. Die Fahrt dauert zwar nur 30 Minuten und kostet 14 US$ (für Seniors ab 60 Jahre nur 13 US$ 🙂 ), aber sie ist jeden Cent wert. OK, auch gestern war das Wetter – wie man in Österreich sagt: Kaiserwetter. Am Zusammenspiel von türkisfarbenes Wasser und dem Panorama mit den Wolkenkratzern kann man sich nicht satt sehen.

Zu Fuß ging es dann zum Navy Pier. Dieser Pier wurde auf 20.000 Holzbalken errichtet und ragt 1.000 Meter in den Lake Michigan hinein. Es ist ein Freizeit-, Vergnügungs-, Erholungs- und Kulturzentrum. Es ist Standort de Chicago Children´s Museum mit einem prächtig beleuchteten Riesenrad und Kettenkarussell sowie einem Wasserpark mit Rutschen und Pool-Landschaft. Es gibt ein Musical-Theater, Freiflächen für Sportveranstaltungen und eine Dauer-Ausstellung von historischen Kirchenfenstern aus aller Welt, alles Originale. Der Pier funktioniert auch als Ablegestelle für Flussfahrten oder Ausflüge auf dem Michigan-See. Wer möchte und wer tiefer in die Tasche greift, der kann einen Tisch auf einem der Restaurant-Schiffe buchen, was sich hier Dinner Cruises nennt. Versteckt im inneren des Piers, sozusagen im Bauch, wurde ein Parkhaus für PKW angelegt. Selbstverständlich gibt es unzählige Restaurants, davon viele „Ketten-Betriebe“ wie McDonalds, aber auch individuelle Gourmet-Tempel. Und Eis-Buden von Ben und Jerry! Oh je…

Direkt vor dem Pier befindet sich ein Busbahnhof, und da wir die 3-Tages-Karte für Busse und Bahn haben, ist die Fahrt zum The Loop kostenlos. Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch auf die vielen jungen Leute hinweisen, die sich an vielen Stellen in der Stadtmitte und an den „Besucher-Magneten“ aufhalten und die an ihren markanten, blauen Polohemden zu erkennen sind. Sie sind immer ansprechbar wenn man Hilfe braucht, eine Straße oder Restaurant sucht, oder einfach nur die schnellste Busverbindung von A nach B.

Als The Loop bezeichnen Anwohner den Downtown-Bezirk Chicagos. Alle U-Bahnen kommen hier zusammen und das Umsteigen von einer Bahn in die andere ist ein Kinderspiel.

Wie schon am Vortag erwähnt, ist die Stadt bekannt für ihre pikanten, triefenden, italienischen Rindfleisch-Sandwiches, die es eben nur in Chicago gibt. Da Mr. Beef – so wie man uns sagte – den höchsten Standard setzt, haben wir uns auf dem Weg zu ihm gemacht. Mr. Beef – allein dieser Name setzte bei uns schon viele Erwartungen frei und lies vor dem Hintergrund dessen, was wir vorweg an Informationen bekommen hatten, das Wasser im Mund zusammen laufen.

Und dann die Überraschung: Es erwartete uns eine – in Deutschland würden wir sagen – Imbissbude. Der Raum war so auf gefühlte 50 Grad C aufgewärmt. Auf der linken Seite die Theke mit Küchenbereich, auf der rechten Seite jede Menge Fotos von Prominenten, die schon alle dort waren. Dann entdeckten wir noch eine Türe mit der Beschriftung: Elegant Dining Room. Der Raum war zwar angenehm kühl, aber elegant? Aber alles passte irgendwie zusammen.

Nun komme ich aber mal von den Äußerlichkeiten weg und zur Hauptsache: das Beef-Sandwich. Es ist so aufgebaut: dünn geschnittenes, langsam gegartes Roastbeef wird in Bratensoße und giardiniera (würzig eingelegtes Gemüse) getunkt, deshalb triefend,  und dann auf ein riesiges Brötchen gewuchtet. Und es ist wirklich eine Wucht…

Weiter ging es zum Merchandise Mart, ein Koloss im Art-Déco-Stil. Es ist der Welt größtes Geschäftsgebäude. In ihm befinden sich

  • Einzelhandel, hochwertig bis Luxus
  • Bankfilialen
  • Restaurants
  • Cafés
  • Hotel
  • Büros
  • Postfiliale

und ganz viel mehr, wie man auf dem Foto mit der Namensliste gut erkennen kann. Es gibt sogar eine eigene U-Bahn-Station, direkt von der 1. Etage aus zu begehen.

Wir sind total begeistert von dieser Stadt. Dabei haben wir noch nicht einmal alles gesehen. Aber das, was wir gesehen haben, macht uns ganz sicher: wir kommen noch einmal hierher. Natürlich im Sommer, denn der harte Winter dauert hier 6 Monate.

Als Wohn-Mobilist sollte man vorher genau überlegen, wo man sich mit seinem Wohnmobil hinstellt. Leider – und das ist ein großes Manko von Chicago – gibt es im Stadtgebiet keine öffentlichen Stellplätze oder gar Campgrounds. Die Campgrounds liegen alle so weit entfernt, dass man mit öffentlichen Verkehrsmitteln 90 bis 120 Minuten braucht, um zum Zentrum zu gelangen. Wir haben uns für den Parkplatz vom Home-Depot im Vorort Cicero entschieden, beobachtet und bewacht von Polizei und filial-eigener Security. Bis zur U-Bahn-Haltestelle (pinke Linie) braucht man zu Fuß 10 bis 15 Minuten oder man parkt seinen PKW direkt auf einem der vielen Parkplätze rund an der Haltestelle. Die Bahn braucht ca. 20 Minuten zum Loop, also zur Innenstadt.

Wir können jedem nur raten, Chicago zu besuchen. Von Deutschland gehen Direktflüge nach Chicago. Man kann locker eine ganze Woche hier verbringen, und sieht jeden Tag etwas anderes.

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