Die Meyer-Werft (Papenburg)

Das ist schon alles gigantisch, was man auf der Meyer-Werft zu sehen bekommt. Zusammen mit Renate und Hubert haben wir heute eine Werftbesichtigung gemacht. Alleine schon die Besuchermassen sind beeindruckend: Täglich, also 7 Tage die Woche, kommen 50 bis 60 Reisebusse zur Werft. Alle 15 Minuten wird eine Besuchergruppe von sachkundigen Betreuern durch die Werft geführt. Allein dieser „Gewerbezweig“ sorgt für über 1.000 Arbeitsplätze, denn die Gastronomie, mit Hotels, Restaurants, Cafés, Camping- und Stellplätze profitieren von der Meyer-Werft bzw. von den Besuchern.

Auf der Werft sind nun mehr als 2.600 Mitarbeiter beschäftigt. Weitere 7 bis 10.000 kommen von Fremdfirmen hinzu. Die Meyer-Werft ist der größte Arbeitgeber der Region. Aufträge für weitere Schiffe liegen im Moment bis 2015 vor.

Zur Zeit arbeitet man an drei Schiffen gleichzeitig: die „Celebrity Silhouette“ war am Donnerstag, also vor zwei Tagen, zu ihrer ersten Probefahrt ausgelaufen in Richtung Hamburg. Dort erfolgt die Endmontage. Dann arbeitet man am zweiten Schiff für den Disney-Konzern, der Disney-Fantasy. Bereits im letzten Jahr wurde die Disney-Dream ausgeliefert, das größte je in Deutschland hergestellte Kreuzfahrtschiff. Darüber hinaus arbeitet man schon an der Aida-Mar, dem 7. Schiff für Aida von der Meyer-Werft. Es gibt noch drei weitere Aida-Schiffe, die sind aber in Italien und in Stralsund hergestellt worden.

Die Meyer-Werft kann auf über 200 Jahre Firmengeschichte zurückblicken. Genauer gesagt, wurde das Unternehmen 1795 gegründet. Es hat nicht nur Kreuzfahrtschiffe gebaut, sondern auch Passagierschiffe, Fähren, Gastanker und Tiertransporter.

Von einem Schiff wird aber nicht mehr gesprochen, von der Estonia. Es wurde 1980 von der Meyer-Werft gebaut und sank am 28.09.1994 in der Ostsee. Bis heute ist die genaue Unglücksursache ungeklärt, es gibt viele Verschwörungstheorien, bis hin zum Terroranschlag. Mindestens 852 Menschen sind im 13 Grad kalten Wasser der Ostsee ums Leben gekommen, 94 konnten nur geborgen werden. 135 haben das Unglück überlebt.

 

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