Go West…

Wir haben heute Maine verlassen. Bei 100 bis 200 Meter Sichtweite und keine Besserung auf trockenes Wetter für die nächsten Tagen haben wir die Flucht ergriffen…

Es ging immer westwärts, 370 km weit. Schon nach ca. 30 Meilen verschwanden die dunklen Wolken und nach und nach kam die Sonne durch.

Dabei haben wir den Staat New Hamshire durchfahren und sind nun im Bundesstaat Vermont. Wir haben bewusst die Autobahnen gemieden und sind die Landstrasse Nr. 2 gefahren. Eine traumhaft schöne Strecke, insbesondere der Teil von Gorham bis Lancaster ist hier zu erwähnen. Es geht vorbei an den Granitgipfeln des White Mountain National Forest mit dem höchsten Berg, der Mount Washington, der 1.917 m hoch ist. Das hört sich nicht viel an, ist aber im Winter eine schneesichere Gegend. Im Sommer kann man hervorragend wandern.

Auf jedem Nummernschild steht der Spruch: Live free or die (frei leben oder sterben). Man sagt den Einwohnern nach, dass sie stolz auf ihre unabhängige Gesinnung sind. Eine Verkaufssteuer gibt es hier nicht.

In den Neu-England-Staaten gibt es Ortsnamen, die uns an anderer Stelle sehr bekannt vorkommen, z. B. Berlin, Dresden, Manheim, Peru und Mexico.

Nun sind wir in Vermont, und zwar auf dem Breezy Meadows Campground, kurz vor dem Ort Concord. Jim, der Camping-Chef, hat uns freundlich empfangen und meinte, wie sollen uns beeilen. Im Pavillon hätten sich verschiedene Musiker zu einer Jam-Session versammelt und man weiss nie, was dabei heraus kommt.

Nur für die, die mit dem Begriff Jam-Session nichts anfangen können: es treffen sich verschiedene Musiker, die ihr Instrument (oder auch nur die Stimme) mitbringen, und vorher nie oder so gut wie nie zusammen gespielt haben. Es wird nicht geprobt sondern improvisiert. Einer stimmt einen Song an und die anderen bringen sich mit ihrem Instrument ein.

Heute klappte es mit der Jam-Session hervorragend. Gute Musiker und gute Stimmen, denn gesungen wurde ja auch. Natürlich Country-Musik. Ich habe mal durchgezählt: 11 Gitarren, 1 Kontrabass, ein Schlagzeug.

Hier auf dem Familien freundlichen Campingplatz gibt es so gut wie alles: mehrere Kinderspielplätze, Volley- und Basketball-Feld, Kanu-Vermietung, und vieles mehr. Der große Pool ist beheizt. Am Stellplatz findet man die komplette Versorgung, also Strom, Kabel-TV, Wasser und Abwasser.  Unser Stellplatz ist ca. 200 qm groß, man fährt vorwärts rein und vorwärts wieder raus. Rangieren braucht man nicht. Man nennt solche Stellplätze: Pull-trough.  Kostenloses W-lan gibt es im Hauptgebäude. Der Preis beträgt ca. 25 EUR pro Nacht.

Vermont ist ein kleiner Staat mit rund 625.000 Einwohnern. In der Hauptstadt, die nennt sich Montpelier, wohnen weniger Menschen als in der Innenstadt von Lemgo, nämlich nur ca. 8.000. Selbst die größte Stadt, Burlington, hat nur 43.500 Einwohner. Hier soll es – auf die Einwohner umgerechnet – die meisten Brauereien und das beste Eis der USA geben: ein Eis von Ben & Jerry´s. Wir sind gespannt.

Unsere USA-Karte mit den bunten Aufklebern der besuchten Staaten hat sich nun etwas gefüllt. Wir waren nun in allen Nord-Ost-Staaten, bis auf Delaware.   Ein weiterer Grund, nochmals die Nordostküste zu bereisen.

Mir fällt noch ein: Jim, der Camping-Chef, meinte bei unserer Ankunft auch, dass heute der erste sonnige und trockene Tag war. Seit ca. 14 Tagen 🙂

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