Gospel-Gottesdienst

Gestern haben wir einen Gottesdienst besucht, nur 2 Meilen vom Campground entfernt, und zwar den Full Gospel Tabernacle. Bishop Green hat diese Kirche 1976 gegründet und ist in den USA eine bekannte Persönlichkeit, da er Konzerte in Nordamerika gibt und verschiedene CD´s aufgenommen hat. Ende der 60er-Jahre/Anfang der 70er-Jahre war er als Al Green der Superstar des Soul und Rhythm and Blues. Mit Annie Lennox nahm er den Titel: Put a little love in your heard auf. Ihm wurden mehrere Grammys verliehen, was ja so was ist wie der Oscar für die Musik schaffenden.

Der Gottesdienst dauerte ca. 2 Stunden. Im Wesentlichen wurde gesungen. Green wurde von einem Gospel-Chor und einer kleinen Band (Schlagzeug, Klavier und Gitarre) musikalisch unterstützt. Aber auch verschiedene Sängerinnen übernahmen den Solo-Part und zeigten ihr Können. Wir waren wirklich beeindruckt und stellten wieder einmal fest, wie viele gute Sänger/Künstler es gibt, die nie bekannt werden.

Zu Beginn des Gottesdienstes waren noch viele Plätze in der Kirche frei. Nach und nach füllten sich jedoch die Reihen, so dass zum Schluss fast alle Plätze belegt waren, je zur Hälfte von Schwarzen und Weißen. Alle Altersgruppen waren vertreten, von Baby bis Greis. In der „Kleiderfrage“ waren die Schwarzen jedoch den Weißen weit voraus: fast alle waren schick und festlich angezogen. Die Damen in bunten Kleidern oder Kostümen mit phantasievollen Hüten. Die Männer im dunkelgrauen oder schwarzen Anzug, weisses Hemd und Krawatte. Sogar die Kinder trugen „Sonntags-Kleidung“, was mich an meine eigene Kindheit erinnert hat: sonntags wurden wir von der Mama besonders herausgeputzt 🙂

Die weißen Gottesdienst-Besucher waren überwiegend anders gekleidet. Von tief dekoltiert bis hoch geschlossen, von Bermuda-Shorts über Jeans bis Stoffhose, manche in Flip-Flops, war alles vertreten. Für mein Empfinden – und sicherlich nicht nur meines – waren manche unangemessen gekleidet. Zufällig trafen wir zwei Touristinnen – so um die 40 bis 50 Jahre – aus Kärnten. Eine kam wahrscheinlich gerade aus einer Strandbar (aber wo gibt es in Memphis schon Strände..?): T-Shirt und Hot-Pants. Wir fragten uns, ob die beiden so angezogen auch in Kärnten eine Kirche besuchen?

Auch während des Gottesdienstes stand bei einigen das Smart-Phone nicht still, egal ob schwarz oder weiß. Es wurde getextet oder Fotos gemacht. Fotografiert wurde übrigens viel, wobei ich nicht den Eindruck hatte, dass die anderen – wie ich es vorher gemacht hatte – um Erlaubnis gefragt hatten 🙂

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