Grand Cayman Island

Am 3. Tag der Reise sind wir von Bord gegangen. Besser gesagt: wir wurden mit kleinen Tender-Booten an Land gebracht. Das ging aufgrund der guten Organisation recht fix.

Die Cayman-Island gehören zum Englischen Königreich. Daher fließt der Autoverkehr auch auf der linken Seite. Sonst spürt man in den wenigen Stunden, die der Landgang dauert, nur wenig britischen Einfluss. Bezahlt wird in US$ oder in Cayman-Dollar. Aber die hat man ja in der Regel nicht in der Tasche. Grand Cayman ist die größte der Cayman-Inseln mit ca. 55.000 Einwohnern. Die „Cay-Männer“, oder wie man die Einwohner nennen mag, wohnen fast alle im Western der Insel. Der größte Teil besteht aus Mangroven und Sumpfgebieten.

Im September 2004 zog der Hurrikan „Ivan“ mit Kategorie 5 in etwa 50 km Entfernung an Grand Cayman vorbei, wobei er mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 290 km/h mehrere Todesopfer forderte und 80 % der Gebäude auf der Insel zerstörte. Er war der schwerste Hurrikan, den die Insel in den letzten 100 Jahren erlebte.

Kommt man am Hafen an, steht man erst einmal einer Riesen-Anzahl von Verkäufern von Rundfahrten und Taxen gegenüber, die sich – je weiter vom Eingangsbereich entfernt – mit ihren Preisen unterbieten. Kostet direkt am Bootsanleger eine Rundfahrt mit dem Taxi 20 US$, so kostet sie 50 Meter weiter noch 15 und ausserhalb des Ankunftsbereiches – also nach weiteren 50 Meter – nur noch 10 US$. Unsere zwei Fahrten mit dem Taxi zum „7-Miles-Baech“ kostete 4 US$. Die Fahrt mit dem Bus nach „Hell“ und zurück zum Hafen 10 US$. Insgesamt also 14 US$. Diese Fahrt hätte man auch auf dem Schiff für 90 US$ buchen können 🙂

Der Stand „7-Miles-Beach“ ist der schönste Strand, den wir bisher überhaupt irgendwo auf dieser Welt gesehen haben. Ganz heller Sandstrand, fein wie Quarzsand. Glasklares, türkisfarbenes Wasser. Alles sauber und gepflegt. Kein Müll, keine leere Plastikflaschen. Und vor allem: warmes Wasser!!! Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt mit Vergnügen im Meer baden war. Hier war es soweit…

Ich habe noch vergessen zu erwähnen, dass hier – genau wie in Florida – die Hochsaison vorbei ist. Hochsaison ist von November bis April. Deshalb sind nicht nur die Strände leer. Gott sei Dank.

Auf den Cayman Islands hält der Bauboom noch an. Reiche Amerikaner und auch reiche Europäer/Ost-Europäer nehmen die Inseln in Beschlag und zahlen für ein Apartment in der ersten Strandreihe gerne mal 2,5 Mio. US$. Und dort, wo sich Leute mit höherem Einkommen nieder lassen, gehen die Preise hoch. Wir trafen zufällig einen jungen Österreicher, der sich als Restaurant-Koch über wesentlich höhere Verdienstmöglichkeiten als in seiner Heimat freut.

Und dann waren wir noch in der Hölle, in „Hell“, so heißt der kleine Ort im Westen der Insel, mit eigenem Postamt. Und einer besonderen Steinformation, ähnlich den Lava-Feldern auf Teneriffa. Der größte Unterschied: hier kann man frei lebende „Blaue Leguane“ beobachten.

Gegen Mittag konnten wir ein seltenes Naturphänomen beobachten: einen kreisrunden Regenbogen. Es handelt sich dabei um ein Bild der Sonne, die von einer ganz dünnen Wolke verdeckt ist. Statt dass das  Licht durch feine Wassertropfen reflektiert wird – wie bei einem “normalen” Regenbogen – wird das Sonnenlicht hier durch die Eiskristalle innerhalb der Wolke reflektiert.

Am Nachmittag ging es zurück zum Schiff, denn der letzte Tender legte um 16 Uhr ab. Vom angeblich großen „Finanz-Zentrum Grand Cayman“ konnten wir nichts spüren. Wir haben auch keine Banken- oder Versicherungspaläste gesehen. Auch kein Schwarzgeld. Und ob Uli Hoeneß hier ein Konto hat, lies sich auch nicht klären 🙂

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