Navigator of the Seas (1)

Bereits im letzten Jahr waren wir begeistert von einer Kreuzfahrt mit „Royal Caribbean“. Auch von Houston oder Galveston legen Kreuzfahrtschiffe ab. Ein Blick ins Internet genügte und schon war eine Last-Minute-Reise gebucht.

Diesmal ging es mit der „Navigator of the Seas“ in die westliche Karibik. Das Schiff gehört zu den größten Kreuzfahrtschiffen, ist rund 310 m lang und 40 m breit. Neben 3.200 Passagieren sind noch 1.200 Besatzungsmitglieder an Bord. Es gibt 15 Decks…

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Zunächst aber die Anreise zum Hafen:

Wir sind Sonntag morgen (23.02.2014) vom Stellplatz in Magnolia/Tx nach Galveston gefahren. Dauert normal etwa 90 Minuten. Aber wegen teilweise starkem Regen und starkem Nebel brauchten wir 2 Stunden. Als Boarding-Time war vorgegeben: zwischen 11 und 15 Uhr; das Schiff sollte um 16 Uhr ablegen.

Als wir dann um 10 Uhr am Hafen ankamen, wurden wir von freundlichen Damen darauf hingewiesen, dass das Schiff wegen Nebel verspätet zurück kommt und das Boarding gegen 13 Uhr beginnt. Also sind wir zum Strand gefahren, dort einen kleinen Spaziergang gemacht – der Nebel hatte sich verzogen aber es war stark bewölkt – und dann mal im Internet die Emails abgerufen. Zwischenzeitlich war eine 2. Email der Schiffsgesellschaft eingegangen – die erste Email hatten wir gar nicht gelesen, weil wir vormittags ja auf der Autobahn waren – mit dem Hinweis, dass es erst gegen 17 Uhr mit dem Einsteigen los geht. Als wir um 16 Uhr vor Ort waren, standen rund 3.200 Menschen in zwei Warteschlangen…Zunächst musste das Handgepäck wie am Flughafen kontrolliert werden. Danach die eigentliche Anmeldeprozedur mit Formular ausfüllen, Daten der Kreditkarte eingeben und Foto erstellen. Und das dauert bei 3.200 Personen trotz der 40 besetzen Schalter wahnsinnig lange…

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Also haben Uschi und ich die Zeit genutzt und sind ein paar hundert Meter bis nach „Down-Town“ gegangen, wo sich abertausende von Menschen tummelten, denn es gab eine „Mardi Gras Parade“ in Galveston, ein karnevals-ähnlicher Umzug… Die Kneipen und Bars waren voll und es wurde tolle Live-Musik geboten. Darüber hinaus war es interessant, die Menschen und ihr Kostüme zu bewundern. Die Teilnehmer der Parade werfen mit bunten Ketten. Die Hauptfarben sind Violett, Grün und Gold und stehen für Gerechtigkeit, Macht und Hoffnung. Häufig sieht man am Straßenrand Frauen, die für eine Kette das T-Shirt lüften und sich oben ohne zeigen. Im Volksmund wird dieses Event daher auch „Boobies Day“ genannt 🙂

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Und wieder einmal mehr konnten wir feststellen: Elvis lebt! Siehe Foto.

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Um 19 Uhr sind wir dann zurück, noch mal eine Stunde Schlange stehen und dann um 20 Uhr waren wir tatsächlich an Bord. Uff, geschafft…

Für uns war die Warterei kein großes Problem. Aber es gab viele ältere und teilweise auch behinderte Gäste, die stundenlang gewartet bzw. gestanden haben. Weder Getränke noch Sitzmöglichkeiten wurden zur Verfügung gestellt. Das war in unseren Augen ein ganz schlechter Service.

Aber danach war alles gut und das traumhafte Schiff ließ schnell alles vergessen. Schwamm drüber…

Es war für uns vor der Abreise unvorstellbar, was an Bord dieses Schiffes geboten wird. Überhaupt haben wir die Erfahrung gemacht, dass nirgendwo so viel an Unterhaltung, kombiniert mit Sport und Spiel und kulinarischen Genüssen geboten wird, wie auf einem Kreuzfahrtschiff. Man kann zuschauen, man kann mitmachen, oder sich zurückziehen.

Auf der „Navigator“ gibt es unter anderem:

  • 4 Pools
  • mehrere Whirlpools
  • Schlittschuhbahn
  • Kletterwand
  • Theater
  • 15 Restaurants/Bars
  • Spielkasino
  • Minigolf
  • Wellenreiten auf dem Surfbrett
  • Fitness-Studio und Wellness-Bereich

Ein großer Teil von Deck 5 nennt sich „Promenade“. Dort sind einige Restaurants oder Bars  zu finden und ebenso verschiedene Boutiquen, wie Juweliere, Kleidung, Souvenirs. Fast das ganze Deck 12 war für Kinder und Jugendliche mit Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten vorbereitet. Auf Deck 15 befand sich eine kleine Kapelle.

Und vor allem: 3.200 Gäste, die alle gut gelaunt sind und eine Woche fröhlich miteinander verbringen möchten.

Das Unterhaltungsprogramm war – kurz gesagt – riesig…

Jeden Abend sahen wir eine andere Show im Theater. Unter „Theater“ ist jetzt kein Schauspiel-Theater zu verstehen. Hier wurden Broadway-Shows gezeigt (Mama Mia) oder Magic-Shows, die auch in Las Vegas das Publikum begeistern würden. Der Magier heißt Chad Chesmark und hat uns mit seinen Tricks ins Staunen versetzt. Hier ein älteres Video aus Youtube (nun hoffe ich, dass man in Deutschland die nachfolgenden Youtube-Filme sehen darf….)

Und dann gab es noch die „The Texas Tenors„, die vor wenigen Jahren bei einem Musik-Wettbewerb als Gewinner 1 Mio US$ abräumten…

Zusätzlich zu den vorgenannten Shows gab es auf Deck 5 noch eine Party unter dem Motto „70er-Jahre“, mit ganz viel Live-Musik aus meiner Jugendzeit 🙂 und der Song „YMCA“ begeistert auch heute noch jede Gesellschaft. Außerdem fand am letzen Tag noch eine „Circus-Parade“ statt, wo überdimensionale Stofftiere und Zirkusleute an der staunenden Menschenmenge vorbei zogen. Ein großer Spaß nicht nur für die Kleinen.

Auch tagsüber konnte man ständig etwas unternehmen. Das Unterhaltungsprogramm wechselte täglich und begann schon am Morgen. Eine Übersicht über das Programm wurde schon am Vorabend ins Zimmer gelegt. Der „Compass“ war ständiger Begleiter und man konnte sich immer informieren, wo gerade was los ist. Hier mal ein Auszug, natürlich alles auf Englisch, denn es ist ja eine amerikanische Gesellschaft:

Compass Seite 1

Compass Seite 2

Dann gab es eine Eislauf-Show á la „Holiday on Ice“. Alleine die Eislaufhalle bietet Platz für 800 Zuschauer, das Theater hat 1.500 Sitze. Jede Show findet mindestens 2 mal pro Tag statt, damit jeder die Gelegenheit hat, eine Show zu besuchen.

Musikalisch konnte man auch schon ab dem Vormittag bis nach Mitternacht unterwegs sein. Für jeden Geschmack war etwas dabei, vom Piano-Player bis zur 9-Mann-Band… Wir waren am späteren Abend häufig in der „Schooner-Bar“ anzutreffen. Unser Lieblings-Cocktail war der „Mojito“ in verschiedenen Variationen. In der Schooner-Bar spielte Phil Anderson am Klavier, sang dazu mit seiner sonorigen Stimme und so mancher Zuhörer/in griff selbst zum Mikrofon und stimmte bei den Country-Songs mit ein. Hier ein Beispiel, nicht von uns, sondern bei Youtube gefunden:

Und dann die Verpflegung: es gibt einmal einen fest reservierten Tisch im „Main Dining Room“, ein großes Restaurant, verteilt auf 3 Decks, aber offen, ähnlich einer Galerie. Hier wird in zwei Abteilungen gegessen, einmal von 18-20 Uhr oder von 20-22 Uhr. Es stehen verschiedene Vor- und Hauptspeisen zur Auswahl. Dann befindet sich auf Deck 11 das „Windjammer-Restaurant“, sehr beliebt bei den Gästen, die gerne an verschiedenen Büfetts vorbeischlendern und auswählen, was dem Auge (und dem Magen) als Köstlichkeit erscheint. Im „Windjammer“ gibt es von 7-10 Uhr das Frühstück, von 13-15 Uhr Mittagessen, vom 15-17 Uhr Nachmittags-Café, und von 18 bis 21 Uhr das Abendessen.

Darüber hinaus gibt es noch eine Snackbar, die 24 Stunden geöffnet ist und neben frischer Pizza, Sandwiches usw. auch Besonderheiten aus der Konditorei anbietet. Alles im Preis inbegriffen. Ebenso alle Softdrinks, ständig Kaffee oder Tee oder Mineralwasser. Kostenlos sind auch die oben erwähnten Shows, alles ist im Preis inbegriffen. Nur die alkoholischen Getränke sowie der Besuch der „Spezial-Restaurants“, wie z. B. japanisches Restaurant, Steak-House, Tex-Mex, oder Hamburger-Bude (5 US$, dafür „All-you-can-eat“) sind extra zu bezahlen. Aber das konnten und wollten wir gar nicht ausprobieren, denn das Angebot in den kostenfreien Restaurants war mehr als excellent.

Aber einen großen Nachteil hat das alles: am Ende der Reise hat man ein bis zwei Pfund zugenommen. Pro Reise-Tag versteht sich 🙂

Nur Uschi nicht, die hat es auf sagenhafte 100 Gramm Gewichtszunahme geschafft!!! Und ich? Na ja, ich muss nun 5 Tage Tomatensuppe essen 🙁

Ich könnte noch viel an dieser Stelle schreiben. Für heute aber genug. Morgen kommen Bilder und Berichte zum Schiff, innen und außen, sowie ein Bericht über die Landausflüge.

Übrigens: wer einen Tipppfehler findet, kann ihn behalten 🙂

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