Orvieto (Umbrien) – goldgelber Tuffstein und großartige Kunst

Heute morgen haben wir – nach Frühstück und Büroarbeit – den Rollerausflug nach Orvieto gemacht. Um es vorweg zu sagen: Orvieto ist ein Knaller.

Die gesamte Altstadt ist auf einem Felsplateau aus Tuffgestein errichtet. Dieser Stadtfelsen ist von einem Labyrinth von Kellern, Gängen und riesigen Zisternen durchzogen, von dem ein kleiner Teil wieder für die Besichtigung erschlossen wurde. Zahlreiche in Straßenzeilen angeordnete etruskische Gräber finden sich direkt unterhalb des Stadtfelsens, und auf den Hängen gegenüber der Stadt gab es Grabstätten mit Ausmalung.

Die Hauptattraktion ist jedoch der goldfunkelnde, mosaik- und reliefverzierte Dom. Die südliche Außenwand des Domes zeigt die typische waagerechte Schwarz-Weiß-Schichtung wie in Siena. Die Fassade des Domes scheint uns einzigartig. So etwas schönes haben wir auf unseren Besichtigungs-Touren – egal ob kirchliche Bauten, Schlösser, Burgen usw. – noch nicht gesehen. Man kann mit Worten gar nicht alles wiedergeben. Zu Beispiel: Die Säulen sind mit kleinen Mosaiksteinchen verziert worden. In der Mitte der Fassade wurde eine große Anzahl von Marmorköpfen angebracht. Leider haben sich dahinter Tauben eingenistet. Vielleicht stand daher der Lastwagen mit der Hebebühne vor dem Dom. Wir können uns gut vorstellen, dass ständig irgendwelche Reinigungsarbeiten nötig sind, um die Kunstschätze vom Taubenmist zu befreien.

Die außergewöhnlich schöne Fassade stammt von dem Sienser Bildhauer und Architekten Lorenzo Maitani (+1330). Die „Orcagna“ genannte Fensterrose stammt von dem Florentiner Bildhauer Andrea di Cione und wurde zwischen 1354-1380 errichtet. Den Mittelpunkt der Rose bildet das Haupt des Erlösers. An den Pfeilerbasen der Türme befinden sich umfangreiche Marmorreliefs, über deren Entstehungszeit noch gestritten wird. Die Bronzeportale stammen von dem sizilianischen Bildhauer Emilio Greco und wurden 1970 angebracht. Das schwarz-weiße Kircheninnere ist in drei Schiffe unterteilt, das mittlere ist doppelt so breit wie die äußeren. Hier befindet sich u.a. die „Cappella di San Brizio“ mit einem Freskenzyklus des toskanischen Malers Luca Signorelli von 1499. Thema ist das Weltgericht und der jüngste Tag.

Aber auch in den kleinen Läden in der Altstadt gab es viel zu sehen. Auch hier gibt es viele Deckenmalereien, Kreuzgwölbe und Holzschnitzereien zu sehen. Von den Stadtmauern aus hat man einen herrlichen Blick auf die toskanische Umgebung. Das Wetter meinte es heute gut mit uns: überwiegend war es sonnig, manchmal zogen ein paar Wolken auf. Aber es war trocken, was den Rollerfahrer freut… :soldier:

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Uschi

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