Porto – Teil 2

Mit dem Roller ging es heute Morgen ab in die Innenstadt von Porto. Es ist zwar trocken, die Sonne, die zu Tagesbeginn schien, hat sich wieder versteckt und es sind ca. 11 Grad.

Portos Name spricht für sich – »o porto« bedeutet Hafen. In Portu­gal hört man für die nordportugiesische Metropole auch öfter die Bezeichnung Oporto, womit die Stadt geradezu auf ihre traditionelle Funktion als Hafen- und Handelsstadt reduziert ist. Seit jeher besteht eine gewisse Konkurrenz zwischen den beiden portugiesischen Metropolen. Während die Lissabonner die Portuenser abschätzig als »tripeiros« (Kuttelesser) bezeichnen, nennen die Portuenser die Hauptstädter ihrerseits ebenso abschätzig »alfacinhas«.

Die Häuser in Portos Innenstadt stehen eng gedrängt – oft dicht hin­ter- und übereinander – an den steilen Felswänden und bilden Ter­rassen von äußerst malerischer Wirkung. Glanz und Elend liegen hier nahe beieinander. Der Innenstadtkern wurde 1996 unter UNESCO-Schutz gestellt. Wer aufmerksam durch die Altstadt von Porto geht, wird allerdings bemer­ken, dass es hier Probleme gibt: Ein Großteil der Häuser steht voll­kommen oder teilweise leer, ganze Straßenzüge sind unbewohnt. In­standsetzungen sind teuer, und da die Häuser unter Denkmalschutz stehen, können sie nicht abgerissen werden. Die Mieten für die Innen­stadtwohnungen, die oft in sehr schlechtem Zustand sind, sind hoch – viele Portuenser bevorzu­gen Wohnungen in einem modernen Stadtrandviertel, in dem zu­dem auch für genügend Parkraum gesorgt ist. Die Übriggebliebenen fühlen sich mittlerweile in der verlassenen Innenstadt auch zuneh­mend unsicher. Trotz alledem wirkt Portos Stadtmitte nicht gespens­tisch, und auf den ersten Blick merken Besucher nichts von der Lee­re, denn in fast allen Häusern sind im Erdgeschoss Geschäfte mit ganz normalem Betrieb. So ist die Innenstadt tagsüber voller Trubel, abends allerdings wirkt sie – ähnlich wie in anderen Städten – wie leergefegt. 2001 war Porto europäische Kulturhauptstadt. Anlässlich dieses be­sonderen Jahres hat man mehrere Großbauten initiiert, darunter auch die neue U-Bahn.

Der Hauptbahnhof Sao Bento wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut. In die Bahnhofshalle sollt man auf jeden Fall einen Blick werfen, denn die Halle ist mit „Azulejos“ ausgekleidet. Dargestellt werden historische Motive und die Entwicklungsgeschichte verschiedener Transportmittel.

Das „Café Majestic“ darf man sich eigentlich nicht entgehen lassen, denn es ist ein Jugendstil-Kaffeehaus mit einzigartigem Ambiente. Die Einrichtung ist noch Original im Stil der 20er: Holz, Leder, Spiegel. Abends gibt’s hier auch Konzerte. Leider hat man uns wieder rausgeschmissen, ehe wir richtig Platz genommen hatten: Hundeverbot!!! Auch das „Café Imperial“ war mal ein Vorzeigecafé. Heute ist dort McDonads drin.

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