Rundgang durch die Altstadt von Key West

Der heutige 1. Weihnachts-Feiertag ist für die Amerikaner ein sehr hoher Feiertag. Die Kinder bekommen ihre Geschenke und so wie wir gestern im Radio gehört haben, stehen iPod und iPad sehr hoch im Kurs. Die großen Supermärkte sind heute alle geschlossen. Viele kleinere Geschäfte, Restaurants, Cafés, usw. schließen heute um 16 Uhr.

Nach dem Mittagessen in einem Fischrestaurant unternahmen wir einen längeren Fußmarsch durch die Altstadt. Wie schon zuvor in einem anderen Bericht erwähnt, gibt es in Key West viel zu sehen, und immer etwas anderes zu sehen.

So sieht man fast auf jeder Straße Hühner und Hähne rumlaufen. Motorrad- und Autofahrer achten auf diese Tiere, die scheinbar zum Straßenbild gehören. Heute sahen wir auch eine Henne mit ihren Kücken, sogar in einer Eisdiele.

Der Friedhof von Key West liegt fast mitten in der Altstadt. Er ist total anders, als wir uns einen Friedhof vorstellen. Wegen des harten Korallengesteins unter der Stadt liegen die Gräber oberirdisch, zugedeckt mit einer dicken Betonplatte. Reiche Familien leisten sich eine Marmorplatte. Viele Gräber sind uralt. Die Betonplatten sind teilweise zerbrochen, liegen schief, sind ungepflegt, verlassen, keiner kümmert sich mehr drum. Es gibt auch keine symmetrische Anordnung der Gräber. Manchmal hat man den Eindruck, da wo gerade noch Platz war, wird jemand hingelegt. Egal welche Himmelsrichtung. Es gibt auch Hochgräber (oder auch Schubladen-Gräber genannt), wie man sie von Spanien her kennt.

Der Friedhof ist 1847 gegründet worden, nach dem ein anderer Friedhof von einem Hurrikan zerstört wurde. Der Friedhof ist aufgeteilt in einen katholischen Teil, einen jüdischen Teil, einen Teil der US-Marine und einen kubanischen Teil.

Die Inschriften bzw. Sprüche auf den Grabsteinen wirken manchmal erheiternd. Oder jemand schreibt: We Love You, Abuelo. Es liegen Baseball-Bälle oder kleine Football-Bälle am Grab, Bonbons, oder ein kleiner Spiele-Würfel. Eine Grabsäule wurde mit Ketten verziert.

Dann fanden wir einen Grabstein, auf dem stand, dass hier 1901 „Frank E. Adams“ beerdigt wurde. Er war der erste Afro-Amerikaner, der während der Dienstzeit getötet wurde.

Und an einem Familiengrab konnten wir dem Grabstein entnehmen, dass auch der Hund dort seine letzte Ruhe fand. Zufällig sahen wir kurz vor dem Ausgang noch eine Riesen-Echse, die sich aber nicht um uns kümmerte. Scheinbar war er Zuschauer gewohnt.

Dann ging es weiter zum „Key West Lighthouse“, der einzige Leuchtturm Floridas, der mitten in einem Wohngebiet liegt. Die untere Hälfte kann man kaum sehen, da sie von Bäumen und Sträuchern zugewachsen ist. Die Spitze sieht man, in einigem Abstand. Der Leuchtturm wurde ebenfalls 1847 erbaut und hat 88 Treppenstufen. Einmal oben angekommen, hat man einen herrlichen Ausblick.

Schräg gegenüber ist das „Ernest Hemingway Home“. Er hat ein paar Jahre hier gewohnt und gearbeitet, und wie böse Zungen berichten, auch gesoffen…

Anschließend haben wir den „Southernmost Point“ aufgesucht. Hier will sich jeder mal fotografieren lassen. Die Leute stellen sich in einer ca. 50 Meter langen Schlange an und warten geduldig, bis jeder ein paar Schnappschüsse gemacht hat. Es soll Floridas meist-fotografiertestes Objekt sein. Streng genommen ist es ja gar nicht der südlichste Punkt vom Festland-Amerika, der liegt im benachbarten „Fort Zachary Taylor“. Aber wer will bei der Größe der USA sich um ein paar hundert Meter streiten…

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