Santiago de Compostela

Die Fahrt von der Westküste Galciens nach Santiago de Compostela war nur 70 km lang. Wir sind am Vormittag bei 18 Grad (in Worten: achtzehn) und strahlend-blauen Himmel losgefahren. Wir haben nun schon den 4 Tag nur Sonne und können es kaum glauben.

Unser erstes Ziel war den CP „As Cancelas“ am östlichen Stadtrand von Santiago = N 42°53’39 W 8°31’41. Ca. 200 m weiter ist die Bushaltestelle, daher sind wir mit dem Bus in die Innenstadt gefahren.

Die Kathedrale mit dem vermeintlichen Grab des Apostels Jakobus macht Santiago de Compostela zum wichtigsten Wallfahrtsziel in Spanien. Die herrliche Altstadt ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden. Wir haben – wie schon gesagt – heute Glück mit dem Wetter. Santiago ist eine der regenreichsten Städte Spaniens mit über 200 Regentage im Jahr. Das erklärt beispielsweise auch den reichen Moosbelag an der Kathedrale. Santiago de Compostela ist nicht nur Pilgerziel, sondern auch die Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft Galicien und liegt in einem weiten grünen Hügelland, das in jüngerer Zeit hauptsächlich mit Eukalyptus wieder aufgeforstet worden ist.

Die Ursprünge und die Entwicklung der Stadt sind aufs Engste mit der Legende um den heiligen Jakobus verbunden, der hier von zwei treuen Jüngern, Athanasius und Theodorus, im Jahr 44 n. Chr. in einem Waldstück begraben worden sein soll. Anfangs, so besagt die Überlieferung, gab es am Grab ein kleines Heiligtum, das jedoch immer mehr in Vergessenheit geriet. Im 9. Jh. war es Einsiedler Pelagius, der über den Wäldern dieser Gegend mysteriöse Lichter sah und den nächsten erreichbaren Bischof, Theodemir, verständigte. Theodemir entdeckte dann – hier schwankt die Quellenlage zwischen 813 und 830 – das Grab des Apostels wieder. Aus heutiger Sicht wer¬fen kritische Stimmen ein, dass der mysteriöse Grabesfund – zum Zweck der Stärkung der Reconquista – eine reine Erfindung von Klerus und Königshaus war. Das jedoch kann bis heute nicht die Ströme der Wallfahrer bremsen.

Im Mittelalter stand Santiago de Compostela hinter Rom und Jerusalem an dritter Stelle der Wallfahrtsziele der Christenheit. Heute kommen in manchen Jahren – speziell während der »Heiligen Jahre«, wenn der Jakobustag, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt – über 10 Mio. Besucher in die Stadt (zum Vergleich: nach Teneriffa kommen im Jahr rd. 4 Mio Besucher). Das nächste »Heilige Jahr« steht in diesem Jahr, also 2010 an.

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