Shenandoah National Park

Nun sind wir im „Shenandoah National Park“ angekommen. Dort auf dem Campground (CG) gibt es keinen Strom und kein W-Lan/Internet. Nur pure Natur. Daher waren wir – zum ersten Mal – für rund 36 Stunden nicht zu erreichen. Für uns war es ohnehin das erste Mal, dass wir auf einem CG nicht am Strom angeschlossen waren. Aber unsere Bord-Batterien waren voll aufgeladen und zur Not haben wir ja noch unser eigenes „E-Werk“ an Bord, ein Strom-Aggregat mit ca. 5.000 Watt. Aber das haben wir gar nicht gebraucht…

Die Fahrt von Waynesboro war ja kurz, nur ca. 15 Minuten. Der Wochenpass für den „Shenandoah National Park“ kostet pro Fahrzeug 15 US$, im Winter 10 US$.

Dieser Nationalpark wird als einer der spektakulärsten Nationalparks des Landes bezeichnet und zeigt zu jeder Jahreszeit ein anderes Gesicht. Zur Zeit blühen viele Wildblumen. Besonders der „Mountain Laurel“ (Berg-Lorber) fällt sofort ins Auge, weil die blühenden Büsche aus dem saftigen Grün heraus leuchten. Während Weißwedelhirsche und Rehe recht oft zu sehen sind, sieht man mit etwas Glück auch Schwarzbären, Luchse und wild lebende Truthähne.

Wir hatten Glück und haben heute einen Schwarzbär gesehen, der gemütlich auf Futtersuche war:

Im „Shenandoan National Park“ gibt es mehr als 800 km Wanderwege.  Dazu gehört auch rund 100 Meilen des „Appalachian Trails“, der insgesamt über 2.000 Meilen lang ist.

Es gibt nur eine Straße, die durch den Nationalpark hindurch führt, und die nennt man „Skyline Drive“.  Der „Skyline Drive“ ist 105 Meinen (170 km) lang und gleicht dem von uns zuvor beschriebenen „Blue Ridge Parkway“: eine Panoramastraße, bei der sich hinter jeder Kurve neue imposante Ausblicke eröffnen. Auch hier gibt es alle paar hundert Meter einen „Overlook“, einen Aussichtspunkt. Vor lauter Staunen sollte man nicht vergessen, dass es hunderte – teils enge – Kurven gibt. Die haben wir nicht gezählt, aber mehr als 180 sind es auf jeden Fall 🙂 Das Tempolimit beträgt 35 mph (ca. 56 km/h), aber es wäre eine Schande, hier durch zu rasen.

Für die ersten 55 Meilen haben wir mehr als 2 Stunden gebraucht und haben den Campground „Big Meadows“ aufgesucht.

Wie schon oben beschrieben, ein CG Mitten in der Natur. Er ist sogar recht groß, also mit vielen Stellplätzen. Zu unserer Überraschung gut belegt, obwohl Mitten in der Woche, sowohl mit Zelten als auch mit Wohnmobilen. An der Rezeption mussten wir erst einmal unterschreiben, dass wir auf folgende Sicherheitshinweise aufmerksam gemacht wurden:

Keine Lebensmittel ausserhalb des Wohnmobils lagern. Keine Mülltüten vor das Wohnmobil stellen. Die Stellplätze für die Camping-Besucher mit einem Zelt haben zusätzliche eine Metallbox, in denen sie die Lebensmittel lagern müssen. Der Grund: die Bären kommen nachts und gehen auf Futtersuche…

Aber nicht nur Bären waren zu sehen. Auch einige Rehe suchten den CG auf und kamen bis auf 15 – 20 m ans Wohnmobil heran.

Zu unserer weiteren Überraschung sahen wir ein „Off-Road-Wohnmobil“ auf den CG fahren, und das mit deutschem Nummernschild. Also haben wir mal vorsichtig angeklopft und lernten „Benny und Steffi“ kennen, ein auf Anhieb äußerst sympathisches Ehepaar, mit denen wir uns sehr gerne noch länger ungerhalten und „gefach-simpelt“ hätten.

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Und auch deren Hund „Diddl“ lernten wir kennen, der uns ebenfalls freudig begrüßte. Die drei stammen aus Ulm und sind seit zwei Jahren unterwegs (Achtung, kein Tippfehler: es sind 2 Jahre…). Benny und Steffi haben ein früheres Feuerwehrauto fast 2 Jahre lang umgebaut und sind nur am Ende ihrer Tour angekommen: am 20.06.2013 wird das Wohnmobil in Baltimore aufs Schiff verladen und die drei fliegen nach Deutschland zurück. Einzelheiten kann man auf deren Website nachlesen, total interessant. Und hoch-professionelle Fotos sind auch zu sehen. Einfach traumhaft. Also, mal hier klicken: Reisenomaden.de.  Ich garantiere, dass jedem das Wasser im Mund läuft und dass man sofort Fernweh bekommt…

Gegen Mittag haben wir eine Wanderung zum Wasserfall „Dark Hollow Falls“ unternommen. Weil die Strecke ziemlich kurz war, haben wir die Wanderung auf dem „Appalachian Trail“ ausgedehnt und sind fast drei Stunden unterwegs gewesen. Auf dem CG gibt es eine „Lodge“, in der man gut und preiswert essen kann. Am Abend gab es dann Country-Musik live á la „Jonny Cash“.

Am heutigen Morgen, also am 12.06.2013, haben wir die CG verlassen und sind den „Skyline Drive“ bis zum nördlichen Ende gefahren, weil wir nun in Richtung „Washington DC“ wollen… Wie schon gesagt: der „Shenandoah National Park“ ist traumhaft schön..

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