Springfield/Illinois

Die wunderbare Stadt Chicago haben wir am Freitagabend verlassen und sind ca. 71 Kilometer süd-westlich nach Yorkville zu einem Campground gefahren. Der Campground Hide-a-way Lakes ist recht groß. Es gibt viele Stellplätze unter Bäumen oder auf der freien Wiese. Einerseits könnte der CG durch den Eigentümer besser gepflegt werden, andererseits – so hörten wir von unserem Nachbarn – ist man dort sehr großzügig hinsichtlich dessen, was man so an Campingausstattung mitbringt und fühlt sich nicht so beobachtet, wie in einem Resort.

Heute sind wir weitergefahren, in Richtung St. Louis/Missouri, 270 km. An einer Tankstelle sahen wir ein Restaurant, das 1) fast keinen freien Tisch mehr hatte und 2) eine sehr ansprechende Einrichtung vorweisen konnte, wie z. B. alte Benzin-Zapfsäulen.

Seit der Abfahrt von Chicago bewegen wir uns ja hin und wieder auf der Route 66. Die Route 66 galt ab 1926, abgesehen vom Lincoln Highway, als eine der ersten durchgehend befestigten Straßenverbindungen zur US-amerikanischen Westküste. Heute sind die verbliebenen Teilstücke der einst 2.448 Meilen (3.939,67 Kilometer) langen Strecke von Chicago (Illinois) nach Santa Monica (Kalifornien), auch Mother of the Roads oder America’s Mainstreet genannt, ein Anziehungspunkt für Touristen und Nostalgiker. In der Stadt Pontiac besuchten wir das Route-66-Museum. Ein kleines Museum, vollgestopft mit Sachen aus den letzen 60 bis 70 Jahre, die irgendwie etwas mit der Route 66 zu tun haben. Der kleine Abstecher von der Interstate 55 lohnt sich. Es wird kein Eintritt verlangt, aber über eine Spende freut man sich.

In Springfield – auf dem halben Weg nach St. Louis – haben wir zum ersten Mal das gefunden, was man in Deutschland einen „Stellplatz“ nennt. Betonierter Untergrund, Strom und Wasser, Abwasser an einer Zentralstelle, W-Lan. Alles zum Preis von 20 US$. In der Nähe der Stellplätze gibt es auch noch einen Campground, dort steht man dann auf einer Wiese und wenn man Glück hat, unter einem Baum. Auch hier der Preis: 20 US$. Aber auf diesem Campground sind die Stellplätze fast alle schräg, so dass man angst haben muss, der Wein läuft aus dem Glas heraus 🙂 Deshalb haben wir die Betonflächen vorgezogen.

Sofort nach dem Abstellen des Wohnmobils haben wir den Friedhof aufgesucht, auf dem das Lincoln-Monument steht. Lincoln war ja bekanntlich 16. Präsident der USA, bis heute sehr beliebt, weil er sich für die Abschaffung der Sklaverei einsetzte. Am 14.04.1865 wurde er von der Gewehrkugel eines Attentäters getroffen und starb ein Tag später. Auf dem Friedhof wurde auch Roy Bertelli beerdigt, der wohl bekannteste Akkordeonspieler der USA.

Die Stellplätze und der Campground sind Teile des „State Fairgrounds“. Das ist ein riesiges Freizeitgelände, wo der Schwerpunkt auf Pferde liegt. Es gibt eine Trab-Rennbahn und hunderte von Pferdeställe. Im „Coliseum“, einem Rundbau ähnlich einer großen Reithalle, finden zur Zeit Wettkämpfe im „Western-Reiten“ statt. Gestern und heute war freies Training. Morgen und übermorgen wird es dann für die Teilnehmer ernst. Es gibt mehrere Klassen, vom Einsteiger bis zum „Professional“. Der „Illinois Reining Horse„-Verein ist Ausrichter der Wettkämpfe. Zufällig lernten wir die Frau eines Trainers kennen, Doug Bogart, der seine Schüler für die Wettkämpfe fit macht. Dougs Vater hat schon Western-Pferde trainiert und – genau wie sein Sohn – viele Preise gewonnen.

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