St. Louis/Missouri

Am Nachmittag sind wir am östlichen Ufer des Mississippis hochgefahren. Nördlich von St. Louis wartet der Highway 100 zwischen Alton und Grafton mit idyllischen 25 Kilometer auf. Zu diesem Gebiet könnte man auch „Drei-Flüsse-Eck“ sagen, denn hier münden der Illinois-River und der Missouri-River in den Mississippi.

Rechts vom Hwy. 100 liegt gemütlich, fast unsichtbar eingebettet in einer dicht bewaldeten Schlucht, das Dorf Elsah, ein Bilderbuch-Dorf mit Steinhäusern aus dem 19. Jahrhundert. Die enge Schlucht und die Bäume sorgen für Schatten, der zu dieser Jahreszeit angenehm ist.

Die Legende von Piasa geht auf das Jahr 1673 zurück und beschreibt ein vogelartiges Monster, welches am Flussufer von einem Pater gesehen wurde.

Vier Meilen hinter Grafton hat uns die kostenlose Fähre Brusseles auf die andere Seite des Illinois-Rivers gebracht, die sich Calhoun County nennt und eine Landzunge ist, siehe roter Pfeil .

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Unsere emsländischen Freunde, die nun in Lemgo zu Hause sind, sollten sich unbedingt mal das Dorf Meppen im Süden dieser Landzunge ansehen. Der Ort mit rund 200 Einwohnern wurde nach der im Emsland gelegenen deutschen Stadt Meppen benannt.

Die Halbinsel Calhoun ist ca. 60 km lang, hügelig, und liegt zwischen dem Mississippi River und dem Illinois River. Die Gemeinde hatte viele wohlhabende Farmen und Obstplantagen. Auch heute noch wird fast ausschließlich Landwirtschaft betrieben. Ein Großteil der Pfirsich-Ernte von Illinois stammt von hier. Weitaus größer jedoch ist der Anteil an Mais, den die Landwirte hier anbauen. Calhoun machte auf uns einen malerischen, verträumten Eindruck. Hektik ist hier ganz bestimmt ein Fremdwort.

Mit der Golden Eagle Fähre, die privat betrieben wird und 8 US$ kostet, überquerten wir den Mississippi River und waren nun im Bundesstaat Missouri.

Am Abend sind wir nach St. Louis gefahren. Seit den 50er-Jahren geht die Einwohnerzahl ständig zurück, da die Menschen immer mehr in die Vororte ziehen. Heute ist St. Louis etwa so groß wie Bielefeld, rund 320.000 Einwohner. Vor etwa 150 Jahren liessen sich  viele deutsche Familien in St. Louis nieder. Es gab sogar deutsche Schulen. Auch die Familie Anheuser zog es hier hin. Sie gründeten mit dem Schwiegersohn die Anheuser-Busch-Brauerei. Wem dieser Name nichts sagt, der kennt bestimmt das Budweiser-Bier, hier kurz nur Bud genannt.

Bekannt ist St. Louis auch für die Musik-Kultur. Zu erwähnen sind das weltbekannte Saint Louis Symphony Orchesters (mehrere Grammy-Awards), die Jazz-Legende Miles Davis (er wuchs in St. Louis auf) und natürlich der schwarze Rock-’n’-Roll-Pionier Chuck Berry. Der betritt selbst im Alter von 86 Jahren immer noch die Musikbühne, und zwar jeden 3. Mittwoch im Monat im Blueberry Hill. Also genau heute! Leider sind die Karten aber schon seit Wochen ausverkauft.

Das Blueberry Hill ist ein musikalisches Wahrzeichen der Stadt, ein Restaurant und Musikclub, gefüllt mit Erinnerungsstücken der Popkultur. Live-Musik gibt´s im Keller. Alle Größen der Musikgeschichte und viele andere Prominente – und nun auch wir 🙂 – waren schon hier: Tina Turner, Ray Charles, Barrak Obama, Hillary Clinton, um nur einige zu nennen.

Und hier noch ein Hinweis für unsere freistehenden Wohnmobile-Freunde: In Grafton, siehe Bild mit dem rot-weissen Leuchtturm, kann man herrlich übernachten. Direkt am Wasser, und 100 Meter zurück gibt es verschiedene Saloons, wo man gut essen kann.

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