Tampa – Grand Cayman – Mexico – Tampa in 6 Tagen

Keine Sorge, diese Tour haben wir nicht mit dem Wohnmobil gemacht. Sondern mit dem Schiff…

Jetzt, wo wir zwei alleine reisen, also ohne unseren treuen Reisebegleiter „Balu“, können wir auch andere Reisen planen. Uschis Wunsch war es schon lange, einmal eine gemeinsame Schiffsreise zu machen. Vor einigen Jahren hat sie ja schon mal mit unserer Tochter Amelie eine Mittelmeer-Rundfahrt mit der „AIDA“ unternommen.

Die Gelegenheit war nun günstig, denn von Florida aus starten viele Schiffe.  Entweder von der Golf von Mexico-Seite oder von der Atlantik-Seite in die Karibik, nach Mexico, Bahamas, oder zu anderen Zielen. Das Angebot ist groß und die Preise niedrig.

Wir haben uns für eine sechstägige Reise mit der „Jewel of the Seas“ in die westliche Karibik entschieden. Von Tampa aus ging es zu den Inseln „Grand Cayman“ und „Cozumel/Mexico“ und dann wieder zurück nach Tampa.

Am Montag, 06.05.2013, gingen wir an Bord. Die Kontrollen waren genauso gründlich wie am Flughafen. Zusätzlich wurde von jedem Gast ein Foto gemacht. Alles war gut organisiert, alles vorbereitet. Jeder bekam seinen „Zimmerschlüssel“ in Form einer Kreditkarte ausgehändigt. Auf dieser Karte ist der Name eingedruckt, die Zimmernummer und die Tischnummer. Außerdem steht hier noch der Bereich vermerkt, wo man sich im Falle einer Katastrophe einzufinden hat. Der „Zimmerschlüssel“ dient gleichzeitig auch als Zahlungsmittel auf dem Schiff. Die Koffer wurden schnell an die Zimmertüre gestellt und wir wurden von unserem „Zimmermädchen“ sehr freundlich empfangen und über alles Wichtige informiert. Wobei: unser „Zimmermädchen“ war ein Boy… 🙂

Um 16 Uhr mussten alle Gäste ihren „Evakuierungsbereich“ aufsuchen, denn alle sollten mit den wichtigsten Sicherheitshinweisen und das Anlegen der Schwimmweste vertraut gemacht werden. Der Kapitän nahm das alles sehr ernst. Es wurde tatsächlich eine Anwesenheits-Kontrolle durchgeführt. Da rd. 10 von 2.500 Passagieren fehlten, ließ der Kapitän sie suchen und an Deck bringen. Alle anderen – also fast 2.490 – mussten somit etwa 20 Minuten warten. Erst als wirklich alle vor Ort an ihrem vorgeschriebenen Platz waren, gab der Kapitän grünes Licht für die Einweisung und das Schiff konnte danach ablegen.

Die „Jewel of the Seas“ ist ja ein deutsches Schiff. Jedenfalls in Deutschland auf der Meyer-Werft in Papenburg gebaut. Nach fast 18-monatiger Bauzeit wurde es im April 2004 ausgeliefert und am 07.05.2004 erstmals mit Gästen in Betrieb genommen.

Das Schiff hat 13 Decks und ist ca. 300 m lang. Es ist schon ein Wahnsinn, was hier alles angeboten wird. Genau genommen ist dieses Schiff ein riesiger Rummelplatz, eine gigantische „Unterhaltungsmaschine“. Entertainment pur. Für jung und alt.

Und genau das ist es, was die Gäste einer Kreuzfahrt wollen: sich unterhalten und unterhalten werden. Alle sind gut drauf, alle sind freundlich. Man wird oft angesprochen und in ein Gespräch verwickelt. So, als wären alle eine große Familie. Für „Miesepeter“ ist hier absolut kein Platz. Langeweile kommt nicht auf: es gibt ein fast unüberschaubares Angebot an Freizeitvergnügen. Hier nun einige erwähnt:

Sport und Bewegung: Tischtennis, Golf, Mini-Golf, Basketball, Fussball, Schwimmen, Volleyball, Fitness-Center. Ein Pool für alle, ein Pool für Eltern mit Kinder, ein Pool für Erwachsene ohne Kinder.

Musik und Tanz: irgendwo gibt es immer Live-Musik, vom Alleinunterhalter bis zur Band-Band, von modern bis klassisch, vom Disco-Fox bis Salza, sowie Linedance.

Weitere Unterhaltung: Casino mit Roulette, Poker, Blackjack, Slot-Machines, Kino, Theater, Bilder-Auktion, Bingo, Single-Treff, verschiedene Seminare, Bücherei, Nintendo-Wii-Center, und vieles mehr.

Dann gibt es natürlich noch die Landausflüge, die man entweder schon auf dem Schiff bucht, oder auf eigene Faust unternimmt.

Und nicht zu vergessen: Essen und Trinken. Alles ist kostenlos, auch alle Getränke, also Wasser, Tee, Kaffee, Cola usw. Soviel man will oder besser gesagt, kann. Nur die alkoholischen Getränke oder die Kaffee-Spezialitäten  bei „Starbucks“ müssen bezahlt werden. Der große Becher Kaffee ist ja mit 2,20 US$ gerade noch bezahlbar. Die Flasche Wein kostet jedoch ab 35 US$ aufwärts. Ja, ja. Peer Steinbrück würde sich auch hier wohlfühlen 🙂

Seine Mahlzeiten kann man entweder am reservierten Tisch (á la Carte) einnehmen oder sucht sich seine Lieblingsspeisen am Buffet selbst aus. Darüber hinaus gibt es noch vier andere Restaurants, wo man – kostenlose – Snacks bestellen kann. Oder Kaffee und Kuchen. Zwei weitere Spezialitäten-Restaurants, die allerdings kostenpflichtig sind, werden ebenfalls angeboten. Oder, oder, oder. Mit Blick auf die Kalorienzahl bzw. Personenwaage kann man gar nicht alles ausprobieren. Es gibt ständig etwas zu essen, von 06:30 Uhr morgens bis nach Mitternacht. Schrecklich!!!

Ich bin ganz sicher, dass ich beim Aufzählen vieles vergessen habe. Uschi und ich waren ständig unterwegs und suchten uns aus dem großen Angebot das heraus, was uns interessant erschien. So waren die Tage gut ausgefüllt. Die Abende auch. Ich weiss gar nicht, wann wir zuletzt mal ein einer Disko waren… :-)) Jeden Abend gab es im Theater – 600 Sitzplätze – mindestens eine Show. Es wurde live gesungen und die Schiffsband spielte ebenfalls live.

Es hat uns schon am ersten Tag gut gefallen. Mit jedem Tag aber noch mehr.  Für mich war es ja eine neue Erfahrung, aber eine sehr positive. Und ehrlich gesagt, die Fahrt hätte auch gerne noch länger andauern können…

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