Unwetter in Norditalien

Wiesbaden (Q.met), 05.10.2010 – Schwere Wolkenbrüche und Gewitter gingen in der Nacht von Montag auf Dienstag über der Toskana nieder. Am schwersten betroffen hiervon war die Region nahe Florenz.

In Prato ertranken drei Menschen in ihrem Auto in einer Unterführung, ein zweites Auto in einer anderen Unterführung gibt noch Rätsel um mögliche weitere Opfer auf.

Auch die Region Ligurien wurde besonders zwischen Savona und Genua von heftigem Regen heimgesucht. Am Montag war hier zuweilen der Flughafen gesperrt. Zwar ist dieser inzwischen wieder geöffnet, doch die Infrastruktur entlang der Küste wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Überschwemmungen und Erdrutsche haben hier ihre Spuren hinterlassen.

Der Mittelmeerraum ist in der herbstlichen Übergangsjahreszeit traditionell der Schauplatz heftiger Unwetter. Die dazu notwendige Energie beziehen die Unwetter von den noch sommerlichen Wassertemperaturen des Mittelmeers. Dabei kann reichlich Wasser verdunsten. Ausgelöst werden die Unwetter meist von kühlerer Luft in höheren Schichten, die von Nordwesten her zu dieser Jahreszeit immer häufiger bis in den Mittelmeerraum vordringt.

Udo Baum
Diplom-Geograf und Meteorologe

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