Ver- und Entsorgung eines RV

Einige Wohnmobilfreunde aus Deutschland haben mich gefragt, wie es in den USA mit der Versorgung eines Motorhomes mit Strom, Wasser usw. geht. Meine Antwort zuerst: ganz einfach…

Ein RV muss ja in USA ebenso wie in Deutschland mit Strom und Wasser versorgt werden. Ausserdem muss das sogenannte „Grauwasser“ (Greywasser = aus Dusche und Spüle) und das „Schwarzwasser“ (Blackwater = Fäkalien) aus dem Motorhome raus.

Und das geht in USA ganz anders, als in Deutschland/Europa.

Zunächst einmal gibt es immer auf der linken Fahrzeugseite, also Fahrerseite, im mittleren oder hinteren Bereich des RV zwei Stau-Klappen, hinter der sich einmal ein dickes Stromkabel befindet und in einer anderen Klappe die Schieber für das Abwasser.

Selbst ein ganz einfach ausgestatteter Stellplatz hat auf der linken Seite zumindest einen Stromanschluss. Dort schließt man  sein Stromkabel an, entweder in die 30 oder die 50-Ampere Steckdose. Man braucht also nicht mit einer Kabeltrommel – wie in Europa – den nächsten Schaltkasten suchen, wo man sein Kabel anschließt.

Schon etwas komfortablere Stellplätze bzw. Campgrounds bieten auf der linken Stellplatz-Seite nicht nur die Stromversorgung, sondern auch das Frischwasser, Abwasser, Telefon und Kabel-TV an. Und wie schon gesagt: für jeden einzelnen Stellplatz!

Niemand in USA rennt mit einem „Porta-Potti“ oder einer 25 Liter „Thetford-Cassette“ quer über den Campground, um sein „Blackwater“ zu entsorgen. In den Motorhomes sind die Behälter für Greywater und Blackwater so um die 150 bis 200 Liter jeweils. Bei uns im RV ca. 178 Liter je Tank.

Will man nun seine Behälter entleeren, so schließt man zunächst einen transparenten 90 Grad-Bogen an das Abfussrohr vom RV an. Das hat den Grund, dass man nun sehen kann, wann die Tanks leer sind, und zwar dann, wenn nichts mehr rauskommt 🙂

An diesen 90 Grad-Bogen schließt man einen ca. 10 cm dicken, flexiblen Schlauch, wenn man ihn auseinander zieht ist er ca. 3 m lang, an das Entsorgungsrohr im Erdbereich an und öffnet in der Stau-Klappe den Schieber. Zuerst für Blackwater, dann für Greywater. Dadurch wird der Schlauch gespült. Man kann nun in den Blackwater-Behälter Wasser einfüllen, um den Tank zu reinigen. Ist in der Stauklappe etwas daneben gelaufen, so hat man einen kleinen Duschschlauch, um mit Warm- oder Kaltwasser zu reinigen.

Oberhalb einer Stauklappe sitzt die Öffnung für den Frischwassertank. Der ist bei uns ca. 246 Liter. Man kann nun einen Schieber betätigen (Fresh-Water), um den Frischwasser-Tank aufzufüllen. Oder man stellt den Schieber auf „Local supply“, um das Wasser direkt zu den Verbrauchsstellen (wie Spüle in der Küche, Dusche und Toilette zu leiten). Der Vorteil: man hat immer frisches Wasser, da es ja nicht erst in den Wassertank läuft. Die Wasserpumpe braucht nicht anspringen, da der Druck groß genug ist. Deshalb brauchen die Motorhomes in USA auch keine größeren Frischwasser-Tanks, z. B. von 400 Litern in Luxus-Wohnmobilen der Marke „Phönix“ in Deutschland.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Gas (LPG). Unser Gastank ist 104 Liter groß. Gasflaschen schleppen und austauschen ist nicht mehr. Ausserdem haben USA-Motorhomes einen Stromgenerator serienmäßig an Bord. Der im Damon Challenger eingebaute Generator hat eine Leistung von 5.500 Watt und erzeugt aus Benzin den Strom.

Ja, die Amerikaner sind doch ganz schön schlau… 🙂

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