Visum beantragen in US-Botschaft

Am 15.10.2012 sind Uschi und ich nach Berlin gefahren, um in der US-Botschaft ein Visum zur Einreise in die USA zu beantragen.

Ein B1/B2-Visum (B1 für Geschäftsreisende und B2 für Touristen) ist notwendig für all diejenigen, die beispielsweise länger als neunzig Tage im Land bleiben möchten und in den USA keinen Wohnsitz gründen wollen.

Wie bei den meisten anderen Nichteinwanderungsvisa auch, muss der Antragsteller dem Konsulat nicht nur den Zweck seiner Reise glaubhaft nachweisen. Er muss darüber hinaus belegen können, dass er die USA nach einem zeitlich begrenzten Aufenthalt wieder verlassen wird, dass er einen festen Wohnsitz außerhalb der USA hat, den er auch beibehalten möchte, und dass es ihm möglich ist, die Kosten für Reise und Aufenthalt zu tragen.

Und da es durchaus sein kann, dass wir auch mal länger als 3 Monate die USA bereisen möchten, haben wir das Visum beantragt. Man muss zuvor im Internet einen Fragebogen ausfüllen und sein Passfoto hochladen.

Um es vorweg zu sagen: die gesamte Abwicklung, vom Internet-Fragebogen über das Hochladen des Fotos, das Bezahlen und Vereinbaren eines Interviewtermins, ist perfekt geregelt und aus meiner Sicht nicht zu verbessern. Sämtliche Mitarbeiter der Botschaft waren sehr freundlich.

Der gestrige Termin lief wie folgt ab:

Wir hatten für 10 Uhr einen Termin und waren bereits um 09:45 Uhr beim „Pförtner“ der Botschaft, der uns bereits an der Aufgangstreppe an der Straße freundlich begrüßte und unsere schriftliche Terminbestätigung kontrollierte.

Nach dem das geklärt war, wurden wir in das erste Gebäude geleitet. Dort wurden unsere Reisepässe geprüft und wir mussten uns einem Sicherheits-Check unterziehen, ähnlich dem Check der am Flughafen üblich ist.

Danach durften wir in das eigentlich Botschaftsgebäude gehen. Der nächste Mitarbeiter übergab uns einen Zettel auf dem stand, was an Unterlagen gefordert wird. Das war die Bestätigung, die man nach erfolgter Anmeldung im Internet sich selbst ausdruckt, die Bestätigung über die Einzahlung der Gebühren (pro Person 128 EUR), ein Passfoto in der Größe 5×5 cm, ein an sich selbst frankierter Briefumschlag und natürlich der Reisepass. Zum Sortieren der Unterlagen standen mehrere Stehpulte bereit.

Die nächste Mitarbeiterin hat die Unterlagen auf Vollständigkeit geprüft und danach mussten wir kurz warten, um an einem Schalter die Unterlagen abzugeben. Dann durften wir Platz nehmen und warten, bis wir zum Interview aufgerufen wurden.

Das dauerte aber noch keine 10 Minuten, dann waren wir dran. Zuerst gaben wir unsere Fingerabdrücke ab. Dann wurden wir von einer Mitarbeiterin gefragt:

— sind Sie Rentner?

— warum wollen Sie in die USA?

— wie lange bleiben Sie?

— wer kommt für die Kosten auf?

— haben Sie Eigentum in Deutschland?

— haben Sie Kinder?

Das war es. Mehr nicht. Nach Beantwortung der letzten Frage sage sie, dass uns das Visum erteilt wird und wir innerhalb von 5 Tagen unsere Reisepässe auf dem Postwege nach Hause geschickt bekommen. Fertig!

Und heute, schon 2 Tage nach der Beantragung, waren unsere Reisepässe mit dem begehrten Visum-Eintrag bei uns im Briefkasten.

Übernachtet haben wir in dem „Apartment-Hotel-Dahlem„, das direkt neben der Botschaft liegt. Ich wollte uns ersparen, vor dem Besuch der Botschaft noch lange Wege mit dem Auto oder mit der U-Bahn zu machen und dann evt. wegen eines Staus (in Berlin wird immer noch viel gebaut) unpünktlich zu sein. Für eine Nacht kann man es in diesem Hotel aushalten. Aber längere Zeit muss es nicht unbedingt sein. Dafür gibt es in Berlin viel zu viele gute Hotels…

Nach dem Botschaftstermin haben wir uns in die U-Bahn gesetzt und sind zur Stadtmitte gefahren. Das Wetter war perfekt, wie man an den nachfolgenden Bildern sieht. Und der Tipp vom Olaf war großartig und passte auch zum Thema „USA“: das Restaurant „Tony Roma´s“ hat tatsächlich solche Ribs, wie die Werbung verspricht: „So zart, dass das Fleisch sprichwörtlich vom Knochen fällt – die Ribs von Tony Roma’s sind legendär…“ Es waren die besten Ribs, die wir je gegessen haben!

Danach ging es weiter zum Nikolaiviertel, um die leckeren Tigertörtchen zu kosten. Von dort aus noch einen Abstecher nach Sarah Wieners Bio-Bäckerei, um herzhaftes Bio-Brot einzukaufen.

Den Tag haben wir dann mit einem Besuch des Musicals „Tanz der Vampire“ ausklingen lassen. Das Musical ist ein echter Knaller: tolle Musik, toller Gesang, tolle Tänze, furioses Bühnenbild. Drei Stunden Super-Unterhaltung. Und diesmal bin ich auch nicht eingeschlafen.. 🙂

Eigentlich wollten wir an diesem Abend das WM-Qualifikationsspiel „Deutschland-Schweden“ live im Olympia-Stadion ansehen. Aber bei Eintrittspreisen von 95 EUR pro Person haben wir dann dankend abgelehnt. Und nach dem wir nach dem Besuch des Musicals im Fernsehen über Spielergebnis und Verlauf informiert wurden, waren wir froh, nicht ins Stadion gegangen zu sein: die deutsche Mannschaft hat nach einer 4:0-Führung noch den Sieg verschenkt und ist über eine 4:4-Blamage nicht hinaus gekommen :pissedoff:

Fahrstrecke: Lemgo-Berlin = 356 km, 4:05h

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