Washington – Teil 1

Über Washington viel zu erzählen ist wahrscheinlich nicht notwendig. Da kann man alles im Internet nachlesen. Deshalb hier nur ganz kurz:

Washington, D.C. ist die Hauptstadt und der Regierungssitz der Vereinigten Staaten. Die Abkürzung D.C. steht für den Bundesdistrikt District of Columbia, den die Stadt vollständig ausfüllt und mit dem sie heute geografisch identisch ist.

Der Distrikt ist kein Bundesstaat und gehört zu keinem Bundesstaat, sondern ist dem Kongress der Vereinigten Staaten direkt unterstellt. Die Stadt ist benannt nach George Washington, dem Oberbefehlshaber im Unabhängigkeitskrieg und ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Zuerst aber mal zum Wetter: für heute wurden starke Gewitter und schwere Regenfälle angekündigt. Wie man unten auf den Fotos sieht, war das Wetter sehr unterschiedlich. Von himmelblau und wolkenlos bis tiefgrau/schwarz wurde alles geboten. Und genau in dem Moment, als wir im „Lincoln Monument“ waren, kam ein starker Regenschauer, der aber nach 10 Minuten zu Ende war. Danach kühlte es auch merklich ab und insgesamt war es für uns den ganzen Tag ok.

Von Campground sind wir zur Metro-Station mit dem Auto gefahren, dann mit der Metro zur Innenstadt. Diese Fahrt dauerte nur 20 Minuten.

Für uns ist Washington die Stadt der Monumente/Memorials und der Museen. Noch nie haben wir eine Stadt erlebt, wo so viele Monumente zu besichtigen sind. Hier nur eine kurze Auswahl:

  • Lincoln Monument
  • Albert Einstein Memorial
  • Vietnam Memorial
  • Korea Memorial
  • 2. Weltkrieg Memorial
  • Washington Monument
  • Martin Luther King Memorial
  • Thomas Jefferson Memorial

und es gibt ganz, ganz viele mehr…

In Washington gibt es die größte Museen-Dichte auf der ganzen Welt. Der Eintritt ist fast überall kostenlos. Nur vier Museen verlangen Eintritt, wobei es sich hier um „private“ Museen handelt, wir z. B. „Madame Tussauds“. Man könnte wahrscheinlich Wochen damit verbringen, sich nur in den Museen aufzuhalten und die Schätze, Kunstwerke und Grafiken aus Amerika und der ganzen Welt auf sich wirken zu lassen. Die Zeit haben wir natürlich nicht.

Zunächst sind wir mit einem „Stadt-Rundfahrt-Doppeldecker-Bus“ durch die Innenstadt gefahren. Man kann ein Tagesticket oder ein 2-Tage-Ticket kaufen und vier verschiedene Linien wahlweise im ganzen Stadtgebiet so oft man will benutzen. Unsere erste Fahrt dauerte drei Stunden. Dabei war das nur eine von den vier Linien…

Am Ausgangspunkt zurück gekommen, haben wir zunächst das Capitol besucht und auch das Visitor-Center. In sämtlichen öffentlichen Gebäuden gibt es Eingangskontrollen wie am Flughafen. Aber das finden wir in der heutigen Zeit – leider – ok.

Das Capitol ist das weltweit berühmteste Symbol für eine demokratische Regierungsform. Seit dem Jahre 1800 ist es der Sitz des Kongresses. Hier werden Bundesgesetze für das ganze Land erlassen, der Präsident in sein Amt eingeführt, und hier hält er auch seine Rede zur Lage der Nation.

Bereits 1793 war die Grundsteinlegung durch den Präsidenten „Georg Washington„. Als die Regierung im Jahre 1800 von Philadelphia nach Washington umzog, war das Gebäude noch nicht fertig und man konnte erst nur den Nordflügel, später dann den Südflügel beziehen. Ein kriegsbedingter Brand verzögerte die Fertigstellung. Es dauerte fast 60 Jahre, bis der Senat und das Repräsentantenhaus ihre Plenarsäle in der heutige Form beziehen konnten.

Am 2. Dezember 1863 wurde die Statue „Freedom“ in einer Höhe von 88 Meter an der Spitze der Kuppel angebracht. Von der Statue „Freedom“ steht in der Eingangshalle ein Modell.

Danach waren wir im Supreme Court, dem höchsten Gericht in den USA.  Zunächst sahen wir vor dem Gebäude mehrere Kamera-Teams und Scheinwerfer aufgebaut, sowie eine Nachrichten-Sprecherin, die gerade ihren Text lernte. Erst am Abend im Wohnmobil angekommen, lasen wir im Internet, dass der Supreme Court heute folgende Entscheidung getroffen hat:

Auszug aus „Spiegel-Online“ von heute: Das Oberste Gericht der USA hat in einer Grundsatzentscheidung Patente auf menschliches Erbgut verboten. Die menschliche DNA sei ein „Produkt der Natur“, das nicht patentiert werden könne, erklärte der Supreme Court am Donnerstag. Künstlich nachgeahmtes Erbgut, sogenannte cDNA, könne aber sehr wohl patentiert werden, „da es nicht von der Natur hergestellt wird“, erklärte das Gericht weiter. Die Entscheidung der neun Richter war einstimmig. 

Wir konnten uns im Gebäude fast überall aufhalten, unter anderem in der Kantine. Den Insider-Tipp hatten vor tags zuvor auf dem CG erhalten. In der Kantine kann man sehr gut und sehr preiswert essen. Die Kantine wird von den Richtern, Anwälten und Besuchern gleichermaßen genutzt. Und das war für uns doch eine tolle Sache, mal mit Richtern vom Supreme Court an einem Tisch zu sitzen 🙂

Den Abraham Lincoln, der auf seinem Stuhl sitzt, sieht man ja in Film und Fernsehen schon mal öfters. Für Uschi ging heute ein Wunsch in Erfüllung, ihn einmal „Live“ zu sehen. Lincoln war 16. Präsident der USA,  er war der erste aus den Reihen der Republikanischen Partei und der erste, der einem Attentat zum Opfer fiel. Er war Gegner der Sklaverei.

Washington war heute „gut gefüllt“ mit Besuchern aus aller Welt. Wir haben deutsche und nord-europäische Stimmen gehört, Asiaten gesehen, mit einer Argentinierin gesprochen, uns mit einer Amerikanerin aus Indiana unterhalten, die mit ihrem Mann zwei Jahre in Fulda gewohnt hat. Darüber hinaus haben wir tibetanische Mönche auf den Weg ins Capitol beobachtet. Erstaunlich – aber durchaus positiv – war für uns zu sehen, dass gerade viele junge Menschen sich für die Stadt, für ihre Geschichte, somit auch für die Geschichte der USA, aber auch für die Gegenwart interessieren…

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