Washington – Teil 2 = Arlington

Schon am frühen Morgen begrüßte uns die Sonne und daher ging es zügig mit der U-Bahn (Metro) zum Nationalfriedhof Arlington. Arlington liegt westlich von Washington D.C. und des Potomac River und somit im Bundesstaat Virginia.

Es sollen seit der Errichtung 1864 nun ca. 300.000 Beisetzungen stattgefunden haben. Täglich, so steht es auf einem Hinweisschild, finden etwa 30 Beerdigungen statt, im Jahr ca. 7.000. Aber nicht jeder darf dort beerdigt werden. Ein Anrecht hat jedes aktive oder ehemalige Mitglied der Streitkräfte der USA und deren Ehepartner sowie deren Kinder. Und der Präsident der USA. Mit rund 252 ha ist es der zweitgrößte Nationalfriedhof der USA. Der New Yorker Nationalfriedhof ist größer.

in Arlington wurden bisher drei Staatsbegräbnisse abgehalten, für die Präsidenten William Howard Taft (1930) und John F. Kennedy (1963) sowie für General John J. Pershing (1948).

Zur Grabstätte von John F. Kennedy pilgern tagtäglich tausende von Besuchern. Die Grabstätte des am 22. November 1963 ermordeten 35. Präsidenten der USA befindet sich in einer Linie mit der über den Potomac River führenden Arlington Memorial Bridge und dem Lincoln Memorial. Die Idee für die Errichtung einer ewigen Flamme hatte die Witwe Jacqueline Kennedy. Sie und zwei der gemeinsamen Kinder, die nach der Geburt nur wenige Stunden bzw. zwei Tage gelebt haben, wurden neben JFK beigesetzt. Nur wenige Schritte entfernt wurden zwei seiner Brüder beerdigt: Robert und Edward Kennedy. Für den 1944 über dem Ärmelkanal abgestürzten Joseph P.  Kennedy, ebenfalls ein Bruder von JFK, wurde zum Andenken ein Grabstein aufgestellt.

Danach sind wir zum Grabmal des Unbekannten (früher: Grabmal des unbekannten Soldaten) gegangen, das seit 1948 bewacht wird. Dort findet jede Stunde eine Wachablösung statt.

Dann haben wir uns noch das Pan Am Flight 103 Memorial angesehen. Es besteht aus 270 Steinen, die aus schottischem Lehm geformt wurden und an die Opfer erinnern, die beim Lockerbie-Anschlag, bei dem am 21. Dezember 1988 259 Insassen einer Boeing 747 der Pan Am und 11 Personen am Boden starben, nachdem libyschen Terroristen über der schottischen Kleinstadt Lockerbie eine Bombe an Bord zündeten.

Der gesamte Nationalfriedhof beeindruckt durch seine Größe und durch seine Gestaltung. Fast alle Grabsteine sind hellgrau und schlicht gehalten. Es gibt nur wenige Ausnahmen, wo die Grabsteine größer bzw. anders gestaltet sind. Wie wir den Beschriftungen entnehmen konnten, waren das die Grabsteine von ehemaligen Generälen und andere hochrangige Soldaten. Der gesamte Untergrund auf dem Friedhof besteht aus Rasen. Natürlich mit Ausnahme der Wege. Frische Blumen an den Gräbern sieht man nicht. Es ist alles gepflegt. Trotz der vielen Menschen sieht man keinen Müll herum liegen.

Der Friedhof wurde auf einem kleinen Hügel errichtet. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf Washington D.C. sowie auf das Pentagon, das nur vielleicht ein Kilometer entfernt ist.

Von letzter Ruhe kann man allerdings nicht sprechen: fast im Minutentakt starten Flugzeuge von nahegelegenen Flughafen…

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