Washington – Teil 4

Heute besuchten wir das National Museum of the American Indian, also das Nationalmuseum der Indianer. Es stellt Objekte zu Leben und Sprache, Literatur, Geschichte und Kunst der Indianer ganz Amerikas aus. Der Eintritt war – wie bei fast allen Sehenswürdigkeiten in Washington – kostenlos.

Am 21. September 2004 eröffnete das Museum – nach 15 jähriger Planungs- und Bauzeit – seine Pforten. Es ist das größte Museum der Welt für indianische Kulturen. Der Bau kostete 219 Millionen Dollar, wovon fast die Hälfte von privaten Spendern aufgebracht wurde. Der Staat leistete einen Beitrag von 123 Millionen Dollar.

Noch heute gibt es viele Indianer in den USA. Die Indianer sind die Ureinwohner, die den Kontinent bereits vor der 1492 einsetzenden Kolonisierung durch Europäer besiedelt hatten.

Während in Kanada 2006 knapp 700.000 Menschen (2,1 % der Bevölkerung) als Indianer galten, waren es in Nordamerika rund 3,5 bis 4 Millionen. Innerhalb der Staaten lassen sich dabei Schwerpunkte erkennen. So lebt der überwiegende Teil der US-Indianer in Kalifornien, Arizona, New Mexico und Oklahoma. In Lateinamerika leben hingegen 65 bis 70 Millionen Indianer, davon etwa die Hälfte in Mexiko, ein weiteres Drittel in den Andenländern.

Gibt es in Washington noch Geheimtipps? Vielleicht. Unser nächster „Halt“ war das ehemalige Postgebäude von 1899, das The Old Post Office, und wir haben es als Tipp genannt bekommen. Der Glocken-Turm ist 96 m hoch. Erst fährt man mit einem modernen Glas-Aufzug, dann wechselt man in einen Holz-Aufzug.

Es ist ein Aussichtspunkt in unmittelbarer Nähe des FBI-Gebäudes. „The Old Post Office“ ist ein restauriertes Postamt, welches in den beiden unteren Etagen mit Geschäften und Restaurants angefüllt ist. Das imposanteste aber ist der Aussichtspunkt vom Uhrenturm, der vom National Park Service unterhalten wird. Kostenfrei hat man hier einen tollen 360 Grad Rundblick, vom Capitol bis zum Pentagon und sogar noch einen kleinen Teil vom Weißen Haus sieht man. Man sieht aber auch, dass viele Dächer und Terrassen schön bepflanzt sind.

Am Nachmittag ging es dann weiter nach Georgetown. Das ist ein Stadtteil, der als „Schickimicki“- Stadtteil angesehen wird. Es ist eines der teuersten Wohnviertel Washingtons, das wegen seiner Nähe zur Innenstadt, der historischen Architektur und der urbanen Atmosphäre geschätzt wird. Zu seinen Bewohnern zählen unter anderem der ehemalige Präsidentschaftskandidat John Kerry, die frühere US-amerikanische Außenministerin Madeleine Albright.

Die M-Street ist von tausenden, meist jungen Leuten bevölkert. Geschäfte wechseln sich zu beiden Seiten der Straße mit Restaurants und Cafés ab. Autos und Busse verstopfen die Straße. Aber das scheint niemanden zu stören.

Zur Tee-Stunde sind wir ins Ching Ching Cha eingekehrt. Hat man das Teehaus betreten, scheint man meilenweit vom Shopping-Wahnsinn der M-Street entfernt zu sein. Dabei ist man nur um die Ecke gegangen…

Hier kehrt man ein für eine Tasse des aussergewöhnlichen Tees, über 70 verschiedene Sorten werden angeboten, und man hat die Qual der Wahl.

Etwas unterhalb der M-Street befindet sich der Washington Harbour Complex, und zwar  an der K-Street, mit seinen Freiluftbars und Restaurants an der Wasserseite. Die Wege am Ufer werden zum Joggen und Flanieren genutzt. Es legen Ausflugsboote an und kleinere Yachten zeigen ihre Eigentümer in Badekleidung auf dem Sonnendeck.

Nach drei Tagen Washington sind wir der Meinung, dass man viel länger hier aushalten kann. Alleine schon die Museen zu besichtigen schafft man nicht in 14 Tagen. Aber ausser Museen gibt es noch jede Menge zu sehen. Washington macht auf uns einen sehr modernen Eindruck, es ist eine junge und lebendige Stadt. Es gibt viele grüne Parks und auf vielen Straßen spenden Laubbäume Schatten. Auf ein Auto kann man getrost verzichten. Die Metro und die Busse sind ausgezeichnet.

Wir haben uns gerne hier aufgehalten und können jedem diese schöne Stadt Washington nur empfehlen…

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