Wir verlassen Key West

Die „Keys“ sollte man einfach mal gesehen haben, wenn man schon in Florida ist. Florida und die Keys sind für viele Amerikaner und Kanadier das, was die Kanarischen Inseln für die Europäer sind: traumhaft schöne Rückzugsgebiete mit hervorragenden klimatischen Bedingungen, wenn in der eigenen Heimat zum Teil tiefer Winter ist.

Wir verlassen die „Florida Keys“ und fahren zurück zum Campground „Miami Everglades Resort“, wo wir zuvor schon einmal waren. Alleine schon die Fahrt über die Keys ist atemberaubend…

Die „Keys“ sind eine Kette aus über 200 Koralleninseln mit einer Gesamtlänge von über 290 km (180 Meilen). Sie liegen vor der Südspitze der Halbinsel Florida zwischen dem Golf von Mexiko und dem Atlantischen Ozean.

Bis zu einem Hurrikan im Jahre 1935 waren die Inseln durch eine Eisenbahnlinie verbunden. Heutzutage erreicht man die Inseln über die 42 Brücken des Overseas Highway, der anstelle der Eisenbahnlinie errichtet wurde und bis nach Key West reicht. Die bekannteste der Brücken ist die „Seven Mile Bridge“. Sie verbindet Vaca Key (Marathon) mit Bahia Honda und überquert dabei Pigeon Key. Ihrem Namen entsprechend hat diese Brücke eine Länge von sieben Meilen (rund 11 km).

Die Reste der zuvor erwähnten Eisenbahnlinie kann man heute noch sehen. Teilweise dient sie heute als Fahrrad- oder Joggingstrecke. Andere nutzen sie zum Angeln. Teilweise ist die Strecke so unterbrochen, dass man sie nicht betreten kann. Dann haben diverse Vogelarten alte Eisenbahnlinie in Beschlag genommen…

Direkt hinter der „Seven Mile Bridge“ auf der linken Seite liegt das Restaurant „Porky´s„. Porky’s ist ein für die Florida Keys typisches, bodenständiges Open Air-Restaurant. Die unmittelbare Lage am Highway ist etwas gewöhnungsbedürftig; an den Tischen zum Bootshafen hin sitzt man viel schöner. Man hat einen Blick auf die Boote und die Pelikane. Gute Stimmung mit Live-Musik gibt es am Wochenende. Das Essen ist durchweg gut, aber nicht außergewöhnlich; es werden hauptsächlich Spare Ribs und fangfrischer Fisch angeboten. Der Service ist freundlich, schnell und man wird persönlich betreut und fühlt sich wie zu Hause. Auch das Preis- Leistungsverhältnis stimmt hier. Wenn man kein stilvolles Dinner, sondern einen netten Abend unter Freunden mit dem typischen Flair der Keys verbringen möchte, ist Porky’s genau die richtige Wahl.

Etwas weiter liegt dann das „Dolfin Research Center (DRC)„. Die Gründung geht schon auf das Jahr 1958 zurück und so berühmte Delfine wie der „Flipper“ aus der damaligen Fernsehserie stammen von dort. Neben rund 20 Delfinen gibt es auch ein paar Seehunde.

Das DRC nennt sich „non-profit-center“, eine Einrichtung zur sanften Ausbildung von Delfinen, Forschung und die Vermittlung von Wissen rund um die Delfine. Non-profit könnten man mit „gemeinnützig“ übersetzen. Wir hatten allerdings den Eindruck, dass der Profit im Vordergrund steht. Man kann mit Delfinen schwimmen, einen Tag mit den Trainern arbeiten usw. Aber alles für viel Geld. Jede halbe Stunde einen andere Show. So gibt es zum Beispiel ein „Dolfin Dip“, das soll schwimmen und tauchen mit Delfinen sein. Kostet 120 US$ (92 EUR) pro Person. Und dauert 20 Minuten. Dann in einer Gruppe von 8 Teilnehmern. Dann waren wir auch entsetzt, wie klein die einzelnen „Gehege“ waren, in den die Tiere schwimmen. Von „großzügiger Anlage“ kann keine Rede sein. Und skeptisch bin ich immer, wenn man schon am Eingang durch einen Laden geführt wird, wo man zum Kauf von tausenden von Sachen angeregt werden soll.

Insgesamt hatte ich schon den Eindruck, dass auf Kosten der Tiere eine Menge Geld gemacht wird und daher sind wir schon nach kurzer Verweildauer verschwunden…

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Uschi

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