2 Tage im Capitol Reef NP

Capitol Reef Nationalpark

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Der NP ist fast 1.000 qkm groß und bietet eine beachtliche Ansammlung bunter Felsen und steiler Tafelberge. Dreh- und Angelpunkt des Parks ist die sogenannte Waterpocket Fold, eine 160 km lange Falte innerhalb der Erdkruste, die sich als einen in die Länge gezogenen Gebirgszug präsentiert. Der Name Reef wurde von Siedlern verpasst, weil der massive Felskamm so unüberwindbar wie ein Riff erschien. Die Felskuppen aus Sandstein verglichen sie offenbar mit dem Capitol in Washington D.C.

Die ersten Siedler waren Fremont-Indianer, die etwa von 700 n. Chr. bis 1250 hier lebten und dann plötzlich verschwanden. Später ließen sich Indianer des Ute-Stammes nieder, die aber von Forschern, Missionaren und Landvermesser vertrieben wurden.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich Mormonen an, die Obst anbauten und damit den Ort Fruita inmitten des heutigen Nationalparks gründeten. In der Blüte-Zeit lebten in Fruita bis zu 10 Familien. Eine Oase in der Wüste. Entstanden durch den Fremont River…

Es gab verschiedene Wohnhäuser, eine Schule, einen Schmid und alles was ein Dorf so braucht. Die Mormonen lebten zuerst von dem, was der fruchtbare Boden hergab. Sie legten große Obstgärten an und bewässerten alles durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem. Der Fremont River gab immer schon genügend Wasser her. Später kam noch der Handel mit Obst dazu.

Die Obstgärten sind heute noch zu sehen. Man darf das Obst selber pflücken und kostenlos essen. Nur was man mitnimmt, muss bezahlt werden. Nach der Schaffung des Capitol Reef National Monuments 1937 (später dann Capitol Reef NP) zogen die Bauern mit ihren Familien in andere Gebiete. Die Schule wurde 1939 geschlossen und 1940 wurde das Dorfleben ganz aufgegeben.

Wir sind hier auf dem Fruita-Campground, der uns mit dem Lifetime-Pass 10 US$ pro Nacht kostet, sonst 20 US$. Es gibt keinen Strom, aber eine Entsorgungsstation mit Trinkwasser. Viele der 70 Stellplätze sind so groß, dass eigentlich 2 Wohnmobile sich nebeneinander stellen könnten. Der dichte Baumbestand spendet ausreichend Schatten.

Die Temperaturen klettern nun hoch, es ist schließlich Mitte Juni. Gestern hatten wir 33 Grad C im Schatten. In der Nacht fallen die Temperaturen aber auf kühle 15 Grad.

Unmittelbar neben dem Campground liegt das Gifford Farmhouse. Hier kann man morgens frische Brötchen kaufen oder selbst gemachten Kuchen, Marmeladen und sündhaft leckeres Eis…

Maultier-Hirsche schlendern gemütlich in den Parkanlagen und am Campground vorbei.

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Am ersten Tag sind wir den River-Trail gelaufen

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der nicht allzu lang ist, dafür nach 235 überstandenen Höhenmeter schöne Ausblicke auf die Oase Fruita bietet:

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Der 11 km lange Scenic-Drive ist gesperrt. Von anderen Besuchern haben wir gehört, dass man den wegen seiner Schönheit gar nicht auslassen darf. Starke Regenfälle in den letzten Tagen vor unserer Anreise haben diese Straße unbenutzbar gemacht, daher gesperrt. Da kann man leider nichts machen…

Dafür haben wir wieder eine sehr schöne Wanderung eingelegt: Über den Grand Wash-Trail sind wir zum Cassidy Arch-Trail gegangen. Der Grand Wash ist mit seinen 3,6 km kein anstrengender Weg. Aber ein schöner. Er führt durch eine enge Schlucht, die Felsen links und rechts sind teilweise 300 bis 400 m hoch und kerzengerade.

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Dann der Cassidy Arch-Trail:

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dieser Wanderweg wird als „anstrengend“ eingestuft, wovon wir uns sofort überzeugen konnten. Der erste Teil ging treppenförmig und in Serpentinen hoch. Danach immer nah am Abhang bis zur Stelle, wo man den Cassidy Arch wunderbar sehen konnte. Der Weg ist 2,8 km lang und man überwindet 265 Höhenmeter. Belohnt wird man mit traumhaften Aussichten auf die Schluchten und Felsformationen. Die vorgenannten Entfernungen waren nur für den Hinweg. Für hin und zurück haben wird rund 4 Stunden gebraucht.

Am Nachmittag sind wir dann weiter gefahren. Eigentlich wollten wir nur bis Hanksville kommen. Der Ort ist zu mehr als 50% ausgestorben und macht einen trostlosen Eindruck. Der örtliche „Supermarkt“ hatte mehr leere als gefüllte Regale.  Es gibt zwei Tankstellen. Hier ist der Tankstellen-Shop von einer der beiden Tankstellen:

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Der Campground war aber komplett gesperrt, weil man dort einen Film drehte. Also sind wir weiter über den Highway 24 gefahren und in Green River gelandet


Der Highway 24 ist landschaftlich gesehen eine interessante Strecke:  schroffe Felsen in grauen und roten Farben erheben sich aus dem Untergrund. Die Straße ist meilenweit kerzengerade und führt durch eine „Halbwüste“. Es ist – soweit das Auge reicht – kein Baum zu sehen, sondern lediglich kleine Büsche

Auf dem Highwas 24 möchte man wirklich nicht mit einem Motorschaden oder anderen Problem liegen bleiben, schon gar nicht nachts. Bis dort der AAA (so was wie ADAC) zur Hilfe kommt, ist man wahrscheinlich verdurstet, verhungert oder aus anderen Gründen verstorben. Der Begriff „Middle of nowhere“ trifft hier total zu….

 

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