Ausflug zum Colorado River Trail – RMNP – Tag 2

Hier zunächst unser Lieblingsfoto des Tages:

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Aber dazu später mehr…


Mit dem PKW sind wir gegen 8 Uhr zu einem Tagesausflug gestartet, und zwar haben wir den Highway 34 genommen, der uns in die östliche Region des RMNP führte. Dieser Highway wird Trail Ridge Road genannt und ist der  höchstgelegene durchgehende und asphaltierte Highway der USA.

Dabei haben wir den Continental Divide überschritten, also die Nordamerikanische Kontinentale Wasserscheide

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Die Kontinentale Wasserscheide (englisch Continental Divide) ist die Wasserscheide in Nord- und Zentralamerika, der die Einzugsgebiete jener Flüsse voneinander trennt, die in verschiedene Ozeane fließen, wie man oben auf dem Bild gut erkennen kann. Dabei handelt es sich um den Pazifik (nach Westen), den Arktischen Ozean (nach Norden) und den Atlantischen Ozean über den Golf von Mexiko (nach Südosten).

Nur wenige Meilen weiter sind wir auf dem Colorado River Trail gelaufen. Der Trail ist ca. 3,8 Meilen lang = 6,1 km für den Hinweg. Am Ende des Trails (Wanderweg) hat sich ein für mich (Walter) Jahrzehnte lang gehegter Traum erfüllt: einmal im Leben nach Lulu City kommen 🙂

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Lulu City war – wie kann es anders sein – einmal eine Goldgräberstadt und hatte 200 Einwohner. Heute sind es gerade noch: 0 🙂

Man sieht dort keine Häuser, auch keine Ruinen. Aber eine wunderschöne Natur und der Colorado River fließt hier durch. Der Anfangspunkt vom Colorado River ist nur wenige hundert Meter entfernt. Er entsteht durch den Zusammenfluss mehrerer kleiner Bäche und ist somit kein Quellfluss

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An dieser Stelle kann man den Fluss durchqueren, ohne nasse Füsse zu bekommen udn ohne Wunder zu vollbringen:

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Hier in Lulu City kann man sich gar nicht vorstellen, wie aus diesem Rinnsal einmal ein wilder Fluß wird, der 2.330 km lang ist und in Arizona z. B. so aussieht:

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Unterwegs haben wir an vielen Stationen Halt gemacht. Die Straße führte uns auf über 3.700 m. Die Baumgrenze war damit überschritten und wir befanden uns in der Tundra und fanden dort wieder einmal mehr wunderschöne Wildblumen

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Die noch immer weitgehend unberührte Bergwelt der Rocky Mountains bietet einigen großen Säugetieren idealen Lebensraum. Zum klassischen Bild des Felsengebirges gehören zweifellos Dickhornschafe und Wapiti-Hirsche, die beide hier verbreitet sind und die wir sehen konnten. Hier ein Dickhornschaf (siehe auch hier: Bighorn Sheep), das wir auf unserem Weg fotografieren konnten:

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Entgegen einiger Veröffentlichungen gibt es im RMNP keine Grizzlybären, so die Ranger hier im Park. Übrigens: für Ranger haben wir eine schöne Übersetzung gefunden: Naturschutz-Polizei.

Es gibt aber Schwarzbären, die hier heimisch sind, die jedoch sehr selten gesichtet werden. Wir hatten bisher in diesem NP kein Glück.

Um so stärker vertreten sind mittelgroße und vor allem kleine Säugetiere wie Erd- und Baumhörnchen, Pfeifhasen oder Pikas, Schneehasen, Murmeltiere, Biber und Marder. Etwas weniger zahlreich sind die scheuen, nachtaktiven Kojoten, Füchse und Rotluchse (Bobcat).

Und es gibt scheinbar tausende von Kolibris, die wir mit unserem Fütterungsbehälter angelockt haben und vom Esstisch aus gut beobachten können

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Auf der Rückfahrt zum Campground lagen entlang des Trail Ridge Road einige Wapiti-Hirsche mit ihren mächtigen Geweihen wie zum Fototermin bestellt

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Haben Uschi und ich uns am Vortag noch lobend über unseren Jeep-Liberty geäußert, so sind wir am Abend zusammen gezuckt, weil während der Fahrt die hintere Seitenscheibe plötzlich nach unten sauste und sich nicht mehr schliessen ließ. Also musste ich sie zukleben:

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Gut, dass wir schon vor Wochen einen Termin für den kommenden Mittwoch der Jeep-Werkstatt für die Inspektion ausgemacht haben, wo dieses Problem hoffentlich behoben wird.

Unterwegs kam ich mit einem Fotografen ins Gespräch, der mich mit seiner Kamera-Ausrüstung beeindruckte. Sein Name ist Mark Reinig (der Nachname deutet auf deutsche Vorfahren hin) und sein Hobby ist das Fotografieren von Landschaften und Tieren

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Obwohl von Beruf Lehrer, ist er ausgesprochen sympathisch 🙂 . Er wohnt in Colorado schon seit einigen Jahren und nutzt die Schulferien für seine Leidenschaft. Auf seiner Webseite findet man viele traumhafte Fotos.

Noch ein Wort zum Wetter: noch am Dienstag wurde in den Wetternachrichten für die nächsten Tage überwiegend Regen und Sturm angekündigt. Tatsächlich haben wir tolles Sommerwetter und auf rund 2.500 m tagsüber ca. 25 Grad C und nachts 10 bis 12 Grad C. Da kann man nicht meckern….

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