Bob´s Red Mill (Milwaukie/Oregon)

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Das ist der Bob, der Gründer und Eigentümer von Bob´s Red Mill. Was hat es damit auf sich?

Schon vor ca. zwei Jahren, als wir das Wohnmobil in Florida angeschafft haben, haben wir uns einen Brotback-Automat angeschafft, da wir das Brot aus dem amerikanischen Supermarkt nicht essen wollen, und lieber unser Brot selber herstellen. Das machen wir ja auch schon seit Jahren in unserem Haus auf Teneriffa.

Auf der Suche nach Mehl stellten wir schnell fest, dass man in den USA alle Mehlsorten kaufen kann: Weizen, Roggen, Dinkel, Mais, um nur einige zu nennen. Und alle auch als Vollkornmehl, was wir auf jeden Fall bevorzugen, weil dort noch alle guten Inhaltsstoffe drin sind.

Wir sind in verschiedenen Supermärkten (z. B. Walmart, Whole Food) auf Produkte der Firma Red Mill aufmerksam geworden. Die bieten verschiedene Mehlsorten an, aber auch fertige Backmischungen, alles als „Organic“, also in Bio-Qualität. Man muss aber schon etwas Glück haben, wenn man seine Lieblingssorten in den Supermärkten finden will. Und da wir ja bekanntlich herum reisen, suchen wir auch ständig andere Supermärkte auf.

Fast in jedem Supermarkt werden Produkte von Red Mill angeboten. Aber immer nur ein ganz kleines Sortiment und sehr oft genau das, was wir nicht brauchen können 🙂 . Walmart z. B. bietet vielleicht 5 oder 6 verschiedene Produkte von Red Mill an, Whole Food 15 oder 20.

Schon damals haben wir gesagt: wenn wir mal nach Oregon kommen, dann fahren wir dort einfach mal vorbei. Und das haben wir heute getan.

Wir waren total überrascht – wir hatten auch gar keine konkrete Vorstellung von dem Betrieb –  wie professionell diese Mühle betrieben wird. Es gibt eine Fabrik-Besichtigung, ein Visitor-Center, einen Laden mit Restaurant und Café.

Genauso überrascht waren wir von der Produkt-Vielfalt. Es gibt über 400 verschiedene Produkte: Mehl, Getreide, Müsli, Backmischungen und vieles mehr.

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Die lange Geschichte  vom Bob hier kurz erzählt: er interessierte sich als junger Mann für Elektronik und Maschinenbau, legte sein Ingenieurstudium ab, machte sich nach einiger Zeit als Angestellter selbständig. Er kaufte eine Tankstelle in Kalifornien, aber erfolglos. Er war pleite. Zunächst schlug er sich mit der Reparatur von Autos durch und lebte mit seiner Familie auf einem Bauernhof. Seine Frau Charlee erinnerte sich an die Rezepte ihrer Großmutter und stellte die Ernährung der Familie auf Vollkorn- und Frischeprodukte um. Das Getreide wurde für den Hausgebrauch selbst gemahlen. Bob verfeinerte die Mühlarbeit und schon bald wurde ein Unternehmen daraus, denn die Nachfrage nach Vollkornmehl stieg nach und nach mit wachsendem Ernährungsbewusstsein seiner Kunden. Als er ungefähr 60 Jahre alt war, ging er in Rente und übertrug den Mühlenbetrieb an seine Söhne. Mit seiner Frau zog er nach Portland/Oregon.

Aus reiner Langeweile beschäftigte er sich weiter mit dem Mahlen von Mehl und fand zufällig einige, schon lange stillgelegte Mühlen, die das Mehl mit Mühlsteinen zermahlten. Er kaufte die Mühlsteine und die Maschinen und mahlte von nun an das Mehl nach alter Tradition. Er sah den Vorteil darin, dass die Getreidekörner langsam und nicht mit hohen Temperaturen gemahlen werden und die wertvollen Inhaltsstoffe alle erhalten bleiben. Und daraus entstand ein Unternehmen, dass heute auf 325.000 qm und mit 250 Mitarbeiter seine Produkte außer in USA und Kanada in ca. 80 weitere Länder liefert.

Vor drei Jahren hat der heutige 85-jährige Bob das Unternehmen nicht etwa verkauft oder größere Anteile an andere Unternehmen abgegeben, sondern er hat es komplett an seine Mitarbeiter übertragen, jedoch mit der Auflage, dass es nie verkauft werden darf. Zum gleichen Zeitpunkt hat er einer Universität in Oregon in Form einer Stiftung  25-Millionen Dollar zur Verfügung gestellt, um die ernährungsbedingten Ursachen von Fettleibigkeit und chronischen Krankheiten zu erforschen. 

Noch heute ist Bob jeden Tag in „seinem“ Betrieb. Wir trafen uns mit ihm und er erzählte uns, dass er mit seiner Frau  ebenfalls die USA etappenweise mit einem Wohnmobil bereist hat.

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Übrigens: der Anteil an glutenfreien Produkten wächst bei Red Mill in letzter Zeit immer stärker. Das mag daran liegen, dass es immer mehr Menschen mit einer Gluten-Allergie gibt. Aber auch daran, dass „Glutenfrei“, kurz „GF“, die neue Gesundheitsformel ist. Trendsetter sind – wieder einmal – die Amerikaner: Dort will fast jeder Dritte seinen Glutenverzehr drosseln oder aufgeben. Fett- oder kohlenhydratarme Diäten sind von gestern, GF-Diät ist Mode.  Dabei ist gar nicht bewiesen, dass Gluten für Menschen ohne Allergie schädlich ist. Wer mehr über Gluten wissen möchte, sollte sich den Bericht von Zeit-Online durchlesen.

Nach dem Besuch von Bob´s Red Mill sind wir kurz zu den Willamette-Falls (Wasserfall) gefahren und dann weiter westwärts nach Lincoln City, 194 km.


Wie es scheint, haben wir auf dem Weg zur Küste die Sonne vorerst zum letzten Mal gesehen. Die Wettervorhersagen gehen von Regenfällen und sinkenden Temperaturen im Bundesstaat Oregon aus.

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Edit 13.04.2020

Ausgeschnitten aus: https://www.msn.com/en-us/news/us/bobs-red-mill-founder-is-still-working-in-his-90s-and-loving-it/ar-BB100uOV (übersetzt von Google)

Wenn Bob Moore ein Beispiel ist, wird das tun, was Sie für ihren Lebensunterhalt lieben und Ihren Reichtum mit Mitarbeitern teilen, sie leben und glücklich bis weit in die 90er Jahre hinein. 

Das ist Bob Moore, Gründer und Präsident von Bob es Red Mill.  

Moore, der in diesem Monat 91 Jahre alt wird, aber wie ein überschwänglicher Mann in seinem halben Alter klingt, gründete 1978 mit seiner inzwischen verstorbenen Frau Charlee die Getreide- und Getreidefirma Bob es Red Mill. 

Er arbeitet nach wie vor hauptberuflich als Präsident des Unternehmens, nachdem er den CEO-Titel vor zwei Jahren an seinen Chief Operating Officer übergeben hatte. 

„Ich mag Das Geschäft, egal wie hart ich arbeiten muss. Ich würde das lieber tun als alles andere“, sagte Moore in einem Telefoninterview mit CNN Business. 

Moores Engagement für den Anbau von Bob es Red Mill in den letzten vier Jahrzehnten hat sich ausgezahlt. 

Heute stellt es über 400 Produkte her, die weltweit verkauft werden. Das Unternehmen teilte seine aktuellen Umsatzzahlen nicht, bestätigte aber, dass Bob es Red Mill 2018 einen Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen US-Dollar erwirtschaftete. Das Unternehmen beschäftigt heute fast 600 Mitarbeiter, dreimal so viele wie vor zehn Jahren. 

In gewisser Weise ist Bob es Red Mill die Mutter aller zweiten Akte. Moore war 49 Jahre alt, als er das Unternehmen gründete. Er hatte bereits eine abwechslungsreiche Karriere hinter sich, die Jobs umfasste, die für andere arbeiteten und schließlich für sich selbst arbeiteten. Unter seinen unternehmerischen Unternehmungen betrieb er zwei Tankstellen in Kalifornien — und brach an der zweiten, wie er erzählt — und später eine Milchziegenfarm.  

Unterwegs entwickelte er ein intensives Interesse an Steinschleifmühlen, die Hand in Hand mit seiner und seiner Frau Philosophie der Back-to-Basics gesunde Ernährung ging. Charlee war der erste, der Moore über die Vorteile des Verzehrs gesunder Lebensmittel aufklärte, und zusammen mit ihren drei Söhnen nahm die Familie in den 1960er Jahren eine Vollkorndiät an. Sie kauften sogar eine kleine Mühle in Redding, Kalifornien, in den frühen 1970er Jahren, die sie Moore es Flour Mill nannten. Die Mehle, die die Familie dort produzierte, wurden vor Ort verkauft. Zwei ihrer Söhne führen die Mühle noch heute.  

Aber 1978 hatte Moore beschlossen, die Gänge komplett zu schalten. Er zog sich mit seiner Frau nach Oregon zurück, um die Bibel auf Hebräisch und Griechisch zu studieren.  

Innerhalb weniger Monate nach der Einschreibung ins Seminar sah er jedoch eine alte Steinschleifmühle zum Verkauf, während er spazieren ging und wusste, dass er wieder ins Geschäft gehen musste. Charlee war ein wenig überrascht. „Ich kann sie immer noch hören. Meine Frau sagte: ‚Aber ich dachte, wir würden die Bibel lesen'“, erinnerte er sich.  

Bobs Rote Mühle wuchs schnell. Nach drei Jahren im Geschäft beschloss Moore, einen Gewinnbeteiligungsplan für seine Mitarbeiter zu starten. „Die Bibel sagt: ‚Tue anderen, wie du sie dir tun lassen würdest'“, bemerkte er. Und er dachte, wenn er ein Angestellter wäre, würde er ein Stück der Gewinne, die er miterstellt. 

Anfangs waren auszahlungen nicht regelmäßig, weil die Gewinne nicht immer hoch genug waren, sagte er. Doch seit 29 Jahren erhalten Moores Mitarbeiter monatliche Gewinnbeteiligungsschecks zusätzlich zu ihrem regulären Lohn.  

„Ich wollte, dass alle an den Gewinnen des Unternehmens teilhaben. Es hat Gehaltsschecks um einen netten Betrag erhöht. Darauf bin ich stolzer als alles andere“, sagte Moore. 

Moore und seine Frau übernahmen im Laufe der Jahre eine Handvoll Partner. Im Jahr 2010 waren Moore und seine vier damaligen Partner, zu denen auch Charlee gehörte, alle im Alter nahe und einige dachten an den Rückzug aus dem Unternehmen. Was Moore betrifft, so versuchte er, für die Zeit zu planen, in der er nicht mehr da war. Er wisse, dass er das Unternehmen trotz zahlreicher Angebote nicht verkaufen wolle, sagte er.  

So beschlossen er und seine Partner, den Mitarbeitern eine Beteiligung an dem Unternehmen zu geben, indem sie ihnen Aktien über einen Employee Stock Ownership Plan (ESOP) gewährten. Das Unternehmen zahlt den Mitarbeitern ihre Aktien fünf Jahre nach ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen oder im Rentenalter, je nachdem, was zuerst eintritt.  

Heute besitzen die Mitarbeiter fast zwei Drittel von Bob es Red Mill. Und es ist geplant, ihren Anteil in den kommenden Monaten auf 100 % zu erhöhen.  

Schließlich sagte Moore: „Du kannst es nicht mitnehmen.“  

Abgesehen davon, dass er die harte Arbeit seiner Teams belohnen will, was das Unternehmen zu einem Erfolg gemacht hat, sagt Moore, dass er es mag, dass ein Gewinnbeteiligungsplan und ein ESOP es den Mitarbeitern ermöglichte, einen direkten Nutzen aus ihren Bemühungen zu ziehen und sie lehren, wie ein Chef zu denken. „Je härter sie arbeiten, desto mehr werden sie.“  

 

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