Global Entry

Wir haben nun den Überprüfungs-Prozess zu „Global Entry“ hinter uns gebracht und möchten in diesem Beitrag die wichtigsten Hinweise, die wir im Internet gefunden haben, und unsere eigenen Erfahrungen zusammen fügen.

Mit „Global Entry“ bieten die USA ein Registrierungsprogramm für vertrauenswürdige Reisende an, die nach vorheriger Sicherheitsüberprüfung und anschließender Zulassung zum Programm von einer vereinfachten und schnelleren Einreisekontrolle profitieren können. Man braucht also bei der Einreise in die USA – in der Regel reist man ja an einem amerikanischen Flughafen ein – nicht mehr in langen Schlagen vor dem Einreisebeamten (= Immigration Officer) stehen. Auch die Gepäckabfertigung geht zügiger. Jedenfalls haben wir das so in Houston/Tx bei den Reisenden gesehen, die schon Global Entry haben.

Wegen der relativ aufwendigen Anmeldeprozedur – dazu später mehr – und der dafür anfallenden Gebühren lohnt sich die Teilnahme in der Regel nur für Vielreisende, die häufig in die USA fliegen. Auch bei Teilnahme an Global Entry ist zur Einreise in die USA jedoch weiterhin eine ESTA-Einreiseerlaubnis bzw. ein Visum notwendig.

Um deutschen Staatsangehörige die Teilnahme an Global Entry zu ermöglichen, sind Global Entry und das deutsche Programm für registrierte Reisende „ABG“ (Automatisierte biometriegestützte Grenzkontrolle) miteinander verknüpft. Deutsche Staatsangehörige müssen sich zunächst bei der Bundespolizei – bislang nur am Frankfurter Flughafen – für das Programm „ABG+“ registrieren, um anschließend auch die Aufnahme in Global Entry beantragen zu können.

Die Registrierung für ABG+ ist kostenlos. Für die Anmeldung zu Global Entry erheben die USA jedoch eine Gebühr von derzeit 100 US-Dollar pro Person.

Wir haben bei der letzen Ausreise am Frankfurter Flughafen bei der Bundespolizei die „Automatisierte und Biometriegestützte Grenzkontrolle“ durchgeführt. Das ist kostenlos und geht schnell (10 Minuten). Die Beamten sind sehr freundlich und spendierten sogar noch Kaffee 🙂 Man findet die Bundespolizei im Terminal 1, Bereich A, dort wo die Lufthansa ihre Fluggäste abfertigt, in einen kleinen Container.

Danach muss man sich auf einer Internetseite der Global-Entry-Behörde anmelden und sozusagen ein Benutzer-Konto einrichten, dort alle Angaben eingeben, die man von der Bundespolizei bekommen hat. Dann haben wir pro Person 100 US$ an die US-Behörden gezahlt (per Kreditkarte) und umgehend eine Email über den Zahlungseingang bekommen. Man wird darauf hingewiesen, dass man regelmäßig sein Benutzer-Konto aufruft um nachzusehen, ob die „Akte“ bearbeitet wurde – wie also der Bearbeitungs-Status ist – und ob man sich zum Interview anmelden kann. Das alles ist perfekt organisiert.

Nach ca. 14 Tagen bekam ich eine Email, dass meine Unterlagen geprüft wurden und ich nun innerhalb von 30 Tagen einen Interview-Termin vereinbaren kann. Das Global Entry Programm befindet sich nicht mehr in der Erprobungsphase, sondern wird in Amerika sehr stark ausgebaut. Den Termin kann man in ganz vielen Städten der USA vereinbaren. Meist an den Flughäfen, manchmal auch in der Innenstadt, wie zum Beispiel in Houston/Texas. Dort gibt es vier Büros, drei an den beiden Flughäfen und eines im „Rathaus“. Man hat also die freie Wahl, wo man hingehen möchte. Wo diese Büros sich befinden, kann man dann im Internet in einem Bereich auf seinem Benutzerkonto finden und aussuchen.

Da sich nicht nur Ausländer registrieren, sondern auch US-Bürger, herrscht großer Andrang. Die Wartezeiten für einen Interview-Termin sind sehr unterschiedlich. Das geht von 24 Stunden bis 5 Monate, je nach Standort. Beispiel: In Houston hätten wir am nächsten Tag kommen können, in Albuquerque erst im Juni.

Für meine Frau war nach 4 Wochen noch immer keine Freigabe zum Interview erfolgt. Wir haben dann eine Email an die Behörde geschickt und bekamen umgehend eine Antwort mit der Freigabe zum Termin. Nun konnten wir einen gemeinsamen Interview-Termin vereinbaren. Wir haben uns El Paso ausgesucht, weil wir uns dort in der Nähe befanden.

Erst, nach dem wir den Termin in El Paso vereinbart hatten, erhielten wir diese Email, in Englisch und in Deutsch:

Registrierung zum Global Entry Programm in Deutschland

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Beamte von U.S. Customs and Border Protection (CBP) in Frankfurt und Berlin persönliche Interviews für die Anmeldung zum Global Entry Programm durchführen werden.

Sie erhalten diese Nachricht, da Sie sich zum Global Entry Programm angemeldet haben und nun zu einem persönlichen Interview eingeladen sind. CBP bietet Ihnen die Möglichkeit, einen Termin in Frankfurt am Main oder Berlin festzulegen. Ebenso können Sie über Ihr Global Online Enrollment System (GOES) Benutzerkonto Ihren vereinbarten Termin jederzeit verschieben. Die Orte „Frankfurt International Airport“, „American Consulate General Frankfurt“, sowie „U.S. Embassy Berlin“ werden in GOES für die Festlegung eines Termins angezeigt. Die Interviews finden an folgenden Tagen und Orten statt : Am 01. und 02. April, 2014: Amerikanisches Generalkonsulat, Giessener Strasse 30, 60435 Frankfurt am Main; am 03., 04., 07., und 08. April 2014: Internationaler Flughafen Frankfurt/Main, ABG Global Enrollment Center, Terminal 1, Abflug Halle A; am 08. und 09. April 2014: Amerikanische Botschaft, Amerika Haus, Behrenstrasse 74, 10117 Berlin.“

Wir haben es aber bei dem Termin in El Paso belassen und waren gestern dort.

Die Registrierungsbehörde befindet sich direkt an dem Grenzübergang zu Mexiko. Wir hatten zunächst Probleme, das Büro zu finden, denn an diesem Grenzübergang gibt es ein „Gewusel“ von Menschen- meist Mexikaner, die von Mexiko in die USA einreisen wollen. Zu Fuß oder mit dem Fahrzeug. Dann gibt es scheinbar auch die, die täglich von Mexiko die Grenze übertreten, um in El Paso zu arbeiten. Mit anderen Worten: da ist echt viel los…

Zu dem vorgenannten Gewusel kommt noch hinzu, dass es an dem Grenzübergang von Immigration-Officer (IO) nur so wimmelt.

Wir waren für 13:30 Uhr bestellt und mussten eine halbe Stunde warten. Wir sahen beim Warten schon, dass es freundliche und „zurück haltende“ IO gibt. Dann rief mich ein Immigration-Officer zu sich. Zuerst wurden meine Augen eingescannt um zu überprüfen, ob die Angaben der Frankfurter Bundespolizei richtig im Computer-System archiviert sind. Dann wurden Fingerabdrücke vorgenommen.

Danach die übliche Frageprozedur:

  • was machen Sie in USA?
  • wer bezahlt Ihre Reise?
  • sind Sie Rentner?
  • haben Sie Verwandte in USA?
  • wie lange und wie oft möchten Sie einreisen?
  • haben Sie jemals Drogen konsumiert?

Nach dem alle Fragen beantwortet wurden, warf die nächste Frage zunächst große Probleme auf:

  • haben Sie eine Adresse in den USA?

Als ich diese Frage verneinte, lehnte sich der ruhige und eher zurück haltende IO in seinem Sessel zurück, verschränkte beide Arme hinter seinem Kopf, schaute mich an und sagte so nach 30 Sekunden: oh my god, what do we do now?

Es war für ihn nämlich der erste Fall, dass ein Ausländer einen Antrag stellt, der Global Entry nicht für den schnellen Grenzübergang von Mexiko nach USA beantragt, sondern in der Regel an Flughäfen einreist. Die Reisenden, die er bisher bearbeitet hatte, bekamen nach der Überprüfung eine Karte, in der Größe einer Kreditkarte, nach Hause geschickt. Und nun hatte ich den IO vollkommen aus seiner Routine geholt, denn wegen meiner fehlenden USA-Adresse war er ratlos, wo er die Karte hinschicken sollte.

Oh my god… Er stand dann auf und holte seine Cheffin dazu. Nach einem kurzen Gespräch mit mir sagte sie, dass wir keine Karte bekommen, bei uns genügt bei der Einreise der Reisepass bzw. – wenn man hat – das Visum (was sich ja im Reisepass befindet. Die sehr freundliche Cheffin wies den IO an, den Antrag weiter zu bearbeiten und gab mir eine kleine Karte mit den Hinweisen, was wir zukünftig bei der Einreise machen müssen.

Danach lief alles ganz schnell, die Uschi durfte nun auch „vortreten“, Augen fotografieren, Fingerabdrücke, Fragen beantworten. Nach 45 Minuten sagte der IO, dass die Anträge nun positiv überprüft wurden und wir nun zum Kreis der relativ sicheren Personen gehören, die in die USA einreisen dürfen.

Bereits 5 Minuten später erhielten wir eine Begrüßungs- und Bestätigungs-Email. Es war also alles erledigt.

Abschließend kann man sagen, dass alles problemlos abläuft. Man sollte sich für den Interview-Termin aber einen anderen Ort aussuchen, wo kein hektischer Grenzverkehr stattfindet. Und wer Gelegenheit hat, der sollte das Angebot wahrnehmen, alles in Deutschland zu machen.

 

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