Grand Canyon / Arizona (Teil 3)

Schon um 8 Uhr morgens waren wir unterwegs. Das Wetter hätte nicht besser sein können: Sonne pur und kein Wind, Mittags-Temperaturen bei 20 Grad C.

Wir sind mit dem Bus bis nach Hermits Rest gefahren, das ist die Endstation für den Bus (rote Linie) in westlicher Richtung. Man könnte noch 180 km der Schlucht weiter auf einem Trampelpfad entlang gehen – oder reiten. Dort ist aber nur noch Wildnis. Die Straße nennt sich Hermit Road, benannt nach dem Bewohner, der dort vor vielen, vielen Jahren gelebt hat. Sie ist vom 01.03. – 30.11. für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Es verkehren dann nur die Shuttle-Busse und hin und wieder ein PKW mit Sondergenehmigung wegen Behinderung. Wir finden es gut, dass die Straße gesperrt ist. Das bringt Ruhe und Entspannung. Wir sind dann den gesamten Weg zurück gegangen, etwas über 12 km. Bis auf ganz wenige Bereiche immer am Rim (Rand) des Grand Canyon entlang. Eine traumhafte Strecke, die in unserem Gehirn nun eingebrannt ist und die wir nie vergessen werden. Bis zu dem Aussichts-Punkt „Hopi-Point“, den wir gegen 12:30 Uhr erreichten, sind wir kaum anderen Wanderern begegnet. Dann aber wurde es voll, die Langschläfer waren endlich unterwegs. Ganze Busladungen drängten sich an den Canyon-Rand. Wir sind dann weiter, bis zum Ort Grand Canyon Village, und waren dort gegen 13:45 Uhr.

So mancher mag sich nun fragen, wieso wir für 12 Kilometer fast 5 Stunden gebraucht haben. Das ist ja eigentlich ein „Schneckentempo“. Richtig!!! Aber: die Aussicht auf den Grand Canyon ist so beeindruckend schön, dass man jede 100 Meter, spätesten nach 200 Meter eine andere Sicht hat und erst einmal verweilen und fotografieren muss.

Und weil wir von den 12 km noch nicht genug hatten, sind wir noch ein ganzes Stück weit in den Bright Angel Trail gegangen. Dieser Trail ist ebenfalls etwas über 12 km lang und führt runter in den Canyon bis zum Colorado River. Das ist auch der Weg, den die Mulis nutzen.

Die Mulis eignen sich deshalb besonders für solche Touren, da sie wenig Wasser und wenig Futter brauchen. Der Hauptgrund ist jedoch, dass Mulis – im Gegensatz zu Pferden – niemals ein Risiko eingehen und sich sicher auf den Pfaden bewegen, die zum Teil sehr schmal, auf jeden Fall steil abwärts führen. Ein Pferd lässt sich von seinem Reiter schon mal dazu bewegen, über eine Böschung oder Abhang zu springen. Das würde ein Muli niemals machen. Wie schon vorher beschrieben, kostet die 2-Tages-Tour 960 US$ für 2 Personen. Das sind rund 700 EUR. Reservierungen unter: www.xanterra.com. Aber Achtung: die Reiter müssen
1) die englische Sprache beherrschen, weil die Mulis nur Englisch verstehen 🙂
2) größer als 1,38 m sein
3) max. 91 kg wiegen

Besonderes Ereignis heute:
Fast wurde Walter – heute mir einem roten Shirt – von einem Hummingbird „angegriffen“! Dies geschah innerhalb weniger Sekunden direkt vor unseren Augen. Dieser kleine, wunderschöne Vogel (Hummingbird = Kolibri) hat wohl geglaubt, eine riesenrote leuchtende Blüte steht vor ihm und er stürzte sich darauf, hielt kurz an (so ca. 10 cm vor Walter) um die Stelle zu finden, wo es den Nektar saugen kann… und oh Schreck … in dem Moment erkennt er seine Sinnestäuschung dreht schnell um und weg war er !!  Hihihi echt niedlich !!

Autor: Uschi

 

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