Hüft-OP

Nach dem ich mich nun über 1 Jahr mit ständig größer werdenden Schmerzen herum plage, habe ich mich zur Operation entschieden. Vorher habe ich alles probiert, was man machen kann, z B. Reha-Sport und Verabreichung von Hyaloron-Spritzen. Hyaloronsäure produziert der Mensch selbst und dient im Körper u. a. als „Schmiermittel“ für die Gelenke. Bei mir haben die Hyaloron-Spritzen leider kein positives Ergebnis gebracht.

Ich bin nun im Klinikum Detmold und wurde am 06.09.2016 von Herrn Prof. Klostermann operiert. Wie so eine OP vor sich geht, kann man dem nachstehenden Video entnehmen. Aber keine Angst, es ist kein Blut zu sehen:

 

Hier nun in Kurzform, was ich in den letzten 9 Tagen erlebt habe:

Die Aufnahme ins Krankenhaus erfolgte ein Tag vor der OP, also am 05.09.2016. Am OP-Tag hat man mich bereits um 07:15 Uhr in den Aufwachraum gebracht, ein paar Minuten später in den Vorbereitungsraum. Es wurde mir eine Kanüle in den Unterarm angelegt, worüber die Narkose- und Schmerzmittel verabreicht werden. Der Narkosearzt meinte, dass ich an etwas Schönes denken soll, z. B. an die Berge oder an das Meer, legte mir eine kleine Kappe auf den Mund und schon schlief ich ein.

Als ich das erste Mal für Sekunden aus der Narkose erwachte, hört ich nur jemanden sagen, dass es Viertel vor Zwölf ist. Solange hat die OP ganz bestimmt nicht gedauert, aber das war meine erste Wahrnehmung. Ich fiel also wieder in einen tiefen Schlaf und erwachte erst, als ich wieder in meinem Bett und in meinem Zimmer lag und schaute der Uschi, die neben meinem Bett saß, in die Augen. Ich war aber noch zu benommen, um ein Gespräch zu führen und schlief immer wieder. Erst um 24 Uhr wurde ich wach und hatte das Gefühl, dass die Narkosemittel nicht mehr wirkten und war klar im Kopf.

Ständig wurde ich in der Nacht wach, der Mund war trocken und der Durst groß. Als ich dann gegen 7 Uhr aufwachte, hatte ich starke Schmerzen. Nicht an der Hüfte, sondern Rückenschmerzen, weil ich fast 36 Stunden auf dem Rücken lag und das gar nicht gewohnt bin.

Mit Hilfe von 2 Schwestern konnte ich mich auf einen Stuhl setzen und die Rückenschmerzen gingen zurück. Die Schmerzen an der Hüfte merkte ich unterschiedlich stark. Im Liegen merkte ich fast gar nichts, aber beim Aus- und Einsteigen ins Bett kam anfänglich so mancher Aufschrei.

Seit dem ersten Tag nach der OP besuchen mich täglich ein Masseur zur Lymphdrainage und eine Krankengymnastin macht gezielte Übungen, um die Muskeln wieder auf Vordermann zu bringen. Seit dem 2. Tag nach der OP durfte ich unter Anleitung der Krankengymnastin erste Schritte mit Krücken unternehmen. Nur 2 -3 Mal im Zimmer hin und her. Am nächsten Tag ging es schon den Flur entlang und seit gestern (Dienstag) wurde das Tempo erhöht und auch das Treppensteigen geübt. Hoch und runter, 20 Stufen. Das war einfacher, als ich es mir vorgestellt habe.

Jeden Tag gibt es 2 Visiten, einmal vom Stationsarzt bzw. Oberarzt und einmal vom Chefarzt. Der Chefarzt (Prof. Dr. Klostermann) ist mit der OP sehr zufrieden, es gab keine Probleme. Leider stellte sich bei mir eine Entzündung ein und auch für einen Tag etwas Fieber (38,8 Grad). Aufgrund der Entzündungswerte im Blut wurde meine Entlassung verschoben, so dass ich erst am kommenden Montag, 19.09.2016, entlassen werde und nicht am Freitag vorher. Der Chef will am kommenden Wochenende noch einmal Blut abnehmen und testen lassen. Er sagte mir, dass er niemanden entlässt, dessen Blutwerte nicht in Ordnung sind. Also muss ich mich in Geduld fassen, was für mich kein Problem ist, schließlich geht es um meine Gesundheit. Nach der OP ist meine Hüfte nochmals geröntgt worden, weil der Chefarzt den Sitz des Implantats sehen wollte. Ausserdem wurden meine Venen mit Ultraschall untersucht. Ergebnis: keine Thrombose, dafür etwas Wasser im Bein.

Heute, also am 14.09.2016, konnte ich nach dem Wachwerden zum ersten Mal spüren, dass die Hüftschmerzen deutlich geringer sind. Statt 3 -4 Ibuprofen 600 am Tag habe ich heute nur eine einzige Tablette eingenommen, und es ist schon 19 Uhr. Darüber hinaus sieht man, dass die Schwellung am Bein zurück geht. Und täglich gibt es eine Thrombose-Spritze, später sogar noch während der Reha, sagte man mir. Fortschritte macht auch das Anheben meines Beines, wenn ich ausgestreckt im Bett liege. Konnte ich bis vor zwei Tagen das Bein gar nicht anheben, so kann ich es heute um ca. 5 cm anheben. Einige meiner Muskeln müssen erst noch überredet, sprich trainiert werden. Es geht also aufwärts und laut Chefarzt ist alles im grünen Bereich.

Es gibt Hüftpatienten, die von Anfang an keine Schmerzen verspüren. Aber auch solche, wie scheinbar in meinem Fall, wo es Komplikationen gibt, wobei sie bei mir nicht dramatisch sind. Jeder Mensch ist eben anders…

Wenn ich am kommenden Montag entlassen werde, dann bringt man mich von hier nach Bad Driburg in die Caspar Heinrich Klinik. Das ist eine Rehabilitationsklinik (kurz „Reha“ genannt), ca. 50 km südöstlich von Lemgo entfernt. Diese Klinik wurde mir von einem befreundeten Arzt-Ehepaar empfohlen. Hier im Klinikum Detmold gibt es eine Abteilung die sich „Sozialer Dienst und Reha“ nennt.  Die Mitarbeiterin dieser Abteilung hat sich direkt nach meiner OP um die Aufnahme in die Reha-Klinik gekümmert und alles veranlasst. Super-Service…

Übrigens: der Service in dieser Klinik ist recht gut. Die Ärzte, Krankenschwester und Pfleger sind alle sehr nett. Klar, ich habe nicht die Annehmlichkeiten eines 5-Sterne-Hotels erwartet. Ich bin hier, weil ich auf die Erfahrung eines 5-Sterne-Operateurs zurück greifen möchte… Es ist zwar streckenweise langweilig, aber irgendwie geht der Tag auch um, mit lesen und  fernsehen, und schon ist es Abend. Und Uschi besucht mich ein- bis zweimal täglich und dann ist für Abwechslung gesorgt.

15.09.2016:

Mit der Krankengymnastin habe ich heute das Krankenhaus verlassen, um das Gehen auch mal auf anderem Belag zu üben. Pflastersteine, Geröll, sonstige Unebenheiten. Außerdem soll heute der letzte schöne Tag sein mit Temperaturen oberhalb 30 Grad C. Die Krankengymnastik bringt wirklich viel. Mit viel Anstrengung kann ich nun das Bein (ausgestreckte Lage im Bett) um 20 cm heben und auch schon etwas zur Seite bewegen.

Noch ein Satz zu den oben erwähnten Hyaloron-Spritzen: Professor Klostermann sagte mir, dass Hyaloron-Spitzen helfen. Sie helfen den Ärzten, Apotheken und dem Hersteller 🙂 Er ist der Meinung, dass Hyaloron die „Cash-Cow“ der Orthopäden ist. Es gebe bislang keine wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit von Hyaloron.

16.09.2016:

Die Schmerzen sind immer noch da, und zwar in der Hüfte. Insbesondere dann, wenn ich gehe. Im Liegen sind die Schmerzen geringer. Es wird bestimmt noch ein paar Tage dauern, bis ich schmerzfrei bin. Leichte Fortschritte zeigten sich auch bei der Krankengymnastik.

Heute wurde noch einmal Blut abgezapft und  u. a. auf die Entzündungswerte getestet. Das Ergebnis liegt noch nicht vor. Der Chefarzt hat aber sein ok gegeben, dass ich am Montag in die Reha-Klinik verlegt werde. Die Schwellung am Bein, gestern noch deutlich am Fuß zu sehen, ist zurück gegangen. Sonntag sollen die Fäden entfernt werden.

17.09.2016:

Heute konnte ich schon einige Male die Flure auf und ab laufen. Und Treppen steigen bzw. herunter gehen. Zwischen durch lege ich mich immer mal wieder hin. Der Oberarzt war heute hier und hat sich die Wunde angesehen. Es ist alles in Ordnung, morgen sollen die Fäden raus.

 18.09.2016:

Der Oberarzt Dr. Hartmann hat heute morgen die Fäden gezogen. Die Blutwerte einerseits, die aufgrund einer OP naturgemäß zunächst fallen (weil es bei einer OP zu Blutungen kommt), sind nun wieder in Ordnung und die Entzündungswerte andererseits gefallen. Zusätzlich wurde gegen Mittag die Hüfte geröntgt, um sich vor der Entlassung, die für morgen geplant ist, ein letztes Bild zu machen. Das Ergebnis habe ich noch nicht.

Gegen 18 Uhr besuchten mich Sally und Steffen, die in der Nähe von Houston/Texas wohnen und die wir vor drei Jahren auf einem Campground kennen gelernt haben, siehe hier.

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Steffen besucht einige Küchenhersteller in der Gegend um Löhne, also Ostwestfalen, denn er baut in Amerika deutsche Küchen für betuchte Amerikaner ein.

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2 Kommentare

  1. Für so eine grosse OP hört sich das ja schon ganz gut an. Die OP sieht auch interessant aus. Unser Freund hat eine 25 cm lange Narbe. Weiterhin gute Besserung und schöne Grüße auch an Uschi

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