Killerton und Exeter



 

Killerton ist ein wirklich riesiges Anwesen mit einem Landhaus aus dem 18. Jahrhundert in der Grafschaft Devon. Das Landhaus wurde 1778 errichtet und ist heute ein Museum. Zum Anwesen, das sich auf einer Fläche von über 2500 Hektar erstreckt, das sind 25 Quadratkilometer. Zum Anwesen gehörten weitere 250 Häuser, Wald, Obstplantagen und Viehhaltung. Außerdem eine Befestigungsanlage aus der Eisenzeit.

Das Haus ist gemütlich eingerichtet. Die Eigentümerfamilien waren sehr musikalisch. Auf einem Schild steht, dass das Spielen auf dem Klavier erwünscht ist. Leider ist das Dach undicht und daher gibt es Einschränkungen bei der Besichtigung.

Im Jahre 1944 hat Sir Richard Acland, der 15. Baronet (ein englischer Adelstitel) das gesamte Anwesen dem National Trust übertragen. Der Grund war nicht – wie bei vielen anderen, die ihr Eigentum an den Trust abgegeben haben, weil sie die Erschaftssteuer und/oder die Kosten für den Unterhalt nicht aufzubringen konnten – sondern seine soziale Einstellung. Als Mitglied des Parlaments war er der Meinung, dass eine Privatperson nicht über so einen großen Grundbesitz verfügen dürfen.

Am Nachmittag ging es dann weiter nach Exeter. Da muss man aus unserer Sicht nicht unbedingt hin. Fast einziger Grund könnte die Kathedrale sein. Aber 15 GBP war uns das nicht wert, zumal wir bereits andere Kathedralen besucht haben, die ohne Eintritt zu besichtigen waren und recht ähnlich sind. Etwas verwundert waren wir auch – im Gegensatz zu anderen Städten in England – über die mangelnde Sauberkeit auf den Straßen.

Wer schon mal in England war, der weiss, dass die Straßen ausserhalb der Ortschaften auf den linken und rechten Seite von teils sehr hohen Hecken eingeschlossen sind. Die Hecken sind nicht etwa 2 oder drei Meter von der Fahrbahn entfernt. Nein, sie stehen direkt dort, wo der Asphalt aufhört. Darüber hinaus sind viele Straßen so eng, dass kein anderes entgegen kommendes Fahrzeug vorbei passt. Das führt dazu, dass die Aussenspiegel stark in Mitleidenschaft gezogen werden.

Zufällig sahen wir in einem Wohnmobil-Zubehörshop „Helme“, die auf die vorhandenen Spiegel aufgesetzt werden.    

 

Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass man bei Fahrten in England, und ganz besonders in Devon und Cornwall, sich absolut nicht auf sein Navi verlassen darf. Eine detaillierte Straßenkarte gehört zur Pflichtausstattung. Die Navigationsgeräte fahren nämlich den schnellsten bzw. den kürzesten Weg. Das kann dazu führen, dass man über ganz schmale Straßen geführt wird, die eigentlich nicht für Fiat 500 oder ähnlich kleine Fahrzeuge geeignet sind. Daher ist es besser, sich den Streckenverlauf auf der Karte anzusehen und Umwege in Kauf zu nehmen, die sicherer ans Ziel führen.

 

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