La Gomera – mit Mayores Adeje

Nach dem ich nun einige Tage zurück auf Teneriffa bin, konnte ich gestern an einem Ausflug mit den „Mayores Adeje“ teilnehmen. 

Mayores Adeje ist ein städtischer Verein für Bewohner der Stadt Adeje, die 60 Jahre und älter sind. Wenn man so will, ein Senioren-Verein. Oder wie Uschi es uncharmant aber zutreffend ausdrückt: der Alten-Verein 🙂

Es gibt verschiedene Mitarbeiter der Stadt, die sich das ganze Jahr ausschließlich damit beschäftigen, ein Unterhaltungsprogramm für die Mitglieder zu erstellen. Das können Veranstaltungen im eigenen Vereinsheim sein (Centro cultural) oder aber es werden Ausflüge organisiert. Zu den Ausflügen zählen z. B. Strandbesuche, nur wenige Kilometer entfernt, oder aber auch Mittelmeer-Kreuzfahrten.

Die Mitarbeiter, die die Ausflüge organisiert haben, kümmern sich intensiv um die Mayores während der Fahrt und schauen zu, dass keine Probleme auftreten und sich jeder wohl fühlt. 

Die Kosten werden ganz überwiegend von der Stadt Adeje getragen. Die Teilnehmer leisten in der Regel einen kleinen Beitrag als Eigenanteil.   

Gestern stand also der Ausflug nach La Gomera an. Mit 5 Bussen und rund 250 Teilnehmer ging es morgens um 07.30 Uhr los – der Tag war noch gar nicht richtig erwacht.

An der Fähre in Los Cristianos herrschte großer Andrang, denn nicht nur die Mayores wollten zu der anderen Insel übergesetzt werden, sondern auch noch viele Touristen und Anwohner beider Inseln. Da für uns alles perfekt organisiert war, brauchten wir nur unseren Ausweis zeigen und konnten an Bord gehen.

In San Sebastián, Hauptstadt der Insel, findet zur Zeit eine Messe statt, wo Kunsthandwerk und regionale Produkte gezeigt werden.

Viele Stände sind aufgebaut worden und viele traditionelle Musikgruppen zeigten ihr kulturelles Programm. Und das Wetter trug mit Sonnenschein und Temperaturen um die 25 Grad zum Erfolg bei.

Wir durften uns bis 12:30 Uhr in San Sebastián aufhalten und wurden dann nach Agulo gebracht. Agulo liegt nördlich vom San Sebastián. Die Fahrt dauerte etwa 45 Minuten. 

Mit Agrarwirtschaft, dem Fischfang, dem Anbau von Wein und Bananen verdienen die „Gomeros“ von Agulo ihren Lebensunterhalt. Die Landschaft ist geprägt von fruchtbaren Terrassenfeldern, schroffen Steilwänden und einem wundervollen Blick auf das Meer. Der Tourismus beschränkt sich auf wenige Tagesausflügler und ganz wenige Gästezimmer.    

Ich habe ja schon oft die Insel La Gomera besucht, bin aber fast immer auf die andere (westliche) Inselseite nach Valle Gran Rey gefahren. Dorthin führt nur eine Zufahrtsstraße, und zwar von San Sebastián durch den Nationalpark Garajonay. Sein einmaliges Ökosystem steht seit 1986 als Weltnaturerbe unter dem Schutz der UNESCO.

Wie ich gestern festgestellt habe, war es ein Fehler, immer nur auf die andere Inselseite nach Valle Gran Rey zu fahren. So eine faszinierende Landschaft habe ich in der nördlichen Insel nicht erwartet: wie zuvor schon geschrieben, sieht man Terrassenfelder mit überwiegendem Bananenanbau und viele Palmen. Alles ist grün. Eine Wohltat für die Augen. Hin und wieder sieht man in allen Farben bunt gestrichene Häuser. Allerdings muss man auch erwähnen, dass es unendlich viele Kurven gibt. Die sehr gut ausgebaute Straße führt an extrem steilen Berghängen vorbei. Anfangs habe ich gehofft, dass unser Busfahrer keinen Tropfen Alkohol getrunken hat 🙂 Aber er ist ein Profi und hat uns sicher ans Ziel geführt. 

In Agulo haben wir gemeinsam gegessen, es gab ein 4-Gänge-Menü, und danach haben wir die Heimfahrt angetreten. Gegen 20 Uhr war ich dann wieder zu Hause. 

Es war ein sehr schöner Trip, ich habe viele Nachbarn aus dem Dorf getroffen, wo wir einmal gewohnt haben, konnte mein Spanisch wieder auffrischen und bin begeistert von der Schönheit der Insel. 

 

  

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