Nun bin ich in Schottland…


 

Gretna Green ist ein Dorf in Südschottland an der Grenze zu England. Es liegt 35 km südöstlich von Dumfries. Auf der alten Postkutschenroute von London nach Edinburgh war Gretna Green das erste Dorf in Schottland.

Gretna Green gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Hochzeitsorten der Welt. Auch heute noch werden dort etwa 5.000 Ehen geschlossen. Der Ort wurde über 200 Jahre lang von minderjährigen Paaren aus England, bald aber auch aus Teilen des übrigen Europas zur Hochzeit aufgesucht, weil sie hier ohne Erlaubnis der Erziehungsberechtigten eine Ehe schließen konnten.

Lange Zeit galten in Großbritannien keine festen Regeln zur Schließung einer Ehe. Im Jahre 1753 verabschiedete das britische Parlament den Lord Hardwicke’s Marriage Act, der unter anderem für eine Heirat zwischen Minderjährigen die Einwilligung der Eltern forderte. Dieses Gesetz galt nur für England, nicht aber in Schottland. Dort durften weiterhin Jungen mit 14 und Mädchen mit 12 Jahren eine Ehe ohne elterliche Zustimmung schließen. Die Hochzeiten fanden in einer Schmiede statt, und der Amboss bekam bei den dortigen Trauungen eine besondere Bedeutung. Die Trauungen wurden vor dem Amboss durchgeführt und zum Ende der Zeremonie mit einigen Hammerschlägen auf den Amboss bekräftigt.

Über mehr als 200 Jahre wurden Minderjährige hier getraut. Es kam immer wieder zu dramatischen Szenen, da Väter ihr Kind auf dem Weg verfolgten und versuchten, die Hochzeiten in letzter Minute zu verhindern.

Ab 1856 verlangte das schottische Gesetz, dass die Ehepaare vor der Eheschließung sich mindestens 21 Tage in Schottland aufgehalten haben müssen. Diese Regelung wurde 1977 wieder aufgehoben. 1929 wurde das Mindestalter für eine Eheschließung auf 16 Jahre heraufgesetzt, wobei immer noch keine elterliche Einwilligung verlangt wird. Das Gesetz gilt noch heute…

In Dumfries, der größten Stadt in Südschottland, durfte ich dann endlich mal den Regenschirm spazieren führen. Es gibt eine historische Innenstadt, aber weil es stark regnete, habe ich auf viele Fotos verzichtet. Recht eindrucksvoll war der bis an den Rand gefüllte Fluß Nith, der rund 125 km lang ist:

Foto: https://www.savills.co.uk/

Am Abend habe ich den Pub „The Steamboat Inn“ besucht. Eigentlich eine eher verlassene Gegend. Das Dorf Carsethorn hat nur wenige Häuser. Aber der Pub war sehr gut besucht, alle Tische belegt. Scheinbar ein sehr bekanntes Lokal und die Gäste kommen teils von weiter her.

Die Eigentümer sind sehr freundlich. Neben dem eigenen Parklatz, der bei meiner Ankunft restlos belegt war, gibt es einen öffentlichen Parkplatz. Dort steht zwar: Übernachten verboten, aber der Chef meinte, dass es dort keine Probleme gibt. Ab 21 Uhr könnte ich aber, wenn ich wollte, auf den Parkplatz vom Pub wechseln. Ich bin geblieben und niemand hat Probleme gemacht

Der Ausblick von meinem Stellplatz war großartig. Ebbe und Flut merkt man in dieser Gegend extrem. Als ich ankam, war das Meer verschwunden:

Am nächsten Morgen – und bei Sonnenschein – sah es dann so aus:

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