Nun in Californien…

Heute machten wir die längste Tour mit 461 km von Apache Junction / Arizona nach Oasis / Californien. Die Strecke lies sich gut fahren und Uschi hat gut zwei Drittel davon übernommen:

Die Autobahn bis hinter Phoenix war im perfekten Zustand, teilweise 10 bis 12 Fahrspuren…Danach gab es in jeder Richtung 2 Spuren, das war auch ok.

In Quartzsite haben wir getankt. Hier wollte ich immer schon mal hin. Zwar nicht im April, sondern im Januar oder Februar.

Es gibt rund 3.500 Einwohner. Die Stadt ist berühmt für ihre Edelsteinbörsen, die während der Monate Januar und Februar bis zu eine Million Besucher anlocken.In den Wintermonaten kommen hunderttausende Camper aus den Nordstaaten der USA und aus Kanada. Dann ist hier der Teufel los… Zusätzlich zu den Edelsteinbörsen veranstalten die Wohnmobilfirmen ihre Fahrzeug-Shows. Dann gibt es Musik, Tanz, BBQ, und jede Menge weitere Unterhaltung. Aber nun ist April, das Thermometer zeigte heute schon fast 40 Grad C und Quartzsite ist jetzt tod…

Kurz hinter Quartzsite befindet sich die Grenze zu Californien. Wir mussten am Grenzposten zwar langsam fahren, wurden aber nicht kontrolliert. Wir hörten von anderen „Grenzgängern“, dass es schon mal „Agrarkontrollen“ gibt, wo Obst und Fleisch nicht nach Californien eingeführt werden darf und an der Grenze „kassiert“ wird. Ganz lustig ist es, wenn man z. B. in Nevada kalifornische Orangen kauft und die nicht nach Californien mitnehmen darf 🙂

Auf den ersten Kilometer auf kalifornischer Seite sahen wir grüne Grasfelder. Das Gras wurde gemäht, getrocknet (das geht ja schnell in der kalifornischen Sonne) und zu Heuballen verarbeitet.

Danach sahen wir bis zur Autobahnabfahrt Nr. 168, das sind rund 115 km, nur Steppenlandschaft. Da ist nichts. Außer Sand, trockene Erde, trockene Sträucher. Warum hier keine Sonnenkollektoren aufgestellt werden, ist uns ein Rätsel.

Jedenfalls sind wir nach den langweiligen 115 m an der zuvor beschriebenen Abfahrt raus und in Richtung Mecca gefahren.

Und dann kam für uns das völlig Überraschende: die kurvenreiche und asphaltierte Straße führte durch den Box-Canyon. Rechts und links der Straße riesige Felswände. Mal war die Straße breit, mal eng. In jede Fahrtrichtung gibt es eine Spur, am Rand aber weichen Sand. Wer da mit dem Fahrzeug rein fährt, kommt ohne fremde Hilfe nicht mehr raus. Eine traumhafte Strecke, ca. 32 km lang.

Am Ende des Canyons wurde die Straße breiter und gab den Blick auf den nördlichen Salten Sea frei.

SaltonSea

Der Salton Sea ist mit einer Fläche von nahezu 1.000 Quadratkilometern der größte See im US-Bundesstaat Kalifornien. Die Größe schwankt allerdings wegen des unregelmäßigen Wasserzuflusses, was durch Wasserentnahme aus den Zuflüssen zu erklären ist. Der See ist stark salzhaltig. Wegen Überdüngung droht das Ökosystem des Sees zu kollabieren.Er liegt in der Salton-Senke ca. 66 Meter unter dem Meeresspiegel.

Aber schon kurz danach kam die weitere Überraschung: nach dem sich zuvor unsere Augen an die Wüsten- und Steppenlandschaft gewöhnt hatten, schauten wir nun auf sattes Grün. Und zwar auf riesige Grün-Flächen, auf denen Wein, Mais, Jalapeños, Paprika und weiteres Gemüse angebaut wird. Total erstaunt haben uns die großen Weinanbau-Flächen, die wir in dieser Größe noch nie gesehen haben. Und es werden Palmen „angebaut“. Hier stehen große, kleine, dicke und dünne… soweit das Auge reicht. Wahnsinn, so etwas hätten wir uns vorher nie vorstellen können!

Nun sind wir auf dem Campground Oasis Palms RV Park im Ort Oasis. Für 20 US$ bietet dieser Platz alles, was man sich wünscht. Kaum angekommen, bot uns die Eigentümerin selbstgemachte Cockies und Kaffee an, zeigte uns das Klubhaus mit Tischtennis-Platte, TV-Raum, Billard-Tisch und Bibliothek, dann noch den beheizten Pool mit Whirlpool, die Duschen und die Tennisplätze. Allerdings hatten wir bei Temperaturen von fast 39 Grad zum Tennis-Spielen gar keine Lust sondern sind sofort in den Pool gegangen. Dann gibt es noch unzählige Orangen-Bäume, leider ungepflegt, mit ganz vielen Orangen, von denen wir so viele mitnehmen dürfen, wie wir wollen, aber leider auch viele verfaulte Früchte….

Noch ein Satz zu Californien: geplant war das nicht, dass wir nun hier sind. Wir wären gerne länger in New-Mexico geblieben, weil es uns dort sehr gut gefallen hat und wir noch gerne viel mehr gesehen hätten. Dann nach Colorado rein und… und dann machte uns der außergewöhnlich kalte und lange Winter in den USA doch zu schaffen. Letztes Wochenende hat man in Durango/Colorado noch Ski gefahren!!! Und auf Nachttemperaturen von minus 2 bis plus 2 Grad C haben wir absolut keinen Bock…

Deshalb unser „Go West“…

New-Mexico und Colorado machen wir halt später mal. Läuft ja nicht weg 🙂

Und nun freuen wir uns auf San Diego und den Pazifik.

 

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