Olympic National Park (Washington)

Nach einem ausgiebigen Spaziergang am Strand, besser gesagt, es war unsere Walking-Tour, sind wir weiter gefahren in nördlicher Richtung


Nach 158 km haben wir auf dem Cottonwood Campground Rast gemacht. Für 2 Nächte. Kostenlos.

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Dieser Campground bietet gar nichts. Kein Wasser, kein Abwasser, kein Strom, kein Internet, einfach nur nichts. Bis auf pure Natur. Abseits vom Highway, kein Zug kommt vorbei, kein Lärm und nichts. Wir stehen mitten in einem Waldstück, ca. 5 km vom Highway entfernt, am How River. Es gibt noch zwei weitere Camper, die stehen aber zwischen 50 und 100 m von uns weg.

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Es ist sehr warm. Sogar um 20 Uhr haben wir noch 24 Grad C. In der Nacht geht die Temperatur auf 18 Grad zurück. Die Leute aus dieser Gegend sagen uns übereinstimmend, dass wir in diesem Jahr großes Glück mit dem Wetter haben und es gegenüber den anderen Jahren viel zu trocken ist. Normal rechnet man hier mit anhaltenden Regenfällen ab Anfang September…

Hier der Blick aus dem Schlafzimmer-Fenster:

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Vom Cottonwood Campground sind wir dann zum Olympic NP gefahren

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Der Nationalpark ist über 3.700 qkm groß, fast doppelt so groß wie die Insel Teneriffa. Wegen seiner ursprünglichen und einzigartigen Landschaft wurde der Olympic zum Weltnaturerbe erklärt.

Die üppigen Wälder in den Tälern des Quinault, Queets, Hoh und Bogachiel River sind typische Beispiele für den urigen gemäßigten Regenwald. Hier fallen jährlich bis zu 4.000 mm Niederschlag, bei gemäßigter Temperatur, welche selbst im Sommer nicht über 27 Grad Celsius hinausgeht. Hier wachsen Moose, Farne und Flechten auf den Baumstämmen und Ästen, welche dem Wald ein dschungelartiges Aussehen verleihen.

Biegt man vom Hwy 101 ab in die Upper How Road, so kommt man kurz vor dem Hoh Raim Forest Visitor Center am Big Spruce Tree vorbei. Dieser Baum ist über 80 m hoch und hat unten am Stamm einen Durchmesser von ca. 3,75 m. So etwas haben wir noch nie gesehen. Man kann den Baum gar nicht in seiner Größe auf ein Foto bringen

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Auch ein Wegschieben ist unmöglich 🙂

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Vom Visitor Center aus sind wir den How River Trail gelaufen, ein wunderschöner Wanderweg, immer mehr oder weniger am How River entlang

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Es waren nur wenige Wanderer unterwegs. Wir sind den Weg nicht zu Ende gegangen, sondern nach 1, 5 Stunden umgekehrt. Allerdings haben wir Wanderer getroffen, die mit Iso-Matte und großem Rucksack-Gepäck bewaffnet waren und zum Glacier (Gletscher) wollen, ca. 18 Meilen entfernt (28 km), um dort eine oder zwei Nächte zu verbringen.

Durch so einen Wald sind wir noch nie gelaufen. Riesig hohe Bäume, die mit Moos bewachsen sind, stehen eng an eng. Der blaue Himmel ist so gut wie nie zu sehen, so dicht sind die Baumkronen ineinander verwachsen. Manche Bäume sind durch Sturm oder andere Ereignisse umgekippt. Sie sind locker 1,50/ 2 Meter oder noch dicker und 40 bis 50 Meter lang. Die Parkverwaltung läßt diese Bäume liegen, soweit sie nicht die Wanderwege versperren. Nur dann werden sie zersägt und etwas zur Seite geräumt. Sie dienen nun als Heimat für viele Insekten und Pflanzen. Wir haben sogar gesehen, dass auf solchen quer liegenden Bäumen wieder senkrecht neue Bäume wachsen.

Die Farne sind an vielen Stellen mannshoch. Das Wetter war ja hervorragend. Die Sonne schien an manchen Stellen seitlich in den Wald hinein und verwandelte die Bäume, Farne und andere Pflanzen mit einem gold-gelben oder grün-gelben Licht. Dazu kommen noch die rötlichen Farben der Blätter der  Laubbäume, die uns der Herbst nun beschert hat. Es ist ein faszinierendes Zusammenspiel der Farben.

Es ist feucht im Wald. Trotz der eigentlich warmen Temperaturen, die wir zur Zeit haben, kommt die Wärme nicht in den Wald hinein. Die Feuchtigkeit, die der Pazifik mitbringt, schlägt sich überall im Wald nieder und hinterlässt z. B. auf den Blättern der Pflanzen deutlich sichtbare Wassertropfen. Es ist eben ein Rain Forest, ein Regenwald.

Am Nachmittag haben wir die Stadt Forks besucht.

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Sie liegt am westlichen Rand des Olymic. Die Stadt ist hässlich und man braucht eigentlich gar nicht dorthin. Sie hat aber große Aufmerksamkeit erreicht, da in dieser Gegend die Vampir-Bücher von Stephenie Meyer verfilmt wurden. Bei uns sind sie bekannt unter dem Namen: Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen.

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Nun wird in Forks alles zu diesem Thema ausgeschlachtet. Es gibt vom Lutscher über Sonnencreme, sowie Bustouren bis zur Unterhose alles mit Twilight-Aufdruck. Und natürlich auch Regenschirme. Denn Forks ist die Stadt in Nordamerika mit den höchsten Regenmengen…

Wir sind daher schnell weiter gefahren, und zwar über den Hwy 110 nach La Push, direkt am Pazifik. Hier leben die Quileute-Indianer in ihrem Reservat und leben hauptsächlich vom Fischfang

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Allerdings haben wir gestaunt, als wir die Häuser, Mobilheime und Wohnwagen gesehen haben, wo diese Indianer leben

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Fast an jeder „Behausung“ liegt unvorstellbar viel Müll. Wie kann man in so einem Umfeld nur leben?

Zum Schluss des Tages waren wir noch kurz am Second Beach, ganz in der Nähe von La Push. Vom Parkplatz geht man ca. 15 Minuten zum Strand, durch ein Waldstück, das dem Rain Forest schon ziemlich nahe kommt.

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Leider war es hier ziemlich nebelig, so dass die Sicht nur eingeschränkt war.

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