Saguaro Nationalpark Tucson

Der Saguaro-Nationalpark befindet sich bei Tucson, Arizona im Südwesten der USA. Der Park liegt in der Sonora-Wüste, die sich bis weit nach Mexiko erstreckt, und gilt als einer der schönsten und artenreichsten Regionen dieser Wüste. Eine herausragende Pflanze hat dem Park seinen Namen gegeben: der Kandelaberkaktus Carnegiea gigantea (engl. Saguaro). Das sind die tollen Kakteen, die wir immer wieder mit Arizona verbinden:

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Es gibt über 1,5 Mio. von diesen Kakteen. Aber keine Sorge, ich habe nicht alle fotografiert 🙂 Aber wir haben uns gewundert, wieso sich diese schlanken und sehr hohen Kakteen – die bestimmt 10 Meter oder höher werden – sich halten können und auch bei starken Stürmen nicht umknicken. Des Rätsels Lösung ist einfach: im Inneren haben die Kakteen eine Art „Lattenstruktur“, aus ganz hartem Holz, wie man hier sehen kann:

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Diese Latten haben die Indianer schon sehr früh zum Hausbau eingesetzt. Oder Speere daraus gebastelt.

Seit 1933 ist das Gebiet als National Monument geschützt. Der Nationalparkstatus wurde am 14. Oktober 1994 vergeben. Der Eintritt kostet 10 US$ pro Fahrzeug und 5 US$ pro Person, falls man keine Jahreskarte hat.

Wir haben das Auto am Visitor-Center stehen gelassen und sind knapp 4 Stunden gewandert. Aber gegen 13 Uhr wurde es zu heiß und wir waren froh, zum schattigen Visitor-Center zurück zu kehren. Wir konnten auch in Stein gemeißelte Bilder und Symbole sehen (sog. Petroglyphen), die vor rund 800 Jahren entstanden sind. Dabei trafen wir einen jungen amerikanischen Lehrer oder Professor mit seinen Studenten. Der Professor kannte sich in Deutschland gut aus, hat einmal im Bayer-Werk Leverkusen gearbeitet und in Freiburg studiert. So klein ist die Welt 🙂

Im Park befindet sich eine ungewöhnlich große Vielfalt an Lebensräumen. Pflanzen und Tiere sind angepasst, um in der heißen und trockenen Wüste überleben zu können. Die Wüstenregion ist nicht so leblos, wie es auf den ersten Blick zu vermuten ist.

Mehr als 1.000 Pflanzenarten sind im Saguaro-Nationalpark beheimatet. Typische Bewohner der Wüstenebene sind die großen, grünen Mesquite-Sträucher und der Fouquieria splendens, dessen lange, dünne Stämme oft wie abgestorben aussehen, aber die meiste Zeit rote Blüten tragen. Kiefern und Wacholder sind in den Bergen zu Hause.

Die Tierwelt präsentiert sich entsprechend vielfältig. Kojoten und die schweineähnlichen Halsbandpekaris gehören zu den häufigeren Großtieren im Park. Großraubtiere sind durch Pumas und Schwarzbären repräsentiert, wobei letztere in erster Linie die höheren Lagen besiedeln. Gleiches gilt auch für den Weißwedelhirsch. Kleinere Raubtierarten sind Rotluchs, Kitfuchs, Graufuchs, Katzenfrett, Waschbär, Weißrüssel-Nasenbär, Silberdachs und verschiedene Skunks. Darüber hinaus kommen Antilopenhasen, Eselhasen, Audubon-Baumwollschwanzkaninchen und verschiedene Hörnchen vor.

Vögel sind mit etwa 200 Arten besonders zahlreich vorzufinden, beispielsweise Arizonas Wappenvogel, der Kaktuszaunkönig und der Gilaspecht, der seine Nester in den Stamm des Saguaros hämmert. Es gibt winzige Kolibris und Roadrunner, die tatsächlich besser laufen als fliegen können. Zu den exotischeren Bewohnern der Gegend gehört die Kalifornische Gopherschildkröte, der Wüstenleguan, die giftige Gila-Krustenechse, mehrere Arten von Klapperschlangen und die Arizona-Korallenschlange, sowie Taranteln und Skorpione.

Und gleich bei der Zufahrt zum Park gab es die erste Überraschung: wir sahen eine Gila-Krustenechse, die hier „Gila Monster“ genannt wird.

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Im Visitor-Center sagte uns eine Rangerin, dass sie seit 40 Jahren im Park arbeitet und noch nie ein Gila-Monster gesehen hat. Auch die anderen Ranger wollten uns das zuerst gar nicht glauben. Aber aufgrund der Fotos konnten wir es belegen.

Die Gila-Krustenechse im Vergleich zu anderen Echsen als hochgiftig einzustufen. Das Gift wird hauptsächlich zur Verteidigung eingesetzt, auffälligste Symptome nach einem Biss sind sehr starke Schmerzen, Ödeme und Kreislaufschwäche bei rapidem Abfall des Blutdrucks. Der Biss einer Gila-Krustenechse kann für Menschen tödlich sein, Bissunfälle sind jedoch selten, da die Echsen versteckt leben und nur nach starker Provokation beißen.

Ich bin auch 2 Meter entfernt geblieben, weil ich anfänglich nicht wusste, was das für eine Echse ist und wie sie reagiert. Sie ging sofort auf Angriffhaltung und fauchte mich an. Abstand halten war eine gute Idee, wie ich später im Internet nachlesen konnte… 🙂

Kaum waren wir zurück gekehrt zum Campground, zeigte uns die nicht weit entfernt ansässige „Air Force Base“, also die amerikanische Luftwaffe, eine Flugshow mit ihren Düsenjägern. Von heute bis Sonntag veranstaltet die „Davis-Monthan Air Force Base“ Tage der offenen Tür und alle sind eingeladen. Es ist schon ein Wahnsinn wenn man sieht, mit welcher Präzision die Piloten ihre Kunststücke zeigen…

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Ein Kommentar

  1. Hallo Ihr Lieben,

    Eure Berichte und die Bilder vermitteln den Eindruck, dass es Euch richtig gut geht… :-)) Wir wünschen Euch noch viele tolle und interessante Erfahrungen und grüßen Euch ganz lieb aus der Heimat!!!

    LG
    Tanja und Dirk

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