Sighișoara – Schäßburg

Nachdem am Morgen sich die Regenwolken verzogen haben, schien wieder – wie zu dieser Jahreszeit gewohnt – die Sonne. Also konnte ich die Altstadt noch einmal aufsuchen.

Schaut man von der Unterstadt zum Burghügel hoch, sieht man sie schon, die Silhouette der Zunfttürme und Zinnen, der Kirchen und verschachtelten roten Ziegeldächer. Wie schon im Vorbericht erwähnt, zählt die Altstadt seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Siebenbürger Sachsen gründeten in der 2. Hälfte des 12. Jh. die heutige Stadt, die aber erst 1280 in einer Verkaufsurkunde erstmals erwähnt wurde.

Breite, ausgetretene Stufen mit Kopfsteinpflaster führen von der Unter- in die Oberstadt. Durch den mächtigen Turm betritt man die „bewohnte Burg“, die als eine der schönsten in Europa gilt. Hier hat man den Eindruck, dass die Eigentümer versuchen, sich gegenseitig bei der Farbauswahl ihrer Hausfassaden zu übertreffen.

Siebenbürger Sachsen gründeten in der 2. Hälfte des 12. Jh. die heutige Stadt, die aber erst 1280 in einer Verkaufsurkunde als Castrum Sex erstmals erwähnt wurde. Der Name

Die Stadt hatte einen sehr prominenten Einwohner: Hermann Oberth (1894-1989). Er ist zwar in Hermannstadt geboren, zog aber als Kind nach Schäßburg um, weil sein Vater Direktor am Krankenhaus in der Stadt wurde. Hermann Oberth besuchte acht Jahre lang die deutsche Bergschule in der Altstadt – und befasste sich schon während der Gymnasialzeit mit dem Thema, das ihn ein Leben lang fesseln sollte: der Raumfahrt. Er schmökerte in Jules Vernes‘ Fantasiewelten und widerlegte dessen Idee von einer Mondreise mittels Kanone. Stattdessen sei eine solche Reise nur per Rakete machbar.
 
Physik studierte der Weltraum-Visionär in Cluj (Klausenburg), aber auch in München, Göttingen und Heidelberg. Nach Schäßburg kehrte er 1923/1924 kurz zurück, wo er an der Bergschule Physik unterrichtete. Oberth wurde in Berlin Berater für Fritz Langs Film Frau im Mond (1929), arbeitete an der Technischen Hochschule Dresden und 1941-1943 in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde, wo er an der Entwicklung der „Wunderwaffe“ V 2 mitwirkte – an der Seite seines ehemaligen Schülers Wernher von Braun. Nach dem Krieg lebte Oberth erst in Feucht bei Nürnberg, dann im Raketenentwicklungszentrum von Alabama, schließlich ließ er sich in Deutschland nieder. In Feucht gibt es ein nach ihm benanntes Museum.
 
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