Stonehenge und Barrington



 

Genau heute vor 50 Jahren, also am 01.08.1967, stand ich um 7:55 Uhr mit klopfendem Herzen vor den Toren der Firma O. und L. Sels in Neuss und hatte meinen ersten Tag als Lehrling. Damals habe ich nicht im Traum daran gedacht, 50 Jahre später einmal in Stonehenge vor einer Ansammlung von Steinen zu stehen. Ich glaube, damals habe ich noch gar nicht gewußt, dass es Stonehenge überhaupt gibt. Alles, was ich damals von England kannte, waren die Beatles und die Rolling Stones 🙂

Wenn man nach Stonehenge fährt, sollte man morgens oder abends kommen. Dazwischen ist die Menschenmenge so groß, dass es keinen Spaß macht, so lange in der Schlange zu stehen. Wir haben schon einen Tag vorher online die Tickets bestellt. Als Mitglied von English Heritage ist der Eintritt kostenlos. Andernfalls zahlen 2 Erwachsene 35 GBP.

Stonehenge ist die älteste prähistorische Stätte der Welt, deren Anordnung sich nach dem Lauf der Sonne richtet. Angefangen hat alles vor rund 5.000 Jahren. Vor 4.500 Jahren brachte man die Steine dort hin. Bis heute sind 2 Fragen vollkommen ungeklärt: wie hat man die Steine – teils hunderte Kilometer weit – bis hier hin transportiert (die Steine wiegen immerhin zwischen 4 und 25 Tonnen pro Stück) und warum hat man die Steine dort in dieser Formation aufgestellt. Über den Zweck dieser aufwendigen Anlage existieren verschiedene sich widersprechende Theorien: Vom Kult- und Versammlungsplatz über eine religiöse Tempelanlage (Axtsymbole, Muttergottheit etc.) und Begräbnisstätte (einzelne Funde) bis zum astronomischen Observatorium, weil einige Linien nach der Sommersonnenwende ausgerichtet sind.

Die beiden auffälligsten Steinkreise sind der äußere Kreis aus von Decksteinen überbrückten Pfeilersteinen sowie die innere hufeisenförmige Struktur aus ursprünglich fünf Trilithen (je zwei Tragsteine, die von einem Deckstein überbrückt werden).

Das enorme Alter dieser Stätte wird deutlich, wenn man zum Beispiel sieht, dass das Colosseum in Rom 500 Jahre nach Christus errichtet wurde. 

Von Stonehenge ging es weiter westlich nach Barrington Court. Eine wunderschöne Gartenanlage mit einem Herrenhaus, rund 500 Jahre alt. Profi-Fotografen finden hier eine Menge Postkartenmotive. Das Obst und Gemüse, was dort angepflanzt wird, wird im eigenem Restaurant verarbeitet. Alle Einnahmen werden zur Deckung der Kosten eingesetzt. Während am Vormittag in Stonehenge dunkle Wolken und ein kühler Wind über uns hinweg zog, war es in Barrington sehr sonnig und somit angenehm warm. Bei der Gelegenheit fällt mir ein: man sollte in England nie ohne Regenkleidung ausgehen. Das Wetter kann innerhalb von wenigen Minuten umschlagen und kräftige Schauer einsetzen. Wir haben gelernt und tragen unsere Regenjacken im Rucksack.

Das Gelände wurde von vielen Familien mit Kindern besucht, die auf den großen Wiesen ihren Spaß hatten. Man kann hier Töpfern, Malen oder sonst die Zeit vertreiben. 

Der Ort Barrington verfügt fast ausschließlich über Häuser mit Steinfassaden und Reet gedeckten Dächern. 

Weiter ging die Fahrt nach Putts Corner, ein Campingplatz vom Camping und Caravanclub. Es ist Hochsaison und selbst für Mitglieder (wie wir) kostet der Platz 28 GBP. Dafür ist hier alles perfekt: von der Sauberkeit auf dem Platz bis zur den sanitären Anlagen. Morgen geht es weiter in Richtung Cornwall.

 

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