Vegetarisch Kochen

Schon seit einigen Jahren ernähre ich mich vegetarisch. Uschi, die anfangs der Meinung war, dass sie sich ihr Steak „nicht nehmen lässt“, isst ein Stück Fleisch nur noch ab und zu, und nur dann, wenn wir in einem Restaurant zum Essen gehen. Hin und wieder kaufen wir uns mal einen Fisch, besonders dann, wenn wir auf Teneriffa sind. Wenn Fisch, dann nur „Wild-Fisch“, was für uns das Gegenteil von Zuchtfisch ist. Zuchtfische lehnen wir ab, da die Tiere mit Chemikalien gefüttert werden, zum Beispiel Antibiotika.  Vor allem essen wir keinen Lachs. Warum? Schaut euch dieses Video vom ZDF an, das sagt alles: 

Was wir sonst noch von Tieren „konsumieren“, hält sich in Grenzen und kann schnell erklärt werden: Nur das Produkt vom lebenden Tier. Also Milch, Honig, Käse…

Nun glauben viele, Vegetarier ernähren sich nur vom Blattsalat. Blattsalat steht auch auf der Speisekarte. Aber noch ganz viele Sachen mehr: Gemüse, Obst, Gewürze…

In letzter Zeit kochen wir fast ausschließlich Gerichte, die wir auf der Webseite vom „Zentrum der Gesundheit“ finden. Dort kocht überwiegend Ben. Ben ist ein Asiate und es macht Freude, ihm nur zuzusehen, wie er kocht. Hier ein Beispiel:

Manchmal koch Rachel auch ganz tolle Sachen:

Manchmal stehen im Rezept Zutaten, die leider nicht verfügbar sind. Kein Problem für uns, denn es gibt fast immer Alternativen und wir sind ja flexibel…

Kochen heißt bei uns, dass wir – Uschi und ich – uns damit beschäftigen, was wir essen. Immer mehr und mehr achten wir darauf, wo und wie etwas produziert wird und welche Inhaltsstoffe vorhanden sind. Und sehr oft kochen wir gemeinsam, wir teilen uns die Arbeit auf, der eine macht dies, der andere das…

Auf der Seite von EatSmarter! werden 5 Gründe für eine vegetarische Ernährung aufgeführt:

1) Darum ist Fleischverzicht gesünder

Vegetarische Ernährung ist einfach gesünder. Alle reden vom maßvollen Fleischkonsum, aber welcher Fleischesser hat wirklich nur ein bis zweimal pro Woche Schnitzel und Wurst auf dem Teller? Sich von Anfang an für vegetarische Ernährung zu entscheiden, ist konsequenter. Zu viel Fleisch erhöht laut einer Studie der Harvard School of Public Health das Risiko für Diabetes und Herzkrankheiten. Wer Schinken, Salami und Rindersteaks reichlich zuspricht, erhöht sein Darmkrebsrisiko um rund ein Drittel. Und wer als Vegetarier auch Milchprodukte und (Bio-)Eier zu sich nimmt und nicht vegan isst, hat auch keine Probleme mit der Versorgung mit dem Vitamin B 12.

2) Tierhaltung belastet die Umwelt

Vegetarisch essen schont die Umwelt. Durch die expandierende Fleischindustrie werden immer mehr Ressourcen der Erde im Rekordtempo aufgebraucht. Für die Herstellung von Fleisch, Eiern und Milchprodukten werden laut Worldwatch Institute mindestens 32,6 Milliarden Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ausgestoßen. Das ist über die Hälfte der weltweiten Ausstöße an klimaschädlichen Treibhausgasen. Laut der Tierschutzorganisation Peta fließen rund 70 Prozent der erschlossenen Wasserressourcen der Welt in die Landwirtschaft. Das meiste Wasser wird dabei für die Fleischproduktion verbraucht.

3) Weniger Fleisch, weniger Hunger

Vegetarische Ernährung hilft, den Welthunger zu bekämpfen. Tiere aufzuziehen und zu schlachten, ist wesentlich ineffizienter, als Gemüse oder Getreide anzubauen. Um einen Vegetarier zu ernähren, braucht man etwa 20 Mal weniger landwirtschaftliche Nutzfläche als für einen Fleischesser. Im Laufe ihres Lebens, von der Geburt bis zur Schlachtung, verbrennen Nutztiere reichlich Kalorien für den Stoffwechsel sowie für den Aufbau von Federn, Fell, Knochen und Blut. Rund 16 Kilo Getreide werden als Futter verbraucht, um ein Kilo essbares Fleisch zu erhalten. Der Anbau von Futtermitteln und Weideflächen für die Tierhaltung beansprucht mehr als 83 Prozent aller landwirtschaftlich genutzten Flächen. Ein Großteil dieser Flächen wird durch die Abholzung des Regenwaldes erschlossen – mit negativen Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima. Das in Südamerika angebaute Soja dient unter anderem als Kraftfutter für sogenannte Nutztiere, die auch in Deutschland für den Konsum von Fleisch, Milch und Eiern gequält und getötet werden. Die größte Gefahr für den Regenwald sind die landwirtschaftliche Tierhaltung und damit verbunden der Konsum tierischer Produkte. Um Platz für Weideflächen oder zum Anbau von Futterpflanzen zu schaffen, wurden allein im Amazonasgebiet seit den 1970er-Jahren 20 Prozent der Waldfläche gerodet. Die Welternährungsorganisation FAO macht die Umwandlung in Weideland für 80 Prozent dieser Verluste verantwortlich.  Große Flächen werden abgeholzt oder gerodet, da Tiere im Vergleich zum Menschen deutlich mehr an Nahrung brauchen, um Fleisch oder Milch zu „produzieren“. 70-75 Prozent des so angebauten Sojas landet in den Futtertrögen der sogenannten Nutztiere oder in Aquakulturen. Dies ist eine Verschwendung von Ressourcen, denn die Nahrungsmittel könnten weitaus effektiver für den direkten menschlichen Verzehr genutzt werden.

4) Mehr gelebte Verantwortung durch Verzicht

Vegetarisch essen ist gelebte Verantwortung gegenüber unseren Mitgeschöpfen. Die Zustände in der industriellen Massentierhaltung werden von vielen Konsumenten schlicht ausgeblendet. Zwar ist die Qualität von Fleisch und die Hygiene bei der Schlachtung dank strenger Vorschriften und Regularien heute besser denn je. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Töten von zigtausend Nutztieren in Industrieanlagen moralisch nicht zu rechtfertigen ist. Allein in Deutschland werden Jahr für Jahr über zwei Milliarden Tiere in industrialisierten Schlachtbetrieben getötet. Allein diese Masse an Tötungen macht es unmöglich, dass es dabei stets ethisch korrekt und schmerzfrei für die Tiere zugeht.

5) Die Freude am vegetarischen Kochen

Vegetarisch kochen macht Spaß! Es erfordert allerdings eine gewisse Eingewöhnungszeit. Generell braucht es etwas Zeit, neue Produkte und Rezepte kennenzulernen und neue Arten der Zubereitung auszuprobieren. Dafür wird man aber mit tollen neuen Kocherlebnissen belohnt. Der Speisezettel wird in der vegetarischen Küche bunter und abwechslungsreicher, was Koch und Esser gleichermaßen freut. In Deutschland verzichten mittlerweile rund sechs Millionen Menschen auf Fleisch. Die Zahl ist zwar in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, dennoch gehört für den Großteil der Deutschen das Fleisch immer noch dazu. Lesen Sie morgen den zweiten Teil der großen Fleisch-Diskussion: Fünf Gründe, warum man nicht auf Fleisch verzichten sollte.

Außerdem:

Wir können die pflanzlichen Lebensmittel direkt essen, anstatt sie den Nutztieren zu füttern. Eine neue Studie zeigt, dass eine nachhaltige Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung nur pflanzlich möglich ist. Bis 2050 könnten so 8 Millionen Menschenleben gerettet und der Umweltzerstörung Einhalt geboten werden. Warum? Pflanzliche Kost verlangt nur einen Bruchteil der Energie und Ressourcen, die für Tierprodukte aufgewendet werden müssen. Derzeit werden z.B. fast 70% der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche für die Nutztierhaltung verwandt, einschließlich des Anbaus von Futterpflanzen. Wenn die Menschen sich pflanzlich ernähren würden, würden wieder viele Flächen für die Natur und die Artenvielfalt frei. Außerdem ist ein großer Teil tierischer Lebensmittel leicht verderblich und muss ständig gekühlt werden, was Energie- und Transportkosten erhöht. Auch die Lagerbarkeit von tierischen Produkten ist entsprechend eingeschränkt. Demgegenüber kann Getreide jahrelang ohne Kühlung gelagert und sehr einfach transportiert und verteilt werden. Seit Urzeiten haben Getreidespeicher und nicht Fleischspeicher das Überleben von Menschen in Zeiten von Missernten und drohender Hungersnot gesichert. Studien zeigen, dass gerade bei wachsender Weltbevölkerung eine Ernährung auf der Basis von Tierprodukten nur bei noch stärkerer Zerstörung unserer Umwelt möglich wäre, wodurch langfristig unser aller Überleben gefährdet werden würde.

 

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