Von Stirling nach St. Andrews

Zuerst haben wir das Schloss von Stirling besucht. Stirling selbst, die Kleinstadt und die Altstadt, sind nicht unbedingt ein Touristen-Magnet. Das Schloss, manchmal auch als Burg oder Festung bezeichnet, liegt hoch über der Stadt. Auf dem großen Parkplatz vor dem Schloss reihen sich die Busse aneinander. Ein Großteil der Touristen, wie an allen bekannten Sehenswürdigkeiten, sind aus Asien. Es ist uns zu voll und wir verzichten auf eine Innenbesichtigung, zumal wir für das Gedränge auch keine 15 GBP pro Person bezahlen wollen.

  

Danach sind wir aufgrund einer Empfehlung eines Reiseführers entlang der Küste von Stirling nach St. Andrews gefahren. Der Verwaltungsbezirk heißt: Fife, einer von 32, die es in Schottland gibt. 

Allerdings, für unseren Geschmack, wurde die Empfehlung zu überschwänglich beschrieben. So toll haben wir die Küste an der Fife-Halbinsel nicht erlebt. 

In Culross gibt es eine kleine Abtei aus dem Jahre 1217 und Fans der Fernsehserie „Outlander“ werde sich hier sofort zu Hause fühlen, denn die Stadt taucht dort als Dorf auf. 

Der nächster Stopp war Dunfermline. An merkwürdige Ortsnamen in Schottland muss man sich gewöhnen. Ebenso an die Sprache der Schottländer, die ganz bestimmt englische Grundlagen hat, aber für uns erst mal schwer zu verstehen ist. Oft müssen wir zurück fragen, was gemeint war. Aber dann geben sich die Gesprächspartner Mühe und die Verständigung klappt 🙂

Auch Dunfermline hat eine Abtei, die im 12. Jahrhundert als Benediktinerkloster gegründet wurde. Einige religiöse Könige wurden hier begraben. Robert de Bruce, im modernen Englisch besser bekannt als Robert Bruce, war von 1306 bis zu seinem Tode 1329 König von Schottland. In der Abbey Church (Abteikirche) wurde er unter der reich verzierten Kanzel beerdigt. 

Weiter führte uns der Weg nach Anstruther, ein kleiner Fischereihafen mit historischen Straßen und bunt auf dem Wasser schaukelnden Booten

Es war schon nach 18 Uhr, als wir dort ankamen. An der ganzen Küste entlang, und besonders stark in Anstruther, pfiff der Wind brutal kalt durch unsere Kleidung. Daher haben wir uns gar nicht lange dort aufgehalten, sondern sind in der Nähe von St. Andrews zu einem Campingplatz gefahren. Es hat zwar die ganze Zeit nicht geregnet und die Sonne kam öfters zum Vorschein, aber der Wind war für mich (Walter) unerträglich. So konnten wir uns nur im Clubhaus an der Bar oder im Wohnmobil aufhalten 🙂 

Mit unseren Dresdner Freunden haben wir noch bis kurz vor Mitternacht im Wohnmobil gesessen und leckeren italienischen Wein getrunken. Uns fiel auf, dass es gar nicht richtig dunkel wurde. Man hätte draussen noch spazieren gehen können, ohne dass die Wege auf dem Campingplatz beleuchtet hätten sein müssen. Spazieren gehen? Wie gesagt: wenn der Wind nicht gewesen wäre…

Noch eine Bemerkung zu St. Andrews: es ist die älteste Universitätsstadt von Schottland. Dort hat Prinz William studiert und seine spätere Ehefrau Kate kennen gelernt. Ausserdem gilt St. Andrews als die Heimstätte des Golfsports („Home of Golf“). 1754 wurde hier der Royal and Ancient Golf Club of St Andrews als einer der ersten Golfclubs überhaupt gegründet. Sein berühmtes Clubhaus steht direkt am Old Course, dem vermutlich bekanntesten Golfplatz der Welt.


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