Was wusste ich von Bulgarien?

Eigentlich war es gar nicht geplant, Bulgarien zu bereisen. Es war geplant, Bulgarien schnell zu durchfahren, und zwar hatte ich vor, auf dem Weg von Rumänien nach Griechenland die kürzeste Strecke zu nehmen und innerhalb von einem Tag das Land wieder zu verlassen.

Es kam anders. Grund waren die sehr hohen Temperaturen in Griechenland von mehr als 45 Grad C. Also beschloss ich, in Bulgarien zu bleiben und das Abklingen der Hitzewelle abzuwarten.

Was wusste ich vorher von Bulgarien? Ehrliche Antwort: Nichts.

OK, ich wusste, dass es Bulgarien gibt und dass einige bulgarische Lastwagen auf Deutschlands Autobahnen fahren, die nicht immer eine TÜV-Prüfung standhalten. 

Es sich dann aber ganz anders. Und es zeigte sich, dass es bisher ein großer Fehler von mir/uns war, Bulgarien bei der Urlaubsplanung noch nicht einmal im Entferntesten zu beachten.

In den vergangenen 17 Tagen habe ich ein paar kleine Einblicke in das Leben der Bulgaren bekommen, hauptsächlich von Violetka und Walter, aber auch von Hristo, der Betreiber des Campingplatzes in Batak am See.

Und wir haben viele wunderschöne Orte gesehen, natürlich auch Orte mit Häusern, von denen der Putz von den Giebeln fällt oder auch ganz verlassene Häuser. Und im Süden von Bulgarien waren wir erstaunt über die Wälder, die (noch) intakt sind, jedenfalls so weit wir das als Laien sehen können. Es gibt keine toten Wälder, wo der Borkenkäfer zugeschlagen hat. Und Bären kann man hier im Wald ebenfalls antreffen. Und Plodiv, die 2. größte Stadt in Bulgarien, hat uns begeistert, obwohl wir sonst nicht so die Fans von großen Städten sind.

An den Menschenschlag (laut Duden: Gruppe von Menschen, bei denen bestimmte Merkmale und Wesenszüge besonders hervortreten) muss man sich gewöhnen. Der allergrößte Teil der Menschen, die uns entweder auf Wanderungen oder Spaziergängen entgegengekommen sind, schauen erst gar nicht auf, schauen einen nicht an, grüßen nicht, sondern gehen vorbei als wäre man Luft. Nicht etwa, weil wir Ausländer sind. Nein, sie machen es grundsätzlich.

Auch haben wir das vielfach in den Restaurants festgestellt, dass man nicht mit einem freundlichen Gesicht und einer Begrüßung nach unseren Wünschen gefragt wurden. Das kennen wir aus den vielen anderen Ländern, die wir bisher bereist haben, ganz anders. Aber egal: ich glaube, dass die Leute das nicht böse meinen. Sie sind wahrscheinlich in der sozialistischen Zeit so erzogen worden und kennen es nicht anders.

In einem anderen Bericht habe ich ja schon geschrieben, dass ich erstaunt war, wie viele Leute in Rumänien Englisch sprechen. Ich habe mal locker 95 % geschätzt. Hier in Bulgarien sind es meiner Meinung nach nur 5 %. Leider sprechen auch viele junge Bulgaren kein Englisch.

Mit der Sprache und der Schrift (Kyrillisch) kommen wir natürlich gar nicht klar. Gerade in den kleinen Orten gibt es zum Beispiel keine Speisekarten in Englisch. In Deutsch schon mal gar nicht. Aber wir sind immer klargekommen, und Google hat uns oft geholfen 🙂

Nun das Positive: wir haben auch nette und freundliche Bulgaren getroffen. Wir sind begeistert von der schönen Landschaft und auch vom Preisgefüge. Beispiel: ein Bluthochdruck-Medikament kostet in Deutschland rund 20 EUR, hier kostet es 2,12 EUR. Vom selben Hersteller. Ein Zahnimplantat, so berichtete Walter, kostet in Deutschland 2.000 EUR. Hier 200 EUR. Auch in einer hervorragenden Qualität.

Und dann noch ein Hinweis auf Bulgarischen Joghurt. Einfach nur Klasse. Bitte hier mal lesen: Joghurt aus Bulgarien 

Für uns steht fest: im nächsten Jahr möchten wir wieder nach Bulgarien reisen. Wir haben ja so viel noch nicht gesehen. Aber dann werden wir uns auf die Reise vorbereiten, was wir in diesem Jahr ja nicht gemacht haben, siehe oben… 

 

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Ein Kommentar

  1. Stimme Walter in allen Dingen zu, die Bulgarien betreffen. Was ich noch zufügen möchte: Leider trifft man hier doch auch ab und zu auf elende Hunde. Immer recht grosse Hunde. Wie in Griechenland. Das kostet mich was…

    Worüber man noch berichten sollte… Covid….!!

    Wenn man nicht im Lidl oder Kaufland oder DM einkaufen geht, würde man glauben, es gibt kein Covid. Nur dort haben wir Maskenpflicht erlebt, an die sich jeder Kunde halten muss. Selbst im Zug tragen nicht alle Bulgaren Maske.

    Woran man sich hier auch gewöhnen muss, was es im ordentlichen D kaum noch gibt…. viele unfertige bewohnte Häuser, viele Schrotti Häuser neben hübschen Neubauten und leider liegt oft zu viel Plastik Müll herum.

    Wir werden wieder kommen… es gibt auch viel Positives… die Natur und Landschaft.. viel Platz… viel Freiheiten, die wir nicht mehr so kennen….

    Übrigens: wusstet ihr, dass man Bulgarien auch den Rosenstaat nennt?

    Bis bald…. Morgen ab nach Griechenland….

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