Wir sind in Bayern angekommen…

…und zwar im amerikanischen Bayern. Und das rein zufällig. Dazu unten mehr.

Wir sind von Sandpoint (Idaho) den Highway 2 westlich gefahren, bis nach Leavenworth (Washington). Das waren 435 km:


Von den 435 km führten bestimmt mehr als die Hälfte an gold-gelben, abgeernteten Ackerflächen vorbei. Vermutlich wurde hier Weizen angebaut. Die Kornfelder sind riesig groß. Es gibt keine Zäune, man sieht gar nicht, wo ein Feld anfängt und wo es aufhört. Im Abstand von 5 bis 10 Meilen (8 bis 16 km) sieht man mal eine Farm. Zwischendurch große Getreidespeicher. Die Kornfelder sind so groß, dass wir den Eindruck haben, wenn der Farmer am Ende seines Feldes mit dem Pflügen fertig ist, kann er am Anfang schon wieder mit der Ernte beginnen 🙂

Wir haben den Hwy 2 kurz verlassen, um den Grand Coulee Dam aufzusuchen. Der Bau der Talsperre begann im Dezember 1933 und wurde 1941 fertig gestellt. Damals war sie die größte Talsperre der Welt, heute immerhin noch größtes Wasserkraftwerk der USA, derzeit fünftgrößtes der Welt. Die Staumauer ist 166 m hoch und 1.570 m lang. Heute sorgt der Stausee für die Stromversorgung und Bewässerung des ganzen Nordens von Washington

Grand_Coulee_Dam_panorama

Ca. 6 Meilen vor Orondo ging es nur noch bergab, wie man oben am Höhenprofil gut erkennen kann. Ab Orondo änderte sich die Landschaft schlagartig: in der Talebene des Columbia River zwischen Orondo und Wenatchee gibt es fruchtbare Böden. Äpfel, Birnen, Pfirsiche und vieles mehr wachsen hier in großen Mengen.

Am Nachmittag erreichten wir dann Leavenworth. Leavenworth verfügte bis etwa 1950 über einen bedeutenden Güterverladebahnhof als größten Wirtschaftsfaktor der Gemeinde. Als nach dessen Schließung im Zuge einer Verlegung der Eisenbahnlinien die Wirtschaft zusammenbrach, drohte Leavenworth eine Geisterstadt zu werden. In den 1960er Jahren gestalteten die verbliebenen Einwohner mit großem Engagement – und ohne dass es dafür historische Gründe gegeben hätte – die Stadt um zu einem „typischen“ Bergort in den Alpen. Die Illusion eines bayerischen Bergdorfes wird durch die umliegenden Berge noch verstärkt. Jährlich kommen rund 2 Mio. Touristen.

Über das gesamte Jahr werden zahlreiche Feste und Aktivitäten abgehalten, die sich an den typischen Festivitäten in Orten in Bayern und im Alpenraum orientieren. So gibt es ein Maifest, ein Oktoberfest, einen Christkindlmarkt und einen internationalen Akkordeonwettbewerb.

Leider sind wir eine Woche zu früh. Das Oktoberfest beginnt am 03.10. mit musikalischer Unterstützung der Bergdiamanten aus „Deutschland“. Wenn man deren Website liest, dann kommen sie aus Südtirol 🙂 Das Oktoberfest steht in diesem Jahr unter dem Motto: Follow the Lederhosen, serviert wird German Beer and Brats.

2014 oktoberfest logo revised web

Wir sind nur wenige hundert Meter ausserhalb der Stadt auf dem KoA Campground. Ein schöner und gepflegter Platz. Begrüßt wurden wir von ein paar Rehen und einem Pferd, dem der saftige Rasen gut schmeckte.

 

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