Yosemite NP – Tag 1

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Ein Besucher fragte einen Ranger, was er tun würde, wenn er nur einen Tag Zeit für den Besuch des Yosemite NP hätte. „Weinen“, sagte der Ranger… Ich finde, dies sagt zutreffend, wie einzigartig schön dieser Nationalpark ist.

Nun sind wir im Yosemite NP angekommen. Schon früh haben wir uns von Oakhurst über die 41 auf den Weg gemacht, denn es wird voll werden. Es ist Samstag, also Wochenende. Yosemite gehört zu meist besuchten Nationalparks der USA. Jährlich kommen mehr als 4 Million Besucher. Viele bleiben aber nur wenige Minuten – vielleicht 10 oder 12 – an einem Aussichtspunkt stehen, dann ruft schon wieder der Busfahrer, weil es weiter geht. Die Einsamkeit des Hochgebirges und die Massen im Tal – beides gehört zum Yosemite NP.

Das Tal ist ein Canyon, ca. 1,5 km breit und 10 km lang. Es wird von einem Fluss durchzogen und von massigen Bergkuppeln und hohen Zinnen umrahmt. Hier tummeln sich die Massen. Das Tal nimmt nur 1% des Nationalparks ein. Das Hinterland des Parks bietet rund 1.200 km markierte Wanderwege. Für jeden wird etwas angeboten: von keinen Spritztouren bis zu aufreibenden Härtetests in der felsigen Einöde der Sierra Nevada. Abseits des Tales kann man also – auch ohne Rucksack – die Ruhe und die Einsamkeit genießen.

In den letzten Tagen hat es im Park geregnet und ab 1.800 Höhenmeter geschneit. Weil wir schon früh unterwegs waren, konnten wir die niedrigen Temperaturen auf dem Weg zum Aussichtspunkt „Glacier Point“ an der Temperaturanzeige vom PKW ablesen: 2 Grad C… Die Tannen- und Kiefernwälder waren noch Schnee bedeckt. Vom Glacier Point hat man einen grandiosen Blick auf den Half Dome, ein gespaltener, von Gletschern zerfurchter Granitblock, fast 1.500 m hoch.

Die Sonne ließ aber die frostigen Temperaturen schnell verschwinden und aus 2 Grad C wurden dann immerhin 7 Grad C. Wie gesagt: auf etwas über 1.800 m und morgens um 10 Uhr…

Danach ging bergab. Wir sind rund 23 Meilen bis zum Tunnel View Overlook gefahren. Wir vermuten, dass dies die meistfotografierte Ansicht der Welt ist, die sich hier ausbreitet. El Capitan, Half Dome, Sentinel Rock und Cathedral Rock – so werden die Bergformationen hier genannt – bilden eine Kulisse aus Granit und binden verschiedene Wasserfälle mit in das traumhafte Bild ein.

An diesem Aussichtspunkt herrschte schnell Massenandrang, denn drei Reisebusse kamen im Abstand von je einer Minute an. Aber der war schnell vorbei, denn wie oben schon beschrieben: die Busfahrer riefen schon nach kurzer Zeit zum Aufbruch und wir konnten nun in relativer Ruhe die Mittagssonne vor diesem einzigartigen Panorama auf uns einwirken lassen…

Dann ging es etwa 10 km zurück, dort wo wir unser Wohnmobil abgestellt hatten. Mit Wohnmobil und anhängendem PKW mussten wir wieder am Tunnel View Overlook vorbei, zuvor aber durch einen ca. 500 m langen Tunnel, an dem am Eingang als maximale Durchfahrtshöhe ca. 3,15 m angegeben wurde. Unser Wohnmobil ist aber mit den Dachaufbauten (Antenne, Klimaanlagen) etwas unter 3,60 m hoch. Merkwürdiger Weise stand am anderen Eingang des Tunnels gar kein Schild mit einer maximalen Höhenangabe. Was also tun?

Wir haben etwa fünf Minuten beobachtet, wer alles aus dem Tunnel heraus kommt. Weil dort Reisebusse und große Wohnmobile zu sehen waren, haben wir uns auch getraut, durch den Tunnel zu fahren. Aber etwas mulmig war mir schon zu Mute 🙂

Am Nachmittag haben wir den Park verlassen, um zum Indian Flat RV Park zu fahren. Hier werden wir 3 Tage bleiben. Dieser Campground kostet 48 US$ pro Nacht (Full hook-up) und bietet für zusätzliche 10 US$ pro Tag auch einen Internetzugang an. Darauf haben wir verzichtet, zumal der Chef sagte, dass das Internet hin und wieder nicht gut funktioniert. Sehr Kunden orientiert finden wir das nicht. Wenn die Internetleitung schon schlecht ist, dann sollte er dafür auch kein Geld nehmen. Gepunktet hat dieser Campground aber mit einem Indoor-Pool. Das Wasser ist so angenehm warm, wie ich es mir von jedem Pool der Welt wünschen würde…:-)

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Ein Kommentar

  1. Hier Uschi, ich muss noch was dazu schreiben:

    Vom Glacier Point aus, hat man nicht nur einen grandiosen Ausblick auf den Half Dome, sondern auch auf eine wundervolle Bergkulisse – unbeschreiblich schön! Wir hatten auch einen ersten Blick auf das Yosemite Tal und auf einige der schönen Wasserfälle! Herrlich!!

    DER TUNNEL OVERLOOK!!! Einen tolleren und schöneren gibt es wohl nirgendwo! Dieser Blick auf das Tal und die Berge, ist ein Motiv, das man in jedem Postkarten-Ständer findet. Ab diesem Moment wird der Yosemite NP einer der schönsten NP die wir bisher gesehen haben!
    UNBESCHREIBLICH! Mann muss ihn gesehen haben!!

    „Ein traumhaftes Bild!“ ist einfach nicht überschwänglich genug für diese Kulisse, deswegen hier mein langer Kommentar dazu ! Bussi Uschi

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