Yosemite NP – Tag 3

Der gestrige Tag war wieder einmal mehr der Beweis dafür, dass sich die Natur nicht an die Wettervorhersagen der Meteorologen hält. Es wurde vorgestern eine Regenwahrscheinlichkeit von 70% für gestern vorher gesagt. Und was war: kein Tropfen Regen…

Gestern Morgen sind wir nach Mariposa gefahren, ca. 20 Meilen (32 km) vom Campground entfernt. Erst etwa 1 km vor dem Ortseingang war Telefonieren mit dem Handy möglich. Lediglich in unmittelbarer Nähe vom oder im Visitor-Center des Yosemite NP – von unserem Campground weitere 20 Meilen entfernt – kann man telefonieren bzw. ins Internet gehen. Und das sogar mit einer sehr guten Geschwindigkeit. Mit anderen Worten: auf einer Strecke von 64 km kann man mit seinem Handy nichts anfangen. Man ist hier also wirklich in the middle of nowhere…

Telefonieren wäre für uns wichtig gewesen, da wir auf der Suche nach einem Zahnarzt waren. Wie schon im letzten Bericht von mir erwähnt, plagen mich seit Samstag sehr starke Zahnschmerzen.

Der Zahnarzt, den wir heute in Mariposa aufgesucht haben, konnte am Röntgenbild und auch sonst nichts auffälliges feststellen. Ich habe ihm gesagt, dass er eine Wurzelbehandlung durchführen soll. Nach dem Gespräch mit meinem Zahnarzt, das ich vor 3 Monaten auf Teneriffa führte, gab es eine 50:50 Chance, an der Wurzelbehandlung vorbei zu kommen. Leider hat die Wurzel nicht auf Dauer „still gehalten“, sondern sich Vorgestern aufdringlich gemeldet.

Scheinbar nehmen aber „einfache“ Zahnärzte in den USA keine Wurzelbehandlungen vor. Warum? Das haben wir zuerst nicht erfahren können. Auch ein zweiter von mir befragter Zahnarzt wollte mich nach Oakhurst (45 Minuten von Mariposa entfernt) zu einem Endodontisten überweisen. Der habe ein 3D-Röntgengerät und wäre für Wurzelbehandlungen der Fachmann weit und breit.

Nun wissen wir warum. Dank Google: Endodontisten sind Zahnärzte, die weitere zwei oder mehr Jahre Facharztausbildung in der Diagnose und Behandlung von Krankheiten und Störungen der Pulpa abgeschlossen haben. Ihr Fokus liegt daher auf: Zähne erhalten…
 

Also fahren wir heute nach Oakhurst und haben dort den Termin um 12 Uhr. Bis dahin muss ich mich mit Ibuprofen 600 über Wasser halten…und Kaffee von Starbucks 🙂

Mariposa übrigens ist ein kleiner, aber recht netter Ort. Dort gibt es noch so was wie „Downtown“ mit Häusern aus der Goldgräberzeit, wie wir sie aus dem Kino oder Fernsehen kennen.

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Gegen Mittag sind wir dann noch einmal zum Yosemite NP gefahren. Es war dort oben zwar ca. 10 Grad kälter (12 Grad C) als bei uns am Campground, aber es war trocken.

Im Visitor-Center fand ich ein Bild, auf dem man anschaulich erklärt bekommt, dass die Mammut-Bäume im Norden von Kalifornien zwar höher sind, aber die Bäume hier in der Gegend (und vor allem im Sequoia NP) sind dicker, haben also mehr Volumen.

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Auf einer (nachgestellten) Postkarte von 1927 konnte man lesen, dass schon damals der Besucher-Andrang im YNP außerordentlich groß war.

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Die Fernsehsender berichteten schon am Sonntagabend davon, dass zwei Extrem-Sportler im Yosemite NP um´s Leben gekommen sind. Man hat sie Sonntagmorgen Tod aufgefunden. Sie waren Base-Jumper und sind Samstagabend vom Taft-Point, der eine Höhe von ca. 2.300 m hat, herunter gesprungen. Base-Jumping ist schon lange im Yosemite und in allen anderen Nationalparks verboten. Dean Potter, 43 Jahre alt und hat Frau und 3 Kinder, war schon öfters von der Parkleitung verwarnt und aus dem Park verwiesen worden. Trotzdem hat er sich immer wieder Zutritt verschafft. Er hat auch schon ganz andere gefährliche Aktionen durchgeführt, wie man hier sehen kann:

Ich hoffe, das Video ist in Deutschland zu sehen…

Wahrscheinlich ist es wie eine Art Droge, die ihn immer wieder zu solch gefährlichen Unternehmungen veranlasst. Letztendlich musste er mit seinem Leben bezahlen, genauso wie sein Freund, der erst 29 Jahre war.

Zufällig sahen wir, dass der Fernsehsender ABC ein Live-Interview mit einem Ranger zu diesem Thema führte. Im Hintergrund sieht man ein paar Rehe, die wohl an die vielen Besucher gewöhnt sind und sich beim Grasen auf der Wiese nicht stören lassen 🙂

Auch in der deutschen Presse wurde darüber berichtet, z. B. in der Welt.

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2 Kommentare

  1. Liebe Birgit und John,

    nach überstandenen Zahnarztbesuch (siehe meinen Beitrag) habe ich bisher Ruhe… Hoffentlich bleibt es. Wir sind heute 5 Meilen vor dem Eingang von Yosemite udn werden gleich noch mal reinfahren…der Park ist zu großartig, um einfach weiter zu fahren…Danach wird das nächste Ziel ein paar Höhlen in der Nähe sein und dann in Richtung Sacramento.

    Was macht die Ausstellung?

    Liebe Grüße
    U+W

  2. Lieber Walter und Uschi,

    trotz der Zahnschmerzen großartige Fotos! Wir müssen auch mal wieder hin. Wir freuen uns, dass so viel Wasser bei euch runterkommt! Toi, toi. toi beim Zahnarzt.

    Hier in Teneriffa wird es immer heisser. Aber bald werden wir ja wieder in Nürnberg frieren !? Wir tanken jetzt erst mal noch viel Sonne.

    Liebe Grüße von Birgit und John

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